​Lombok: Gili Air – Allein im Paradies-Ist das ertragbar? 1.- 5.4.2017

Zwischen den Gilis verkehren öffentliche Fähren zweimal täglich, eine vormittags, eine nachmittags. Die Tickets bekommt man am einzigen noch am Strand stehenden Gebäude am Hafen auf Gili T. Natürlich bieten auch viele Private Überfahrten an, allerdings zum mindestens dreifachen Preis. Nach Gili Air mit Zwischenstopp auf Gili Meno bezahlte ich lediglich 40.000 Rubiah. Da man die Tickets nicht im Voraus kaufen kann, sondern nur am Tag der Fahrt, war ich bereits eine dreiviertel Stunde vor Abfahrt da, da ich nicht wusste, wie voll das Boot werden würde. Ich bekam natürlich ein Ticket und sonnte mich, bis zur Abfahrt. 

Öffentliche Fähre zwischen den Gilis

Erstmals hatte ich keine Unterkunft gebucht, da auf Gili T. auch viele Unterkünfte noch freie Zimmer zur Verfügung hatten. So wollte ich vor Ort etwas suchen und hoffentlich einen günstigeren Preis verhandeln, als booking.com anbietet. Also machte ich mich vom Hafen aus auf den Weg. Die ungefähre Richtung hatte ich mir bereits vorher angeschaut. Präferenz: in der Nähe des Yogastudios und direkt am Strand. Es dauerte lediglich 30 Minuten, bis ich die andere Seite der Insel erreicht hatte, so weit wollte ich gar nicht. 

Unterwegs hatte ich bei vier Unterkünften gefragt und mir die Zimmer zeigen lassen. Eine Präferenz hatte ich bereits, auf dem Rückweg entschloss ich mich jedoch spontan, das teurere Resort zu nehmen. Die Bungalows waren zwar etwas verwohnter, allerdings die einzige Unterkunft mit direktem Meerblick, tollem Strand und verträumten schattigen Lounchliegen. Natürlich immer noch alles sehr günstig. Für 5 Übernachtungen mit Frühstück 123 €, 80 € weniger als Lastminute über booking.com und sowieso viel günstiger als die direkte Internetbuchung. Einfach anreisen und fragen lohnt sich also definitiv. Das Personal war sehr nett und zuvorkommend, ich bekam einen Begrüßungscocktail und so viele Lächeln. 

Hotel Gili Air Resort mit Han’s Reef Bar and Grill

So lässt es sich auch im strömenden Regen draußen aushalten.

Da ich nun schon die halbe Insel abgelaufen war, setzte ich den Rundgang fort. Gesamt braucht man ca. 1 Stunde zur Umrundung zu Fuß. Fahrräder kann man sich natürlich auch leihen, allerdings sind große Teile des Weges lediglich Sand, also eher zu schieben als zu fahren. Zurück konnte ich einmal quer durch die Insel, ungefähr 20 Minuten. Also alles sehr übersichtlich. 

Pferdekutschen am Hafen, ich habe nicht einmal gesehen, dass die Pferde etwas zu Trinken bekamen…

Wie auch Gili T. hatte ich sofort einen guten Eindruck. Gili Air ist quasi wie eine kleine Version von Gili T. Viele schöne Strandbars und -restaurants, jedoch weniger Shops, hauptsächlich die typischen Waren wie Tücher und Schmuck. 

Beachbars laden zu jeder Tageszeit zum Relaxen ein.

Eine Insel zum Entspannen aber immer noch mit der Gelegenheit zum Ausgehen. Und auch hier wieder sehr auffällig die Freundlichkeit der Einheimischen, immer ein Lächeln parat und gerne zu Scherzen bereit.

Schöne Sonnenuntergänge

Endlich die Vulkane von Lombok zu sehen.

Ich war 5 mal beim Yoga in einem offenen Studio am Strand. Hoffentlich kann ich diese Regelmäßig mit nach Hause nehmen…

Mandalablue Yoga

Yoga war hier etwas günstiger, dafür die Massagen geringfügig teurer. Überhaupt ist Yoga in Indonesien vergleichsweise teuer. Für eine Stunde (60-90 Minuten; keine Einzelstunde) bezahlt man zwischen 7 und 11 €, für eine Massage dagegen (60 Minuten) lediglich 5-7 €. 

Über eine Tauchlizenz dachte ich kurz nach. Hierfür benötigt man 3 Tage mit Theorie und mehreren Tauchgängen, entschied mich dann aber doch dagegen. Der Kurs und meine Yogastunden hätten zeitlich nicht aufeinander abgestimmt werden können und irgendwie war ich in eine Trägheit verfallen und machte es, wie alle anderen hier: lesen, essen, trinken, baden, kleine Spaziergänge und immerhin einmal täglich 90 Minuten Yoga. Abends Livemusik oder DJs in den Bars und Restaurants am Strand. 

