​Lombok: Gili Trawangan – Sunsets im Turtle-Paradies 29.3.- 31.3.2017

Der Tag der Stille ging bei schönstem Wetter am Pool dann doch schnell herum und am folgenden Tag wurde ich auch pünktlich von meinem Shuttlebus an meiner Unterkunft abgeholt. Wir fuhren ca. 1 Stunde bis Padang Bay, stoppten vor dem Hafen noch am Büro des Bootanbieters und bekamen unsere endgültigen Tickets ausgestellt. Da wir hier einen kurzen Aufenthalt hatten und einige Geldautomaten in der Nähe waren, versuchte ich noch Geld zu ziehen. In Sanur musste ich nämlich vormittags feststellen, dass die Geldautomaten immer noch nicht wieder in Betrieb genommen worden waren. In Padang Bay klappte es dann glücklicherweise beim 4. Automaten, allerdings wieder nur mit der Möglichkeit bis 2.500.000 Rubiah abzuheben. Immerhin schon mal besser als nichts, ich legte meine Hoffnung dann auf die Automaten auf den Gilis (und ja, hier gab es funktionierende ATMs). Am Hafen angekommen, das absolute Chaos.

Hafen von Padang Bay

Hunderte Menschen, keiner wusste so wirklich wohin. Dazwischen die nervigen Verkäufer, die wirklich lästig wurden. Nach einer Stunde Wartezeit mit Gepäck in der Hitze zwischen unzähligen anderen Touristen eingequetscht, kam endlich mein Boot. Allerdings musste es erst tanken. Das hieß, es wurden zig Kanister auf das Boot getragen, das Boot fuhr aus dem Hafen, um von Hand die Kanister in den Tank zu kippen und nach einer weiteren Stunde Wartezeit kam es endlich zurück und ich durfte eincheken. Die Fahrt war entgegen vieler Abgaben im Internet sehr ruhig, kaum Wellengang. Man hatte herrliche Sicht auf Bali und kurz vorm Ziel auf die 3 Gili-Inseln und vor allem das tolle Panorama von Lombok, wozu die Gilis gehören. 

Blick auf Lombok
Gili Trawangan in Sicht

Die Ankunft auf Trawangan war sehr interessant. Hier gibt es nämlich keinen Bootsteg, man steigt direkt am Strand aus und muss aufmerksam sein, wann das eigene Gepäckstück abgeladen wird, damit es nicht im Wasser geparkt wird. 

Direkt auffällig: schöner feinkörniger Sandstrand. 

Ich lief zu meiner Unterkunft, ein schöner kleiner gemütlicher Bungalow mit Aussenbad. 

„Why Not“ Bungalow

Paul, der Vermieter, war sehr zuvorkommend. Ich bekam eine große Baststrandmatte und Schnorchelausrüstung gratis und viele Tipps zur Insel, insbesondere zu den besten Spots um die Schildkröten zu sehen, von denen es hier viele direkt in Strandnähe geben soll. 

Nach einem Spaziergang an der Strandpromenade bestätigte sich mein erster Eindruck. Eine sehr schöne chillige Insel. Auch wenn Gili T., wie sie hier von allen nur genannt wird, als Partyinsel verschrien ist, gibt es genügend Plätze zum Entspannen. Selbst die „Partymeile“ fand ich nicht zu schlimm, allerdings ist momentan aber auch noch Nebensaisson und viele Unterkünfte frei. In den letzten Wochen mussten alle Häuser abgerissen werden, die direkt am Strand standen, daher hat man jetzt eine richtige Promenade mit tollem Strandlick und Sicht auf Lombok und Gili Meno und die Restaurants können den freigewordenen Platz als Aussenbereiche nutzen. Besonders abends wird alles romantisch beleuchtet und es werden viele Lagerfeuer am Strand entfacht. Dazu immer wieder Livebands von Launchmusik über Reggae, bis hin zu DJs mit Partymusik. Für jeden etwas dabei und wirklich sehr schön. 

An einigen Stellen sind noch die Reste der Grundmauern der ehemaligen Gebäude zu sehen, aber diese werden auch noch verschwinden. 

Der Strand ist grundsätzlich schön, nur aufgrund der extrem vielen abgestorbenen Korallen ist es zum Teil schwierig ins Wasser zu gehen. Hier wären Badeschuhe ganz gut. Man findet aber auch bessere Zugänge, einfach ein paar Meter laufen.

