Bali: Ubuds Umland – Relaxt auf dem Roller zwischen Reis und Tempeln 17.3.2017

Mein Fahrer Wayan holte mich direkt an meiner Unterkunft ab und zu meiner Überraschung war er traditionell gekleidet, dass machte den Ausflug noch authentischer. Sein Mofaroller bereitete mir anfangs Bedenken, da er scheinbar fast auseinanderfiel, aber selbst die steilen Berge schaffte er es uns hinaufzufahren, wenn auch so langsam, dass man uns locker zu Fuß hätte überholen können. Ich überließ Wayan, wohin wir fuhren, da ich nicht wirklich unbedingt an etwas Speziellem interessiert war. Nachdem wir dem chaotischen Stadtverkehr entkommen waren, fuhr Wayan hauptsächlich kleine Nebenstraßen durch Reisfelder, auf denen fast kein Verkehr war. Zwei Autos hätten sich hier auch nicht begegnen dürfen. Die Fahrt war sehr entspannt und ich konnte die schöne Umgebung auf mich wirken lassen. 

Reisbauern, die sich freuen fotografiert zu werden

Den ersten größeren Stopp machten wir am Pura Tirtha Empul Tempel, dem Tempel des heiligen Wassers. 

Ein Tempel, bei dem man sich unter verschiedene Wasserstrahlen, die aus der dortigen Quelle gespeist werden, stellen muss um gereinigt zu werden, sowohl äußerlich, als allerdings vielmehr auch innerlich. Die Zeremonie kann jeder mitmachen, auch Touristen. Ich verzichtete darauf, da ich nicht mit nasser Kleidung weiterfahren wollte. 

Sarong tragen ist Pflicht, auch für Männer

Darüberhinaus ist in dem Tempel die Quelle auch zu sehen, wie sie aus dem Erdreich blubbert. 

Sie wird vermutlich direkt von einem der großen Vulkane gespeist und versiegt selbst in Zeiten größter Trockenheit nicht. Fällt man hinein, wird man im wahrsten Sinne von der Erde verschluckt, über 100 Meter wird man in die Tiefe gezogen und nie wieder gesehen. 

Der Tempel war gut besucht, aber Wayan führte mich an den Touristenschlangen vorbei durch Seiteneingänge. Das ist natürlich ein Vorteil, wenn man einen eigenen einheimischen Giude hat. Auch warnte er mich davor, nichts zu kaufen, da hier alle angebotenen Waren auf dem angeschlossen Markt teuer und minderwertig seien. 

Als nächstes fuhren wir zu einer Holzschnitzerei, einer sehr berühmten, die schon mehrfach prämiert wurde. Unglaublich, was die Männer hier kunstvoll schnitzen. 

Wir besichtigten den Ausstellungsraum in Ruhe. Danach durften wir noch in den privaten Bereich gehen, wo Veranstaltungen abgehalten wurden. Wayan führte mir die traditionellen Musikgeräte vor. 

Da ich mir die Tegallalang Reisterassen noch einmal etwas entspannter ansehen wollte, fuhren wir als nächstes dorthin. 

Hier sind zwar viele Touristen, aber es sind die einzigen Terassen, durch die man gemütlich spazieren kann. Wayan setzte mich ab und gab mir alle Zeit der Welt zum Erkunden. Ich stieg hinab, hinauf, rechts rüber, links rüber. Wirklich beeindruckend. 

Was allerdings die schöne Atmosphäre verdirbt, unabhängig von den anderen Touristen, ist die „Abzocke“ zwischendurch. Es wird kein Eintritt verlangt, aber alle hundert Meter werden Spenden verlangt, für die Wege, dann für den Eigentümer, dann für keine Ahnung was. Und man muss spenden, sonst wird man nicht weitergelassen. Auch die Höhe der Spende wird genauestens geprüft und wenn es zu wenig ist, muss man nachzahlen. Was hat das denn bitte noch mit Spenden zu tun? Dann sollte einfach Eintritt verlangt werden. Auch stehen zwischendurch Frauen und Männer bereit, die dann gegen Geld traditionelle Geräte aufnehmen und man dies fotografieren darf. Unfassbar! An den normalen Reisterassen im Umland freut man sich, wenn man fotografiert wird, verlangt sogar danach, natürlich kostenlos. 


