​Lombok: Gili T. –  Von Überschwemmungen über Beachbars zum Abschied 6.- 10.4.2017

Es hat fast die ganze Nacht auf Gili Air geregnet und gewittert und als ich mich 7.30 Uhr auf den Weg zur ersten Fähre nach Gili T. aufmachte zeigte der Wettergott erneut, wieviel Wasser er vom Himmel schütten kann. Die Wege waren reinste Gewässer geworden, ich schnell bis auf die Unterhose durchnässt. Aber da es hier nicht wirklich abkühlt war es nicht weiter schlimm. Meine Unterkunft hatte mir ein Frühstückspaket mitgegeben, was ich verspeiste, während ich auf die Fähre wartete. Zwischenzeitlich hatte auch endlich der Regen aufgehört. Die Überfahrt war etwas schaukelig. Problematisch war jedoch der Ausstieg. Die Besatzung hatte die Fähre bei dem starken Wellengang ziemlich weit im Wasser gelassen, so dass ich bis zum Oberschenkel im Meer stand und leider auch mein Handgepäck von einer Welle erwischt wurde. Zum Glück hatte ich Handy und alle anderen elektronischen Geräte in Plastiktüten gepackt. 9.30 Uhr kam ich dann schon bei Paul in meiner „alten“ Unterkunft (Why-Not-Bungalow) an. 
Diesesmal in einem Bungalow für 3, da ich Chris (meine Schweizer Reisebekanntschaft aus Neuseeland) und seine Schwester Angy erwartete. Ich habe den Bungalow direkt über Paul gebucht und er hatte mir einen Rabatt gewährt. So zahlten wir mit Frühstück lediglich 7 € p.P. Nach einem Kaffee ging ich etwas spazieren bis unser Zimmer fertig war. Chris hatte sich noch nicht gemeldet wann er ankommen würde, ich vermutete daher erst nachmittags. Kaum war ich losgelaufen, regnete es erneut wie aus Kannen. Ich flüchtete mich in einige Geschäfte, aber der Regen schien nicht enden zu wollen. Auf allen Straßen mindestens knöchelhohes Wasser. 

Nach einer Stunde machte ich mich auf den Weg zurück zur Unterkunft und kaum dort angekommen, meldeten sich Chris und Angy. Sie saßen bereits in einem Café, also hatten sie doch die erste Fähre bekommen. Wie schön Chris wiederzusehen und Angy kennenzulernen. Leider hörte es den ganzen Tag nicht mehr auf zu regnen, aber ganz tapfer gingen wir trotzdem etwas spazieren, nass waren wir ja sowieso. Auch die Nacht regnete es weiter. Paul war in unserer Unterkunft ständig damit beschäftig das Wasser aus dem Hof zu schöpfen. Er erzählte uns, dass es so stark während der ganzen Regenzeit nicht geregnet hätte. Und der Regen sollte noch 3 Tage anhalten. Wie schrecklich und das auch noch am Ende meines Urlaubs. 

Pituq Café-Sehr gutes Healthy Food

Zum Glück war es aber am zweiten Tag nur wechselhaft, immerhin immer mal wieder trockene Abschnitte. Wir waren lange am Strand, chillten und schnorchelten. Es war ziemlicher Wellengang durch den Wind, was das Schnorcheln etwas anstrengend machte. Auch waren nicht so viele Fische und Schildkröten da, wie bei meinen Wassergängen zuvor, aber zuguterletzt begegneten uns doch noch einige Fische und 2 Schildkröten. 

Wir hatten uns an einer Beachbar niedergelassen und konnten den ganzen Tag die Drogengeschäfte beobachten. Marihuana und Magic Mushrooms bekommt man hier überall angeboten. Der „Dealer“ erzählte uns später, dass er selbst nur rauchen würde, die Pilze würde er nicht essen, da sie verrückt im Kopf machen. Wenn man nicht allein unterwegs ist, ist es doch viel einfacher sich mit den Einheimischen, insbesondere solchen Leuten, zu unterhalten. Witzig war seine Frage nach der Bedeutung von:  „Im Dunkeln ist gut munkeln“. Schon interessant, was manche Touristen den Einheimischen lernen. Den Spruch hörten wir noch öfter, sobald bemerkt wurde, dass wir deutsch sprechen.
Allein (als Frau) wäre ich nicht den ganzen Tag dort geblieben und hätte mich unterhalten. Da hätte ich dann doch unwohl gefühlt. 

Durch das stürmische Wetter sahen die Strände noch schlimmer aus. Unfassbar, wieviel Müll angespült wurde. Erschreckend! In einem Müllberg hinter der Beachbar suhlte sich ein Waran im Müll. 

Mir war bisher gar nicht bewußt, dass es solche Tiere hier gibt, und das soll nach Aussage des Dealers nur ein kleiner gewesen sein. Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich sicher nicht so unbekümmert die Woche zuvor im Dunkeln quer über die Insel gelaufen. Nicht dass die Tiere mir etwas tun würden, aber ich mag sie einfach nicht. Am Spätnachmittag gab es eine Massage für uns 3, damit hatte ich meine beiden Begleiter auch mit dem Massagefieber infiziert. Da es abends trocken blieb stand natürlich der Nightmarket auf dem Programm, einfach gutes lokales Essen. Danach Cocktails bei Livemusik, was für ein stressiger Tag…

Schlemmen auf dem Nightmarket

Der dritte Tag wurde entgegen der Wettervorhersage noch besser, lediglich ab und zu bewölkt. Wir liehen uns Fahrräder aus, um etwas über die Insel zu crusen, hielten an verschiedenen Beachbars und ließen es uns gutgehen. 