Das Wasser ist sehr warm und über große Strecken nicht sehr tief. Schnorcheln ist hier ein Muss, die Ausrüstung kann man alle paar Meter am Strand leihen, wenn man keine eigene dabei hat. Schildkröten sind vor allem während der Flut in direkter Strandnähe zu entdecken, da sie kommen, um das Seegras zu fressen. Es gibt hier auch eine Aufzuchtstation, die man kostenlos besichtigen kann. Sobald die Babyschildkröten groß genug sind, werden sie ins Meer ausgesetzt. 

Turtle-Aufzuchtstation

Bei meinem ersten Schnorchelgang konnte ich zwar unzählige tolle bunte Fische sehen, aber keine Schildkröte. Beim zweiten allerdings die Überraschung. Unzählige Schildkröten, immer wieder neue. Sogar eine riesige, die mindestens 1,5 Meter groß war. Die meisten anderen waren zwischen 50-100 cm. Ein unwahrscheinlich schönes Erlebnis mit ihnen zu schwimmen. Sie stören sich nicht an einem und man kann sie theoretisch anfassen, was ich aber nicht wollte.

Leider sind die Korallen kaum noch bunt, anscheinend sind tatsächlich fast alle tot, was ich auch schon in anderen Blogs gelesen hatte.

Extrem positiv hier: kein motorisierter Verkehr. Hier verkehren hauptsächlich Pferdekutschen, wobei mir die artgerechte Haltung der Pferde fraglich erscheint. Ansonsten kann man überall Fahrräder ausleihen. Allerdings habe ich auch erste Elektroroller entdeckt und hoffe, sie halten nicht vermehrt Einzug auf die Inseln. Statt streunenden Hunden gibt es Katzen, auch angenehmer. Anfangs dachte ich, einige hätten ihren Schwanz eingebüßt, bis ich feststellte, dass alle Katzen hier viel kürzere Schwänze haben. Also gehe ich davon aus, dass es eine andere Rasse ist und ihnen niemand die Schwänze stutzt. Obwohl, gerade als ich das schreibe, läuft eine Katze mit normalen Schwanz vorbei… 

Ebenfalls gibt es schöne Geschäfte und Boutiquen, Restaurants und Cafés und nicht teurer als auf Bali, ausser Wasser. Zweimal war ich abends auf dem Nachtmarkt essen, viel frischer Fisch zu günstigen Preisen. Hier kann man gar nicht alles essen, was einen anlacht. Sehr empfehlenswert. 

Nachtisch am Strand

Essen mit Strandlick und guter Livemusik

Übrigens finde ich die Verkäufer hier nicht ganz so aufdringlich, wie auf Bali. Insbesondere in den Geschäften wird man in Ruhe gelassen, bis man selbst Hilfe erbittet. Auch empfinde ich die Menschen hier freundlicher. Man wird ständig gegrüßt, angelächelt und auch mit einem Lächeln verabschiedet, wenn man nichts gekauft hat. Ich bin übrigens sehr stolz auf mich, ich werde langsam mutiger und besser beim Handeln! Und: Als ich am Strand beim Sonnenuntergang von einem Einheimischen angequatscht wurde unterhielt ich mich nett und als er nach einiger Zeit fragte, ob ich einen Freund hätte, bejahte ich das natürlich ausdrücklich. Nach einer weiteren viertel Stunde verabschiedete er sich… Humor wird auch großgeschrieben. So rief mir ein Einheimischer „Transport, Transport?“ hinterher. Als ich mich umdrehte um dankend abzulehnen, fuhr er mit einer vollen Schubkarre mit Bauschutt herum. Wir lachten herzlich und wechselten ein paar Worte. Die wissen schon, was die Touristen nervt…

Tja, auch das Thema Müll ist ein großes Thema. Die Strände sind größtenteils sauber, werden allerdings auch täglich gereinigt (von den angrenzenden Hotels und Restaurants). Im Inneren der Insel sieht man aber schon Erschreckendes. Mindestens ein Mal pro Woche finden freiwillige Inselsäuberungen statt. Anders als in Canggu beobachtet, beteiligten sich hier auch einige Einheimische. 

Die Sonnenuntergänge mit Blick auf Bali waren unvergleichlich. Obwohl sie auf der gegenüber liegenden Seite der Insel waren, nahm ich die Spaziergänge gerne in Kauf. Für den Rückweg hatte ich ja vom Wandern noch meine Stirnlampe dabei. 

Natürlich habe ich auch wieder mehr als eine Massage genossen, ich weiß gar nicht, wie ich darauf wieder verzichten soll. Morgen wechsel ich die Insel und besuche Gili Air. Dort werde ich auf jeden Fall wieder mit Yoga anfangen, das ist ja in Sanur und auf Gili T. zu kurz gekommen. 

Auf jeden Fall habe ich jetzt doch noch ein kleines Paradies gefunden, indem ich mich wohlfühle.


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