Zack-Verliebt…Teneriffas Nordwesten März 2018

Masca
Da eine Wanderung durch die Masca-Schlucht neben der Teide-Besteigung das absolute Highlight für jeden Wanderer auf Teneriffa sein soll, stand diese Tour natürlich auch auf meiner To-Do-Liste. Zunächst fuhr ich am frühen Morgen Richtung Masca. Es ging steil bergauf und bergab, Serpentinen, die nicht enden wollten, schmale Straßen und das alles in dichtem Nebel, teilweise Steine und Felsen auf der Fahrbahn. Mein Mietwagen schaffte die größte Strecke gerade mal im ersten bis zweiten Gang. Als Beifahrer wäre mir definitiv schlecht geworden, als Fahrer pumpte mein Körper aber auch einiges an Adrenalin. Das Dörfchen Masca ist ein Traum!

Auf riesigen Felsvorsprüngen und mitten in den Bergen stehen vereinzelt Häuser, baut man Obst und Gemüse an. Eine unwirkliche Welt. Von hier aus geht es eigentlich 600 Höhenmeter hinab bis zum Meer. Ein Weg, der nur für sehr geübte Wanderer empfohlen wird. Leider mussten hier im Februar wieder einige Touristen gerettet werden, weil sie sich überschätzt hatten, unter anderem 8 Deutsche, die die Nacht ausharren mussten. Aber wie bei so vielen Sachen in meinem Urlaub auf Teneriffa: es geht nur wenig nach Plan, es passieren dafür andere Wunder-volle Dinge…Hier jedenfalls war der Wanderweg aufgrund der Unwetter gesperrt. Ich sprach mit einem einheimischen Obsthändler, der meinte, es würde sicher 6 Monate dauern, bis der Weg wieder begehbar sei. So lange kann ich mir nicht vorstellen, aber in diesem Urlaub wird die Wanderung für mich nicht mehr klappen.

Ich schlenderte etwas durch die Ansiedlungen. Wirklich beeindruckend, wie die Menschen hier leben und setzte dann meine Fahrt Richtung Norden fort, wieder schöne Serpentinen mit tollen Ausblicken, zwischenzeitlich ohne Nebel.

Es geht immer tiefer, Küste langsam in Sichtweite.

Buenaviste del Norte
Ich fuhr einfach von Masca aus ziellos weiter Richtung Norden und landete in dem gemütlichen Ort Buenavista del Norte.

Dem westlichsten Ort Teneriffas, an der Küste, im Hintergrund das Bergmassiv und an manchen Stellen sieht man sogar den Teide. Natürlich gewachsen, mit einer Kirche und einem Platz davor, an dem die Einheimischen ihren Kaffee genießen, gemeinsam mit einigen wenigen Touristen. Endlich mal ein Ort mit Charme. Klein und überschaubar.

Garachico
Meine Tour führte mich weiter entlang der Nordküste Richtung Osten. Garachico wird als schönste Stadt der Insel bezeichnet. Und das kann ich nur bestätigen. Bereits beim ersten Blick auf die Stadt war ich beeindruckt. Allein die Lage direkt am Meer zwischen Lavaströmen, die ins Meer fließen.

Beeindruckende Küste

Der letzte Ausbruch des Vulkans ist gar nicht so lange her. Er zerstörte große Teile der Stadt, wie durch ein Wunder wurden aber Teile der Innenstadt verschont, wodurch ein schöner historischer Stadtkern mit tollen Gebäuden heute noch den Ort ausmacht. Die Bewohner bauten die restliche Stadt sofort auf der erkalteten Lava wieder auf. Obwohl es eine kleine Stadt ist, hat sie sich ihren Dorfcharme bewahrt.

Fitnessgeräte in der freien Natur begegnen einem auf Teneriffa öfter.

Nachdem ich etwas die Küste entlang und durch den Ort gelaufen bin, entdeckte ich einen Wanderweg nach San Juan de Reparo oberhalb der Stadt. Da er mit ca. 3 Kilometern (einfache Strecke) angegeben war, machte ich mich an den Aufstieg. Was für eine gute Entscheidung! Der Weg ging zwar teilweise steil nach oben, war aber ganz gut ausgebaut. Bereits nach ein paar Metern hatte ich traumhafte Ausblicke auf Garachico und die Küste. Teilweise wuchsen hier Kiefern, die toll dufteten. Ich liebe den Geruch von Nadelhölzern. Er hat für mich immer das Gefühl von Heimat.

In San Juan de Reparo, einem kleinen Dorf auf dem Berg angekommen, machte ich eine ausgiebige Lunchpause am Kirchplatz und genoss die Sonne. Dann machte ich mich wieder an den Abstieg.

Für die Rückfahrt entschloss ich mich, den Rückweg über Erjos zu nehmen. Ganz mutig, denn ich wusste, dass mich hier erneut viele Serpentinen etwarteten.

