Art Lake Festival – abgetaucht in eine andere Welt 17.-19.08.2017

Als ich vor einigen Wochen mit meiner To-Do-Liste für Berlin beschäftigt war, also mir die Dinge aufschrieb, die ich vor meinem Umzug noch gerne in Berlin machen möchte, fiel mir auf, dass ich noch nie auf einem Festival war. Und wie schon so oft hatten meine Freundinnen Bettina und Coco irgendwie durch telepathische Gedankenübertragung für sich auch diese Feststellung gemacht und kaum war das Thema angesprochen stand auch schon fest: Wir gehen diesen Sommer noch gemeinsam auf ein Festival. Letztes Wochenende war es dann so weit: Das Art-Lake-Festival.

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Nur ca. 1,5 Stunden von Berlin entfernt in der Niederlausitzer Heidelandschaft am Bergheider See, einem ehemaligen Bergbaugebiet. Wirklich genauer über das Festival erkundigt hatten wir uns nicht, ich konnte mich nur an Fotos aus dem letzten Jahr erinnern, als mir dieses Festival schon einmal zufällig im Internet über den Weg gelaufen ist. Außerdem wurde das Programm auch erst einen Tag vor Beginn bekannt gegeben. Die Musik-Act‘s sagten uns alle nichts, was uns aber nicht störte. Es sollten interessante Workshops angeboten werden, wo wir den ein oder anderen gern besuchen wollten.

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Soviel zur Theorie, tatsächlich sah es dann so aus:

Wir fuhren Donnerstag Spätnachmittag los und benötigten über 2 Stunden Fahrtzeit, hauptsächlich wegen des Verkehrs in und um Berlin. Da wir keinen Autopass mehr bekommen hatten, durften wir nicht mit dem Auto auf das Gelände, sondern mussten außerhalb parken. Es gab genügend Parkplätze und die Einweisung war gut organisiert. Allerdings hieß dies, alles nun selbst zu tragen. Da wir natürlich nicht unsere Ultraleichtzelte dabei hatten sondern etwas geräumigere Zelte, machte sich das natürlich sehr im Gewicht bemerkbar. Dazu Lebensmittel und Getränke für vier Tage und allerhand „Luxus-Camping-Ausstattung“ wie Hocker und Picknickdecken. Gefühlt sind wir mindestens zwei Kilometer gelaufen und das zweimal. Einen Zeltplatz zu finden war gar nicht so einfach. Das Gelände liegt direkt am See, umgeben von Birkenwäldern. Im geschützten Wald stand allerdings viel unter Wasser aufgrund der starken Regenfälle dieses Sommers. Direkt am See, ungeschützt, erschien uns auch nicht attraktiv. Nach einigem Suchen fanden wir dann aber auf der „Hohen Düne“ einen perfekten Platz unter Bäumen. Bei dem Feel-Festival, welches ebenfalls hier stattfindet, ist die Hohe Düne ein Dancefloor, wie wir später erfuhren; zum Glück nicht beim Art-Lake, sonst hätten wir umziehen müssen.

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Unser Zeltplatz

Nach einem leckeren Camping-Abendessen und einem Fläschchen Wein machten wir uns auf, das Gelände zu erkunden. Das Festival selbst beschreibt sich wie folgt:

„Tritt ein in ein Kabinett der Imagination und Virtuosität. Hier trifft Fiktion auf Vision und schafft eine Plattform für Wissensdurstige und Sensationssüchtige. Bunte Installationen, bildgewaltige Illusionen und Street Art schaffen eine neue dreitägige Realität. Lausche, fühle, plaudere und verbiege dich gemeinsam mit anderen bei Lesungen, Workshops, Spielen und vielem mehr.“

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Tatsächlich war das Gelände toll gestaltet, schöne Lichtinstallationen, liebevoll bis ins Detail gestaltete offene Räume. Musik dröhnte aus allen Ecken, hauptsächlich elektronisch. Wir ließen uns in den Bann ziehen, tanzten, staunten, chillten und versuchten irgendwann zu schlafen. Aber genau da war der Haken: 24 Stunden Techno mit Bass ohne Ende. Selbst mit Ohrstöpseln war das Dröhnen nicht zu dämmen. Als wir am folgenden Tag bei Tageslicht das Gelände erkundeten, bestätigte sich der Eindruck vom Vorabend. Wirklich phantasievoll gestaltet.

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Das Wetter spielte glücklicherweise mit und so verbrachten wir ein paar Stunden am See, gingen schwimmen und versuchten durch etwas Dösen ein wenig Schlaf nachzuholen (leider dröhnte auch hier der Bass unentwegt).

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Schon am Morgen war mir klar, dass wir vorzeitig abreisen werden… Der Freitag gestaltete sich weiter wunderschön. Trotz Schlafmangel hatten wir riesigen Spaß, Lachten, Tanzten und genossen die gemeinsame Freundinnenzeit noch einmal ausgiebig.

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Sekt im Zelt bei Regen-hat auch was 🙂
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Nach dem Regen wieder Sonne, nach dem Sekt Rotwein und und und…

 

Das Wetter zeigte sich zwischendurch auch von der Festivalseite, also starke Regenfälle, die unsere Zelte etwas unter Wasser setzten. Aber das gehört ja dazu und so kamen auch endlich unsere Gummistiefel zum Einsatz!

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Samstag chillten wir bis zum frühen Nachmittag, bzw. versuchten es, bei dem immer noch anhaltendem und dazu sehr eintönigem Bass nur schwer möglich. Allerdings stellten wir fest, dass auch die Leute um unsere Zelte herum langsam dieser Musik überdrüssig waren. So legten sie zusätzlich noch eigene Musik auf. Auf einen Workshop haben wir es leider nicht geschafft, wir waren einfach zu kaputt als das wir uns noch auf irgendetwas konzentriert hätten können und am Vortag war die Zeit so verflogen… Noch einen Tag länger durchzuhalten oder sogar zwei ist meines Erachtens nur mit hohem Drogenkonsum auszuhalten.

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Camping-Frühstück

Ich glaube wir waren die einzigen Besucher, die abgesehen von Alkohol, keine Drogen zu sich genommen haben. Trotzdem waren alle Leute sehr nett und offen unterwegs, einige natürlich auch etwas sehr in anderen Sphären. Letztlich waren wir froh, dass wir keinen Autopass mehr bekommen hatten, denn dann wären wir nicht vor Festivalende vom Gelände gekommen.

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Abreise

 

Insgesamt eine tolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte, aber ob ich noch einmal auf ein Festival gehen werde weiß ich noch nicht…

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2 Gedanken zu “Art Lake Festival – abgetaucht in eine andere Welt 17.-19.08.2017

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