Nepal: Everest-Trekking von Phaplu nach Namche Bazar 05.-08.10.2018

5.10.2018 Chiwang Khop bis Jubing 20 km 10 Stunden

Nachdem wir am Vortag am späten Nachmittag noch die knapp 3,5 Kilometer von Phaplu nach Chiwang Khop im Regen gewandert sind, erwachten wir am Morgen bei blauem Himmel. Nach dem Frühstück erwartete uns direkt ein 500 Höhenmeter steiler Aufstieg auf 2.900 Meter bis Taksindu. Der Weg war so steil, dass man viele Treppen in den Hang geschlagen hatte. Aufgrund der starken Regenfälle die letzten Tage war er teilweise sehr matschig und rutschig.

Esel- Das Transportmittel Nr. 1

Am höchsten Punkt gönnten wir uns eine ausgiebige Teepause. Anschließend folgte der 1.600 Höhenmeter-Abstieg bis Nunthala.

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Kaum hatten wir uns zum Essen in Nunthala niedergelassen, begann es sehr stark zu regnen. Wir waren froh, dass wir im Trockenen waren. Nach dem Essen hörte der Regen auf – Wenn Engel reisen…

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Es folgte ein weiterer steiler Abstieg bis auf ca. 1.500 Meter ü. NN, dort querten wir einen Fluss, um dann noch auf ca. 1.600 ü. NN bis Jubing zum Dudhkoshi Guest House aufzusteigen.

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Tolle Hängebrücken unterwegs.

Es war ein sehr kleines Gasthaus und wir waren die einzigen Gäste. Die größeren Gasthäuser waren alle voll, obwohl wir unterwegs kaum anderen Wanderern begegnet sind. Die Familie war sehr nett und wir erfuhren viel über die Lebensumstände der dort lebenden Nepalesen. Insbesondere deren Versuche, ihren Kindern eine bessere Perspektive zu ermöglichen. So werden diese oft zweisprachig erzogen (Nepali und Englisch) und, wenn irgendwie möglich, auf englische Schulen geschickt. Nur der betrunkene alte Mann war etwas seltsam. Zunächst dachten wir, es wäre der Großvater. Er kam in unsere Zimmer und sah sich seltsam um. Ich befürchtete, ich hätte ihm wahrscheinlich seinen Schlafplatz für die Nacht weggenommen. Der Inhaber erzählte uns allerdings, dass es sich um einen Mann aus der Ansiedlung handele, der keine Familie habe und daher bei allen anderen Familien willkommen sei. Da er wenig esse, sei er direkt nach ein paar Schluck Bier betrunken, aber harmlos. Ich fand es wirklich sehr rührend, dass hier noch Gemeinschaft und Nächstenliebe gelebt wird. Leider geht das in der westlichen Welt immer mehr verloren.

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6.10.2018 Jubing bis Surke 15 km 11 Stunden

Chris verzichtete auf’s Frühstück und machte sich schon vor 7 Uhr auf den Weg. Bettina und ich frühstückten in Ruhe Pancake mit Honig. Die Lodges haben sich an die Touristen angepasst und servieren neben nepalesischem Frühstück, wie Knoblauchsuppe, westliche Varianten.

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Es begann direkt wieder mit einem extremen, sehr steilen Aufstieg von 1.400 Höhenmeter auf 2.900. Viele Stufen, viel Matsch und viel Gegenverkehr von Eseln, die hier das Transportmittel Nummer eins sind. Chris haben wir unterwegs getroffen, legten eine kurze Teepause ein und konnten dann wieder zu Dritt weiterziehen.

Steile Treppen hoch und runter und wieder hoch…

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Erneut legten wir am höchsten Punkt eine längere Pause ein. In der Mountain View Lodge aßen wir zu Mittag. Da hier erst gekocht wird, nachdem man das Essen bestellt hat, dauert es sehr lange, bis es fertig ist. Aber so hat man immer frisch zubereitetes Essen und kommt zu einer wirklich ausgiebigen, erholsamen Pause.

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Wir gingen noch weiter, auf und ab auf weiterhin schwierigem Untergrund bis zum Shrestha Guest House, 3 km vor Surke. Wir kamen ziemlich erschöpft und durchgefroren an, da es wieder begonnen hatte zu regnen. Überhaupt ist es abends immer kalt in den Unterkünften. Die Einwohner empfinden das anscheinend anders, denn sie laufen oft noch in dünneren Sachen herum und lassen die Türen offen. An Heizen denkt hier noch lange niemand. Zumindest haben die Einwohner auf diesen Höhen in Nepal noch Stromanschluss und Öfen, Luxus, den es über 3.000 Höhenmetern kaum noch gibt.

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Mittlerweile kämpfte ich mit einer starken Erkältung und hoffte, dass sie schnell vorbeigeht.