Alltägliche Straßenszenen in Hafennähe…

Kunstwerk aus Bintang -Flaschen, dem lokalen Bier

Endlich hatte ich auch jemanden, der Fotos auf den tollen Schaukeln im Meer von mir machen konnte. 

Was für ein schönes Geschwisterfoto.

Etwas körperliche Ertüchtigung hatten wir zumindest beim Aufstieg auf die höchste Erhebung der Insel, 73 Höhenmeter mit Blick über die beiden anderen Gili-Inseln und Lombok. Im 2. Weltkrieg hatte man den Berg als Aussichtspunkt genutzt, die Ruinen der Wachtürme sind noch zu sehen. 

Nach einem schönen Sonnenuntergang radelten wir zurück zur Unterkunft. 

Etwas abenteuerlich, ohne Beleuchtung am Fahrrad und vielen unerwarteten Schlaglöchern auf dem Weg. Eine spaßige Fahrt. Nach einer erholsamen Massage nach dem erneut stressvollem Tag ließen wir den Abend mit einem erneuten Besuch auf dem Nightmarket und anschließendem Flanieren entlang der Strandpromenade ausklingen. 
Unser letzter gemeinsamer Tag begrüßte uns mit traumhaftem Wetter, strahlend blauer Himmel und Sonnenschein. Für den Vormittag hatten wir einen Kurs gebucht, bei dem wir lernten Silber zu einem Schmuckstück zu verarbeiten. Silber wird in Indonesien abgebaut und ist daher vor Ort günstig zu erwerben. Der Kurs dauerte 3 Stunden und kostete inclusive 5 Gramm Silber gerade einmal 24,50 €. Auf jeden Fall empfehlenswert, sehr interessant zu sehen, wieviel Arbeit in einem kleinen Ring steckt und so konnte ich mir ein besonderes Andenken an meine Reise fertigen. 

Letztendlich wurden es sogar 2 schmale Ringe (YIN Jewelery for the Soul).

Den Nachmittag chillten wir am Strand. Zwischenzeitlich war es bewölkt und dadurch nicht mehr so heiß, also gut auszuhalten. Unseren letzten gemeinsamen Abend verbrachten wir erneut auf dem Nightmarket und ließen ihn anschließend bei einem Cocktail ausklingen. 

Hier wird Eiscreme ganz frisch vor den Augen der Käufer hergestellt. Sehr interessant zu beobachten.

Wie schön, dass ich die letzten Tage gemeinsam mit den Beiden verbringen konnte. Obwohl wir uns erst so kurz kennen, war es als wären wir schon immer befreundet. Heute Vormittag ging es für mich zurück mit dem Boot nach Sanur auf Bali, Chris und Angy nahmen die Fähre nach Lombok. 

Der Abschied war irgendwie unwirklich, wie auch die Gewissheit, dass ich an den letzten 1,5 Tagen meiner Reise angekommen bin. Realisieren werde ich das wahrscheinlich erst morgen, wenn ich mich auf den Weg zum Flughafen mache. Wo ist die Zeit nur geblieben? 
Die Rückfahrt nach Bali war etwas verrückt. Zunächst hielt das Boot noch in Gili Air und Lombok bevor es Richtung Bali aufging. Ich genoss die Fahrt an Deck. Sitzplätze waren nicht vorhanden, aber man durfte sich trotzdem dort aufhalten. 

Check in auf’s Boot nach Bali
Zwischenstopp auf Lombok

Eine Gruppe Engländer und Iren beauftragten zunächst einen Mann der Deckbesatzung einen Kasten Bier zu besorgen, was dieser in Lombok dann auch schnell machte. Dann drehte die Besatzung die Musik auf und wir waren plötzlich ein Partyboot. Munter wurde der Kasten Bier getrunken, mehrere Joints geraucht, normale Zigaretten sowieso und eine 1,5 Liter Flasche feiner Bombay Gin vernichtet. 

Immerhin ein Anfang, auch wenn kleine Boote außer Plastik noch Müll im Meer entsorgen dürfen…

Wohlgemerkt waren die Jungs nur zu viert. Die 3 jungen Männer der Besatzung auf Deck feierten schön mit, den Gin haben sie dann aber nicht mehr so gut vertragen (sie waren so begeistert ihn mittrinken zu dürfen, so etwas können sie sich selbst wahrscheinlich nie leisten). Sie tanzten wie die Verrückten und wären beinahe über Bord gegangen. Immerhin boten mir die Jungs von allem etwas an, was ich dankbar ablehnte und entschuldigten sich mehrmals für den Krach und die Deckparty. Ich hoffte nur, dass wir heil ankommen und mein Rucksack beim Abladen nicht ins Meer fällt. 

Mt. Batung Bali

Aber alles gutgegangen, der Rucksack wurde mir von der Besatzung persönlich gebracht und auf meinen Rücken gehievt (ein Privileg, was nur mir zuteil wurde). Als wir anlegten wunderte ich mich allerdings, dass der Hafen von Padang Bay plötzlich so verändert aussah. Wie ich kurze Zeit später herausfand, hatten wir allerdings gar nicht in Padang Bay angelegt (wie gebucht), sondern auf Turtle Island, einige Kilometer entfernt. Für mich war es allerdings ganz gut, da ich mit dem Shuttle bis Sanur nur 20 Minuten statt 1 Stunde benötigte. Die Leute, die in Padang Bay bleiben wollten schauten allerdings nicht begeistert drein. Und so werde ich nun die letzten 1,5 Tage noch in Sanur verweilen. 

Hafen auf Turtle Island

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