Portugal: Entspannung an der Algarve 27.04.-04.05.2019

Die atemberaubenden Felsformationen mit wunderschönen Badebuchten machen die Algarve für mich schon lange zu einer der schönsten Küsten der Welt. Jede Bucht ist auf ihre ganz besondere Art und Weise einzigartig. Von Beige über Ocker bis Rotbraun und Feuerrot – wenn die Abendsonne den Felsen anleuchtet, erstrahlen die Steine in den unterschiedlichsten Farben und ragen als bizarre Formen aus dem Meer. Die Erosion war hier als Bildhauer unterwegs. Portugal an sich begeistert mich seit meinem ersten Besuch vor sehr sehr vielen Jahren immer wieder, die Gastfreundschaft, Fliesen auf den Hausfassaden und kleine, weiße Häuser mit blauen Fensterläden. Zu alledem auch noch ein tolles Gebirge, also ein perfekter Urlaubsort für mich. Im Gegensatz zu meiner Pilgerreise im Oktober 2015 im Norden Portugals (von Porto nach Santiago de Compostela) war für diese Woche ein luxuriöses Anwesen nahe Armacao de Pera unser Ausgangspunkt für die Erkundung der Algarve und des Umlandes. Um mich dieses Mal etwas kürzer zu fassen, lasse ich im Folgenden hauptsächlich die Fotos sprechen…

Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang traumhaft schön!
Armacao de Pera, Praia dos Tremocos
Armacao de Pera

Küstenwanderung Lagos

Die bizzarre Küste bei Lagos ist ein absolutes Muss für jeden Besucher. Es gibt viele sehr gut ausgebaute Wanderwege oberhalb der Klippen, sogar einen Radweg. Wer es etwas abenteuerlicher haben möchte, der kann engen steilen Wege zu den kleinen Buchten folgen. Schwindelfreiheit und etwas Klettergeschick ist an der ein oder anderen Stelle dann aber schon gefragt.

Eine besonders schöne Tour führt von Lagos nach Luz– auf schmalen Pfaden immer entlang der Klippen mit spektakulären Ausblicken, unter anderem auf die berühmte Felsformation Ponta da Piedade. Wir starteten in Lagos am Strand Praia Dona Ana und gelangten entlang der atemberaubenden Küste zum wunderschönen Strand Praia do Camilo. Oben an der Steilküste liegt das Restaurant O Camilo. Von hier führen die 100 Stufen einer Holztreppe hinunter in die Bucht. Kurz genossen wir die Aussicht, da es hier aber sehr touristisch ist, machten wir uns schnell weiter auf unseren Weg. Als Highlight erwartete uns das Felslabyrinth Ponta da Piedade, die wohl berühmteste Felsformation der Algarve, die auch zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Region gehört. Die Landschaft rund um die Ponta da Piedade ist wirklich einzigartig: Das Meer hat Grotten, Tunnel, Höhlen, Bögen und weit in den Atlantik ragende Felsbrocken aus dem Gestein gewaschen. In der Hochsaison herrscht hier ganz schöner Trubel, Busse bringen ganze Heerscharen von Touristen zum beliebten Ausflugsziel. Aber wir hatten die zerklüfteten Klippen zum Glück fast für uns alleine, nur vereinzelte Besucher waren da. Über steile Pfade und in den Fels gehauene Treppenstufen stiegen wir etwas weiter die Küste entlang hinunter ans Meer zum Strand Praia do Canavial. Ein schöner Strand und nur wenige Besucher dort, hauptsächlich Wanderer und Spaziergänger, die ebenfalls wie wir eine kurze Pause einlegten. Da wir einen längeren Badestopp am wunderschönen langen Strand Praia do Porto de Mos machten (der Wellengang begeisterte uns so sehr, dass wir nicht mehr aus dem Wasser wollten), entschieden wir uns spontan, nicht weiter zu laufen, sondern das Meer zu genießen und von dort nach Lagos zurückzugehen. Am anderen Ende des langen Strandes beginnen die Klippen von Rocha Negra (Schwarzer Felsen), die wir uns dann für den nächsten Besuch vornehmen.

Spaziergang Caminho Algar Seco bis Praia do Carvoeiro

Vom Algar Seco zum Praia do Carvoeiro.

