Von der Mandelblüte zum nackten Masseur…noch mehr Südwesten Teneriffas März 2018

Ein wenig wandern wollte ich dann doch noch, allerdings nicht unbedingt im Teide-Nationalpark, sondern in der Nähe meiner Unterkunft. Da fiel mir die Mandelblüte ein, die Mitte März schon fast vorbei ist. Einige ausgeschilderte Wanderungen gibt es unter anderem um Santiago del Teide im Südwesten der Insel.

Santiago del Teide

Also machte ich mich auf den Weg. Ich entschied mich für die Tour von Santiago del Teide über Arguayo, Las Manchas zurück nach Santiago del Teide.

Eine traumhaft schöne Strecke, die sich auch außerhalb der Mandelblüte lohnt. Die Wege sind gut beschildert, bis auf einige Weggabelungen, aber mit ein wenig Orientierungssinn und gegebenenfalls GPS geht man nicht verloren.

Es ist eine leichte Wanderung, ca. 15 Kilometer lang. Trittsicherheit und Wanderschuhe sind allerdings ein Muss! Ich spare mir es hier, die Strecke im Detail zu beschreiben und lasse die Fotos für sich sprechen.

Wieder den rauchenden Teide im Blick

Herrlich duftender Kiefernwald

Blick über Lavafelder und Gebirge auf die Küste und La Gomera

Über den Wolken…

Santiago del Teide ist übrigens ein schönes Bergdorf. Aufgrund der Lage zu vielen Wanderwegen und der Autoroute nach Masca trifft man hier auf viele Touristen, die man am Dorfrand dann aber schon wieder aus dem Blick verliert.

San Juan

San Juan ist zwar sehr touristisch, allerdings gibt es hier keine Hotelkomplexe sondern nur Ferienapartements. Das macht den Ort sehr sympathisch, entsprechend ist auch das Publikum. Die Strände in den kleinen Buchten sind schön, die bunten Fischerboote am Strand Puerto San Juan vermitteln richtiges Urlaubsflair. Das kulunarische Angebot ist vielseitig und qualitativ gut. Ich war an meinem letzten Abend mit Katharina und Ehab hier Tapas essen, sehr lecker. Wen es in einen größeren Ort an der Südküste zieht, dem sei San Juan empfohlen.

Playa Puerto San Juan

Hier trainiert man doch gerne…und dann noch kostenfrei!

Playa los Americas

Ich habe ja schon zuvor kurz von der Touristenhochburg berichtet. Leider kann ich nichts Positives an dem Ort lassen. Außer natürlich der Tauchschule… Die kilometerlange Strandpromenade ist teilweise drei- bis vierstöckig. Ein Souvenirshop mit Billigware folgt dem nächsten, dazwischen Restaurants und Bars teilweise mit Dumpingpreisen (1/2 Liter Bier für 1 Euro), was nicht von Qualität zeugen kann. Hier gibt es Pizza, Döner und alles, was nun gar nichts von kanarischer Lebenskultur hat. Billigurlauber und Partygäste fühlen sich vier sicherlich wohl. Ein Foto konnte ich meiner Kamera nicht antun.

Positive Überraschung: riesige Fischplatte in erster Strandlage zu günstigen Preisen. Danke Niki für deine Entdeckung.

El Puertito

Sowohl Puerto San Juan als auch El Puertito besuchte ich gemeinsam mit Niki. Ich lernte sie ja bereits auf unserer „üblen“ Bootsfahrt kennen. Niki ist nach Teneriffa ausgewandert, um sich Träume zu erfüllen. Sowohl auf ihrer Lieblingsinsel wohnen, als sich auch beruflich selbstständig zu machen. Sie bietet Transzendentale Heilung, Ganzheitliche Energiemassagen und einiges mehr an. Dazu spricht sie fünf Sprachen. Ich habe sie ausgiebig in Anspruch genommen und kann sie nur weiterempfehlen. Wenn ihr euch mal was Gutes tun wollt, euch selbst verstehen, Schmerzen behandeln oder was auch immer, ihr könnt nur gewinnen. Ihre Website geht demnächst online. Ich werde sie dann hier verlinken.

El Puertito suchte ich nach meiner Mandelblütenwanderung nochmals auf, um zu entspannen und die Sonne zu genießen. Ein kleines Fischerdörfchen, dass zwischen den Touristenhochburgen ursprünglich geblieben ist.

Die Besucher hier sind entspannt, oft nackt, spielen Musik und trinken selbstgemixte Cocktails aus Containern. Hippiefeeling. Geht man um die Bucht herum vorbei an den in den Felsen gebauten Häusern kommt man zu weiteren Stränden, beziehungsweise riesigen Felsen, die zum Sonnenbaden einladen. Hier sind fast alle nackt, immerhin beginnt hier der Spaghetti-Beach der Hippies von der anderen Seite. Ich fand es sehr entspannt und angenehm. Jeder lässt hier jeden.

Etwas verwirrt war ich dann doch zwischenzeitlich, als mich plötzlich ein völlig nackter Mann ansprach, etwas flirtete und mir dann eine Massage anbieten wollte. Immerhin nur 10 Euro für eine Stunde. Ich lehnte dankbar ab. Auf einen splitternackten Masseur hatte ich dann doch keine Lust. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was er alles so massieren wollte. Zumindest ein Handtuch umbinden wäre nett gewesen. Aber nach einer freundlichen Ablehnung legte er sich wieder hin und sonnte sich. Völlig entspannt und nicht aufdringlich. Ich gehe davon aus, dass er zu den Aussteigern gehört, die in den Höhlen und Zelten wohnen.

Perfektes Relaxen nach einer Wandertour.

Ich spazierte später noch einmal durch das Areal. Von Klamotten wurde hier nichts gehalten, man saß zusammen, spielte Instrumente, rauchte. Alle machten einen entspannten und glücklichen Eindruck, nicht zu vergleichen mit manchem Penner, den wir von zu Hause kennen. Man wurde auch nicht schräg angeschaut, allerdings wollte ich hier keine Fotos machen.

Ein Barraquito, die Kaffeespezialität aus Teneriffa musste auch noch einmal sein.

Was für eine schöne Auszeit. Wenn auch anders als ursprünglich geplant. Aber so ist das Leben, man kann nicht alles planen, es kommt dann doch oft anders. Davon lasse ich mich allerdings nicht entmutigen, sehe es als Herausforderung, als Chance und rückblickend versteht man dann auch meistens, weshalb es so gekommen ist und wofür es gut war. Ich habe es geschafft, den Kopf wieder frei zu bekommen und meiner inneren Stimme, meinem Herzen zu folgen. Und das kann nie falsch sein…

In diesem Sinne, euch alles Gute und danke für eure Begleitung meiner Reise…mein Flieger nach Hause startet in wenigen Minuten.


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