Good Earth Café, tolles Healthy Food beim H2O-Yogastudio

The Waterfront-Prämiertes thailändisches Essen
The Mexican Kitchen-Grandios! U.a. der Mexican Burger, Chocolate-Cashew-Cake…

Es hat eine Zeit gedauert, aber nun hatte ich mich dieser Art von Urlaub angepasst und konnte es auch genießen. Allerdings musste ich feststellen, dass die Tage auf diese Weise sehr viel schneller vergehen. Beim Wandern ist ein Tag viel länger und dadurch für mich auch sehr viel erholsamer. Man erlebt so viel,  sieht so viel und hat einfach so viele verschiedene Eindrücke. Kein Tag gleicht dem anderen, fast keine Stunde der nächsten. Beim „Strandurlaub“ ist es eher wie „Täglich grüßt das Murmeltier“…

Im Regen tauchte dieser „Ausdruckstänzer“ auf, er hat den Regen weg getanzt…

Daher ist auch weiter nicht viel zu berichten. 

Leider auch hier auf der Insel, entweder solche Ecken oder Feuer, in denen der Müll vor der Haustür verbrannt wird…

Stromausfälle gab es natürlich auch wieder. Ziemlich spannend, im Strandrestaurant plötzlich keine Beleuchtung mehr beim essen zu haben und auch die benachbarten Inseln Meno und Lombok nicht mehr zu sehen, dort auch Stromausfall. Alles stockdunkel.

Fangfrischen Fisch bekommt man fast in jedem Restaurant, gegrillt wird draußen; hier in meinem Resort am Strand

Wie auch auf Gili T. gab es erneut viele Katzen mit kurzen Schwänzen. Ein Einheimischer erzählte aber, dass sie so geboren werden und nicht misshandelt würden. Sogar in der Speisekarte eines Restaurants fand ich einen Hinweis darauf, da schienen wohl doch einige Touristen nachgefragt zu haben. 

Diesem Spa habe ich mich nicht anvertraut…

Obwohl die Regenzeit jetzt im April vorüber ist, regnete es des Öfteren. Das stört bei den Temperaturen aber wenig. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass immer noch sehr wenige Touristen hier sind. Tagsüber war ich oft allein am Pool oder Strand und auch abends waren sehr viele Strandbars und -restaurants leer. Trotzdem spielten Livebands oder es wurden riesige Anlagen für einen DJ aufgebaut, der auch ohne Publikum spielte. Das wirkte teilweise schon etwas seltsam. Ich hoffe für die Betreiber, dass sich ihr Durchhaltevermögen lohnt und die Hochsaison mehr Touristen bringt.

Da ich nun unendlich viel Zeit mit Lesen verbringe, bin ich auf einen interessanten Artikel einer Bloggerin gestoßen, der ich schon lange folge. Und es hat mich sehr überrascht, was sie da schreibt. Es geht darum, wieviel Alleinsein man (v)erträgt. Hier der link zum Artikel: 

https://www.pinkcompass.de/gedanken-zum-allein-sein/

In meiner Vorstellung herrschte bisher das Bild, dass irgendwie alle Alleinreisenden umgehend Anschluss finden und mit zig neuen Freundschaften im Gepäck nach Hause zurückkehren. Manchmal habe ich mich schon fast dafür verurteilt, warum ich eigentlich gar keine Lust hatte, mich unter die Massen zu mischen, in Gespräche einzusteigen…

An Gelegenheiten hat es nicht gemangelt. Aber ich habe mich zu wohl gefühlt, mit mir allein. Hatte gar keine Lust auf oberflächliche Gespräche und auch nicht auf neue Freundschaften. Ich weiß, dass ich in meinem Freundeskreis zu Hause geborgen bin, das wird sich auch nicht ändern, wenn ich lange abwesend bin, dank moderner Kommunikation körperlich zumindest. 

Verrückt, wie bestellt erschien heute dieser Post auf Facebook.

Ich bin davon überzeugt, dass mich die Menschen finden, denen ich begegnen soll und da gab es einige auf meiner Reise und ganz sicher einige ganz wenige, zu denen der Kontakt bestehen bleiben wird. Ich danke Carina für ihre Worte, denn JA, ich bin oft einfach gerne alleine und das schon immer. Und das ist gut so, das bin ICH! 

Nichtsdestotrotz freue ich mich, die nächsten Tage mit meiner neuseeländischen Reisebekanntschaft Chris zu verbringen. Der gute Mix zwischen Alleinsein und Gesellschaft macht es. Mein persönliches Gleichgewicht, das Gleichgewicht, das bei jedem anders aussieht und das jeder für sich finden muss. Wie sieht dein Gleichgewicht aus…Gibt es überhaupt zwei Schalen an deiner Waage…


Ein Gedanke zu “​Lombok: Gili Air – Allein im Paradies-Ist das ertragbar? 1.- 5.4.2017

  1. Richtig interessant und hilfreich zu lesen. Ich freue mich schon auf Lombok und Gili.
    Bis vor kurzem habe ich auch so gedacht wir du, aber jetzt merke ich, dass alleine reisen zumindest in Asien nichts für mich ist. Ich bin sogar am überlegen meine Reise frühzeitig abzubrechen. ..
    Liebe Grüße aus Sri Lanka

    Gefällt 1 Person

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