​Bali: Sanur – Versöhnung mit Bali und erste Zeremonien vor Nyepi (Neujahr) 25.3.-27.3.2017

Samstag besuchte ich morgens noch meine letzte Yogastunde im tollen Desa Seni, obwohl mir alles wehtat, Muskelkater in der tiefliegenden Muskulatur. Erneut versuchte ich mein Glück mit der „Grab a Taxi“-App und bekam auf Anhieb einen Fahrer für 79.000 Rubiah (statt 300.000 Rubiah für ein Taxi über die Unterkunft), um mich nach Sanur zu bringen. Ich wartete 15 Minuten bei über 30 Grad und gefühlten 100% Luftfeuchtigkeit an der Straße, aber der Fahrer tauchte nicht auf. Also ging ich zurück zur Unterkunft, die ca. 70 Meter von der Straße zurückversetzt lag, um nochmals WLAN zu haben. Tatsächlich eine Nachricht über die App, dass der Fahrer die Fahrt storniert habe. Toll! Also versuchte ich es erneut und bekam einen anderen Fahrer zugewiesen, der dann auch auftauchte. 

Schöner Hauseingang in Sanur

Die knapp 15 Kilometer kurze Fahrt dauerte ewig, extrem viel Verkehr, typisch Bali und durch die touristischen Orte wie Kuta riesiger Stau. Meine Unterkunft in Sanur (Pondok Narita) war bisher die teuerste, da Sanur an sich teurer ist und ich diesmal mitten im Zentrum und in Strandnähe wohnen wollte und dazu auch noch einen Pool präferierte. Das Zimmer war großzügig, etwas älter, dafür lag es direkt am schönen Pool und tatsächlich war ich in 5 Minuten am Strand. 

„Pondok Narita“

Als ich nach meiner Ankunft einen Spaziergang durch den Ort machte, war ich positiv überrascht. Hier gab es doch tatsächlich Gehwege und diese auch in einem vergleichsweise guten Zustand. Nette Restaurants und Caffès, ansprechende Geschäfte und etwas weniger Verkehr als in den anderen Orten die ich bisher gesehen hatte. Nachdem ich dann zum Strand ging stand fest: Bali versucht sich mit mir zu versöhnen. 

Eine kilometerlange Strandpromenade (wie ich zwischenzeitlich erfuhr, die einzige in Bali) ohne lauten Verkehr, gemütliche Strandbars und Restaurants, schöne Badebuchten und vor allem die vielen wunderschönen bunten Boote. Hier kam wirklich Urlaubsfeeling auf. Strömung ist hier aufgrund des vorgelagerten Riffs und der Wellenbrecher nicht vorhanden, dafür kann man die vielen Fischer, die im Meer stehen beobachten. 

Alles wirkte viel ruhiger und entspannter. Die bisherige Unruhe und Hektik war verschwunden. Ein ganz anderes Bali. Natürlich nervten die fliegenden Händler und Strandmasseure manchmal, aber das gehört ja bei fast jedem Urlaubsort am Strand dazu. Trotz vieler größerer, aber sehr schöner Hotelanlagen hier, waren die Strände fast leer. Sollte sich das in der Hochsaisson ändern, wird es wohl auch mit der Ruhe vorbei sein.

Bei meinem ersten Strandbesuch hatte ich das Glück genau in eine der Neujahrsprozeduren der Balinesen hineinzugeraten.

Es war die Melasti-Zeremonie (3 Tage vor Nyepi=Neujahr), bei der heilige Objekte (Arca, Pratima und Pralingga) aus den Tempeln in einer Prozession zur nächsten Wasserstelle gebracht werden (Meer, See oder Fluss), wo die Statuen gereinigt werden (durch die Kraft des Wassergottes Baruna). 

Tieferer Sinn der Zeremonie ist die Reinigung der Natur, aber auch die Amerta (Quelle des ewigen Lebens) aus dem Wasser zu gewinnen. Hunderte Balinesen trafen sich traditionell in weiß und gelb gekleidet am Strand, beteten und legten Opfergaben ans Meer. Sehr beeindruckend. 

Die gesamten Feierlichkeiten hielten bereits seit der letzten Nacht in Canggu an. Sobald die Sonne untergegangen war, wurde mit Trommeln und Rasseln überall laut musiziert und gefeiert (hauptsächlich in den Tempeln, die hier alle paar Meter zwischen den Häusern sind und in Sanur natürlich direkt neben meiner Unterkunft), leider die halbe Nacht lang und ein ruhiges Plätzchen war nicht mehr zum Schlafen auffindbar, aber davon ließ ich mich nicht stören. Bräuche gehören bei einer anderen Kultur nun einmal dazu, da kann ich mich gut anpassen. 