Es war teilweise sehr steil, so steil, dass ich an einer Strasse dachte, ich kippe mit dem Auto gleich hinten über. Der absolute Hammer war aber, dass sich am Ende dieser steilen Straße ein Stoppschild befand…gehts noch??? Wer hier nicht am Berg anfahren kann, hat dann wohl endgültig verloren. Ich hatte das Gefühl ich schaue in den Himmel anstatt auf die Strasse als ich da stand. Da bin ich dann doch ins Schwitzen gekommen. Im Gegensatz zu morgens herrschte nun auch noch überall viel Gegenverkehr. Allerdings machte schlussendlich die Fahrt über den Pass bei schönstem Sonnenschein und
Blick auf Teide irgendwie Spaß und hat sich gelohnt.

Los Gigantes
Über Katharina gelangte ich an den Kontakt zu Niki, ebenfalls einer deutschen Auswanderin. Sie wiederum hatte einen Kontakt zu Monika, einer Walbotschafterin, die noch einen Platz auf ihrem Boot frei hatte, um die Wale und Delfine vor Teneriffas Küste zu besuchen.

Die Autofahrt am frühen Morgen war schon abenteuerlich. Nach einem Stück Autobahn führte mich mein Navi irgendwelche Feldwege entlang, quer bergauf, bergab, einige Serpentinen…

Glücklicherweise kam kein Gegenverkehr, denn Ausweichen war nicht möglich. Links ging es steil bergab in Bananenplantagen, rechts meterhoher Fels. Schön anzusehen, zum Fahren grausam. Aber tatsächlich landete ich irgendwann wieder auf der Hauptstraße oberhalb von Los Gigantes, wo ich bereits einen tollen Blick auf die gigantische Steilküste hätte. Im Hafen traf ich dann auf Monika und Niki und eine Familie aus Wien, die mit ihren 2 Kindern seit 2 Jahren die Welt bereist. Alles so interessante Menschen. Toll!

Die letzten Ausläufer des riesigen Sturms waren noch zu spüren. Zum einen war „etwas“ Wellengang, zum anderen zeigten sich nicht so viele Wale und Delfine an der Oberfläche wie üblicherweise. Normal ist hier die Trefferquote bei 90 %. Allerdings reagieren die Tiere sehr auf veränderte Windbedingungen. Die Aussicht von Boot auf die Los Gigantes und die restliche Küste war jedoch wunderbar. Sogar La Gomera könnten wir gut sehen. Irgendwie war der Wellengang allerdings seltsam, denn nachdem Niki schon einige Zeit über ihrer Tüte hing, gesellte ich mich irgendwann dazu. Was für ein Mist! Ich war schon öfter segeln, selbst 4 Tage in den White Sunday Islands bei Sturm und hatte keine Probleme mit Übelkeit. Aber da steckt man eben nicht drin. Frühstück ade…

Lächeln nicht wirklich möglich…

Etwas schade fand ich nur, dass ich aufgrund der Übelkeit nicht viel mit den anderen reden konnte. Aber wir treffen uns alle wieder, Monika sogar demnächst in Köln. Sie ist wirklich eine sehr interessante Frau, eine richtige Abenteurerin! Wenn ihr auch mal Lust habt, länger zu segeln und dabei viel über Wale, Delfine und euch selbst zu erfahren, schaut doch mal auf ihrer Seite vorbei www.waleunddelfine.de und www.segelpodcast.com.

Blick auf den gleichnamigen Ort Los Gigantes

Skipperin Monika

Zur Belohnung für meine und Nikis Strapazen zeigten sich kurz vor der Einfahrt in den Hafen dann doch noch einige Tümmler. Eine tolle Fahrt mit wunderbaren, inspirierenden Menschen.

La Gomera in Sichtweite (leider auf dem Foto schlechter zu sehen als in der Realität)

Teneriffas Küste

Unser Boot.

Auch ein schönes Boot!

Der gleichnamige Ort ist ziemlich mit Ferienunterkünften verbaut, nicht unbedingt einen Besuch wert, hätte man nicht von vielen Stellen aus so einen tollen Blick auf die Steilküste.

Hafen von Los Gigantes

La Arena
Ein Ort nahe Los Gigantes mit angeblich einem der schönsten Strände.

Der Strand ist eher klein, aber glitzernd schwarz, sehr feiner Sand in einer schönen von erkalteter Lava umgebenen Bucht.

Außerdem hat man von hier auch Blick auf die Los Gigantes im Hintergrund. Ich chillte hier etwas. Baden war aufgrund des starken Wellengangs verboten.

Der Ort selbst gab bei der Einfahrt und einem kleinen Spaziergang oberhalb des Strandes einen netten Eindruck ab. Je näher man allerdings dem Zentrum kommt, erwarten Einen aber wieder die typischen Touristenbuden.


2 Gedanken zu “Zack-Verliebt…Teneriffas Nordwesten März 2018

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