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7.10.2018 Surke bis Phakding 9 km 8 Stunden

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Blick aus dem Fenster meiner Unterkunft am Morgen 🙂

Da wir eigentlich einen langen Tag vor uns hatten, frühstückten wir bereits um 6.30 Uhr, zusammen mit einem Ägypter, den wir bereits am Vorabend kennengelernt hatten. Er hat die Tour, die wir vorhaben noch zu machen, bereits hinter sich und befindet sich auf dem Rückweg. Er gab uns hilfreiche Informationen zur Strecke, empfahl uns gute Lodges und schenkte uns seine Tabletten gegen Höhenkrankheit, da er sie nicht benötigt hatte. Immer wieder wertvolle Begegnungen…

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Wir waren zwischenzeitlich erkältungsmässig alle angeschlagen. Kein Wunder bei den extremen Anstrengungen und dem wechselhaften Wetter. Wir hatten diesen Teil der Strecke nicht in unsere ursprüngliche Trekkingplanung einbezogen und daher nur unsere dicken Sachen dabei, die tagsüber auf diesen Höhen viel zu warm waren. Es wundert nicht, dass die meisten Wanderer diesen herausfordernden Teil des Weges vermeiden und direkt nach Lukla fliegen. Wir treffen nur selten andere Wanderer und genießen daher die Stille und Idylle dieses Wegs. Lediglich hunderte Esel passieren uns am Tag und sorgen dafür, dass genug Essen und Equipment in die Everest-Region gelangt. Am schlechtesten ging es Chris, der leider auch noch Fieber bekam. Für ihn hatten wir einen Träger für seinen Rucksack organisiert, damit er zumindest weiter laufen konnte.

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So langsam können wir die ersten über 3.000 Meter hohen Berge sehen.

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Hier trifft unser Weg auf den Weg von/nach Lukla. Touristenmassen tauchen auf…

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Wir liefen aufgrund unserer Erkrankungen langsam und nur bis 15 Uhr bis Phakding und kehrten in der Lodge des Bruders unseres Trägers ein. Die Landschaft war sehr schön und die Dörfer unterwegs immer beeindruckender, insbesondere durch die buddhistische Kultur. Auf den letzten 3 Kilometern war es allerdings sehr voll, da hier die Touristen auf den Weg treffen, die das Glück haben nach Lukla zu fliegen. Unterwegs sind auf dieser Strecke sehr viele schöne Mani-Mauern mit Mani-Mühlen mit aufgedruckten oder eingemeißelten Gebeten und Mantras. Das Drehen der Gebetsmühlen dient nach buddhistischer Überzeugung dazu, gutes Karma anzuhäufen.

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Zwischendurch immer mal wieder Regenschauer.

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Mal wieder köstliches Dhal Bhat und Ingwertee.

8.10.2018 Phakding bis Namche Bazar 9 km 5 Stunden

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Von Phakding (2.650m) ging es heute bis nach Namche Bazar (3.440m). Mit der Ruhe und dem einsamen Trekking war es nun endgültig vorbei. Unzählige Menschen, hauptsächlich geführte Reisegruppen, waren überall anzutreffen. Da wir grundsätzlich etwas schneller liefen als diese, gab es nicht nur Stau wenn wir von Eseln und Yaks überholt wurden oder diese uns entgegenkamen, sondern auch, wenn wir versuchten, die großen Gruppen zu überholen. Entlang des Dudh Koshi Flusses (nepalesisch für „Milchfluß“) ging es durch die größeren Dörfer Monjo und Jorsale mit dem Checkpoint und dem Eintritt in den Sagarmatha Nationalpark.

Diverse spektakuläre Hänge-Brücken sorgten für Abwechslung. Der eigentliche Anstieg beginnt mit der Überquerung der Hillary-Bridge, die über die tief eingeschnittene Schlucht führt.

Hillary Bridge
Strahlende Gesichter in schwindelerregender Höhe auf der Hillary Bridge.
Unbeschreiblich, was für ein Gewicht die Hängebrücken aushalten müssen…

Nach einem weiteren schweißtreibenden Anstieg kamen wir bereits 13 Uhr in Namche Bazar an, dem Hauptort des Sherpalandes, das Herz der Khumbu-Region. Mit 3.440 Höhenmeter erreicht man hier schon die Höhe stattlicher Alpengipfel.

Namche Bazar

Nach dem entspannten Einchecken in unserer Lodge und einer Teepause machten wir uns zur Akklimatisierung noch auf zu einer Wanderung zum Hillary-Viewpoint, einer der vielen Aussichtspunkte mit Blick auf den Mount Everest. Leider versanken wir lediglich in einer Wolkenfront, keine Aussicht. Wir hielten uns trotzdem fast eine Stunde dort auf, um unsere Körper an die Höhe zu gewöhnen. Ein kleines Museum gibt viele Informationen zur Khumburegion und der Erstbesteigung des Mount Everest.

Sir Edmund Percival Hillary war ein neuseeländischer Bergsteiger. Zusammen mit dem nepalesischen Bergsteiger Tenzing Norgay (hier Statue), einem Sherpa, gelang ihm am 29. Mai 1953 die Erstbesteigung des Mount Everest, des höchsten Berges der Erde.

Nach dem Abstieg nach Namche Bazar, machten wir noch einen Stadtbummel und verwöhnten unsere Gaumen in der deutschen Bäckerei Hermann Helmers. Total verrückt, dass plötzlich in solch einer Höhe eine kleine Stadt auftaucht, in der man wirklich alles kaufen kann. Schlafsäcke, Daunenjacken, Wanderstöcke, Toilettenpapier für die westliche Bevölkerung und vieles mehr. Theoretisch hätte man hier alles für seine Wanderung kaufen können. Fraglich ist natürlich die Qualität, das meiste sicherlich billige Fälschungen. Auch gibt es hier unzählige Restaurants, Cafés, Bars und Pubs. Eine unwirkliche Welt…

Mundhygiene im Kindergarten 🙂
Westliche Backwaren und guter Kaffee…über was man sich alles wie ein kleines Kind freuen kann!
Akribische Feinstarbeit…

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