Kokosnuss im Byrdhouse Beach Club-sehr unfreundliches und unaufmerksames Personal, obwohl nichts los war  (im Hintergrund die Zeremonie, nicht alles Gäste), schien es ihnen zuwider gewesen zu sein, dass ich nachmittags nur eine Kokosnuss geordert hatte; dann auch noch die teuerste bisher und noch nicht einmal mit Eis serviert…
 

Warung Coconut Tree – sehr empfehlenswert, gutes preiswertes Essen in schönem Ambiente

Mein beiden folgenden Tage begannen verregnet, aber da es trotzdem warm war, machte ich es mir auf meiner Terasse gemütlich und begab mich in einen Massagesalon. Ähnlich wie in Ubud hier wieder alle paar Meter und sogar preiswerter. Gegen Mittag hörte der Regen auf und weiteren Erkundungstouren stand nichts mehr im Wege. 

Yoga für Anfänger, irgendwann soll der Fuß mal den Kopf berühren, macht aber auch so Spaß…
Bread Basket-sehr empfehlenswert, tolles Brot und Gebäck, frisches Sandwich nach eigenem Wünschen (auch zum mitnehmen); gemütlich und günstige Preise

Warung Anna-empfehlenswert, authentisches indonesische Essen, sehr familiär und sehr preiswert (mit Suppe, Hauptspeise, frisch gepresstem Saft 4,80 €)

Eine nette Begegnung hatte ich. Bei einem Strandspaziergang lernte ich Pascal kennen. Er ist Anfang der 80er Jahre von Deutschland über Frankreich nach Portugal ausgewandert und vermietet Ferienwohnungen an der Algarve. Vielleicht setzten wir unser Gespräch demnächst im schönen Portugal fort, wer weiß…

Übrigens hatte ich auch ein paar grenzwertige Begegnungen mit Hunden, sowohl in Sanur als auch schon in Canggu und Ubud. Meistens liegen sie irgendwo harmlos herum und schlafen, aber manchmal, vor allem wenn es dunkel ist oder in nicht allzu überlaufen Straßen, kommen sie schon mal angerannt, kläffen und zeigen ihre Zähne. Da ist mir wirklich ein paar Mal mulmig geworden. Ich habe mir keine Angst anmerken lassen und bin weitergegangen. Nach ein paar Metern, die sie mir gefolgt waren, sind sie dann stehen geblieben und haben nur noch gebellt. Irgendwie scheinen sie sich manchmal daran zu erinnern, dass sie ein Revier haben und meinen dies plötzlich verteidigen zu müssen. Da Tollwut nicht selten in Bali ist, kein Spaß. 

Nach meinem Aufenthalt in Sanur werde ich auf die Gili Inseln fahren. Sie werden fast überall als Highlight angepriesen, wobei ich aber auch ein paar kritische Blogbeiträge gefunden habe. Ich habe mich aber dennoch dazu entschieden, da es dort keinen motorisierten Verkehr gibt. Sicherlich ganz angenehm für die letzten Tage meiner Auszeit. Ein Boot dorthin zu bekommen war für den ersten Tag nach Neujahr etwas schwierig, da hohe Nachfrage herrschte (angeblich) und sich die Abfahrten verspäteten. In meiner Unterkunft verlangten sie für Hin-und Rückfahrt gemäß dem Prospekt des Boottransfers 1.200.000 Rubiah, ein Anbieter am Hafen bot mir die Fahrt für 750.000 Rubiah an und nach einer Nachfrage bei einer Freundin, die vor ein paar Wochen gefahren ist, ging ich abends mutig an eine der vielen Touristenbuden und wollte einen günstigeren Preis verhandeln. Der Mann freute sich, da ich die erste Kundin an diesem Tag war. Er zeigte mir ebenfalls das bekannte Prospekt und meinte, ich solle ihm einen fairen Preis vorschlagen. Also schlug ich 600.000 Rubiah vor und er meinte, wenn ich sofort buchen würde, würde er einschlagen. Das hat mich dann doch überrascht. Konnte es so einfach sein? Ich schlug ein, da ich einfach ein gutes Gefühl hatte. Er war sehr freundlich und telefonierte zweimal mit dem Anbieter, ob die Fahrt auch wirklich stattfinden würde, gab mir seine Handynummer. Es wirkte alles sehr verlässlich und er hat sich so herzlich gefreut und bedankt. Auch falls ich abgezockt wurde, finde ich es ist trotzdem ein fairer Preis. Allerdings fanden alle angebotenen Fahrten ab Padang Bay statt, wohin man kostenlos gebracht wird (Abholung an der Unterkunft) und auch anschließend wieder zur nächsten Unterkunft in Bali gebracht wird. 

Die Freundin ist direkt von Sanur aus gefahren, davon wollte aber keiner mehr etwas wissen oder man musste einen Umweg über Lembognan und Lombok auf sich nehmen. Mein Ticket hat eine offene Rückfahrt. Man muss lediglich einen Tag vor der Abreise zum Fährableger und sich auf die Liste setzten lassen. Ich hoffe, dass alles klappt…

Sonnenuntergang in Sanur


2 Gedanken zu “​Bali: Sanur – Versöhnung mit Bali und erste Zeremonien vor Nyepi (Neujahr) 25.3.-27.3.2017

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