Nur 400 Meter vom Tivoli Carvoeiro Algarve entfernt liegt ein ganz besonderer Ort namens Algar Seco, das bekannteste Felsloch der Algarve. Jahrtausende hat es gedauert, bis Wind und Wellen die Felsen aus Muschelkalk so geformt haben. Sie sehen aus wie zwei Fenster im Felsen, in die man sich reinsetzen und Fotos schießen kann. Direkt vor dem Fensterloch liegt das Restaurant Boneca Bar. Viele kleine Treppen und Wege führen um die Felsen herum. Der Carvoeiro Boardwalk führt bis zum Praia do Carvoeiro, ein toller Weg mit schönem Blick auf die Felsenküste und das Meer.

Gebirgswanderung Monchique zum Picotagipfel

Das Hinterland der Algarve kann man am besten von Monchique aus erkunden. Monchique ist eine Kleinstadt in der Serra de Monchique am Nordrand der Algarve. Von hier startet als Rundwanderung eine schöne aussichtsreiche Tour durch die imposante Landschaft. Durch die schmalen Gassen der Altstadt von Monchique gelangt man über Felder und Wiesenwege in Korkeichenwälder. Eine sehr abwechslungsreiche und beeindruckende Botanik, teils dschungelartig, unberührte Natur. Leider sind viele Wälder abgebrannt und man stapft durch verkohlte Überreste. Aber auch das ist spannend, viele neue Pflanzen begrünen hier schon den Boden und kämpfen gegen die Brandwüste an. 

Während sich in der Hochsaison Touristenbusse und PKWs zu dem höchsten Berg des Monchiquegebirges, dem Foia (902 m), hinaufquälen, bleibt der Picota, mit seinen 773 m der zweithöchste Berg, vom Ansturm der Urlauber weitestgehend verschont. Unterwegs gibt es vereinzelte Bauernhäuser, begegnet sind mir allerdings erst auf dem Gipfel eine Handvoll Wanderer. Der Ausblick vom Picota ist spektakulär. 360 Grad Rundumblick über das Gebirge bis zum Atlantik. Sehr beeindruckend. Den Aussichtsturm sollte man nur betreten, wenn man schwindelfrei ist. Es fehlen einige Treppenstufen, so dass man klettern muss und auch die vorhandenen sind eher morsch und mit Vorsicht zu betreten. Einziges Problem auf der Wanderung können die herumlaufenden Hunde werden. An den Bauernhäusern sind sie zumeist angekettet, erschrecken einen aber gewaltig mit lautem Bellen und Zähnefletschen. Nicht mehr lustig wurde es beim Abstieg, als ich auf die beiden Berliner Wanderer stieß, die ich bereits am Gipfel getroffen hatte und diese gerade von acht freien Hunden angebellt wurden, die den Weg versperrten. Glücklicherweise folgte den beiden seit geraumer Zeit ein streunender Hund, der sich gegen die „Angreifer“ stellte. Nach einigen Minuten des Wartens trauten wir uns langsam weiterzugehen. Der Begleithund kam noch 10 Minuten mit uns bis von den anderen Hunden nichts mehr zu hören war und verschwand dann. Da hatte uns wohl jemand einen Schutzengel zur Seite gestellt… Allein wäre ich hier vorsichtshalber umgekehrt.

Wanderung im Vogelbeobachtungsgebiet um Armacao de Pera

Von Armacao de Pera kann man einerseits tolle Küstenwanderungen entlang der Klippen unternehmen, auf der anderen Seite überrascht allerdings das weitläufige flache Sanddünengebiet entlang des kilometerlangen Sandstrandes. Kleinere Flüsse fließen hier in den Atlantik und haben eine Ebene mit Seen geschaffen, die viele Vögel als Brutstätten nutzen.

Eine schöne einfache Tour über blühende Wiesen, Dünen, Seen und wirklich viele Vögel zu beobachten. An der Vogelbeobachtungsstation am See gibt es viele Fotografen, die hier stundenlang mit riesigen Objektiven auf das perfekte Foto warten.

Ferragudo

Ferragudo ist ein kleiner, noch recht beschaulicher Fischerort, der seinen ursprünglichen Charme bewaht hat und nicht von Hotelkomplexen zugebaut wurde. Der Ort liegt auf einem Hügel an der Mündung des Flusses Arade in den Atlantik. Auf der anderen Flussseite liegt Portimao – eine der größeren Städte der Algarve. Viele kleine Kneipen und Bars machen Ferragudo zu einem lebendigen Ort. Und zu einem gemütlichen, da es hier keine “Massenabfertigung” gibt. In der Nähe gibt es viele schöne Badestrände zwischen den Klippen der Steilküste mit netten Beachbars. Eine perfekte Mischung aus chilligem Altstadtbummel und anschließendem Eintauchen in den kühlen Atlantik. 

Eine wunderschöne, abwechslungsreiche Woche im traumhaften Portugal… Wiederholung folgt 😉 


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