Wayan erzählte viel während der Fahrt,  verstanden habe ich allerdings nicht alles. Getreu meinem Motto „Lächeln und nicken“ landete ich dann auf einer Schmetterlingsfarm (Kemenuh Butterfly Park). Na Klasse. Gar nicht meins, eingesperrte Tiere und dann noch Insekten…

Dazu war der Eintritt eine Frechheit, viel zu teuer. Aber da ich schlecht nein sagen kann und irgendwie Wayan auch nicht enttäuschen wollte, der sich freute, mir etwas Besonderes zeigen zu können, tat ich mir den Besuch an. Ja, schöne Schmetterlinge, aber muss ich nicht haben. 

Danach hielten wir am Pengumuman Tempel. Schön dekoriert. Hier zahlt man keinen Eintritt, sondern eine Spende. Diese muss man aber mit seinem Namen anschließend in ein Buch eintragen. Ich wusste gar nicht,  wieviel ich gegeben hatte, hatte einfach meine ganzen kleinen Scheine rausgesucht. Allerdings wird man so genau beobachtet, dass mir der Herr, der das Buch beaufsichtigte ganz genau sagen konnte wieviel es war. Wieder einmal unmöglich! 

Im Übrigen zur viel angepriesenen Freundlichkeit der Balinesen: lächeln und freundlich sind sie immer, wenn es etwas zu verdienen gibt. Ist dem nicht so, ist das Lächeln aber ganz schnell vergessen. Auch im Hinterland wurde ich selten unterwegs angelächelt. Vielmehr hatte ich das Gefühl, man beäugt mich wie einen nervigen Eindringling. Nach dem Tempel hielt Wayan an einer Schmuckfabrik. Dass wir über solch einen Stopp gesprochen haben war mir nicht bewusst. Dort wurde Silberschmuck hergestellt. Eine Frau zeigte und erklärte mir den Herstellungsprozess und dann wurde ich in den riesigen Verkaufsraum geführt. Wieder so eine Aktion, die ich überhaupt nicht mag. Ich wurde quasi genötigt etwas zu kaufen, also tat ich das auch, mein „nein-sagen-Problem“. Als wir fuhren, sagte ich Wayan auch,  dass es doch ein sehr teurer Ausflug sei. Er meinte jedoch, dass ich hochqualitative Ware direkt vom Hersteller erworben hätte und keinesfalls zu viel bezahlt hätte. Wer weiß…Er wollte noch zu weiteren Orten fahren, aber ich hatte genug gesehen, konnte kaum mehr etwas aufnehmen und hatte auch einfach keine Lust mehr, vor allem keine Lust noch mehr Geld auszugeben. Ausserdem wurde der nette lustige Wayan auch immer anzüglicher und aus seinen anfänglichen Scherzen wurde irgendwie doch Ernst. Das Problem ist einfach, dass hier alle anscheinend ein Sprungbrett in den Westen in einem sehen. Anfangs erzählte er mir noch,  dass die meisten Touristen immer so streng schauen und sich nicht interessiert auf einen einlassen oder Scherze verstehen. Daher sei es sehr angenehm mit mir zu fahren. Aber was hatte ich dann davon? Bei dem abschließenden Essen in einem Warung, wo es keine Touristen gab (Preis für 2 Essen mit Suppe und Getränken 5 €), meinte er mir versprechen zu müssen, dass er, wenn ich wiederkommen würde noch viel besser englisch sprechen würde und plötzlich waren seine Scherze und das Lächeln verschwunden und er versuchte intensiven Blickkontakt herzustellen. Schrecklich!!! 

Grundsätzlich ein schöner und interessanter Ausflug, aber ich war froh, als er mich wieder abgesetzt hatte. Nochmals werde ich wohl solche Ausflüge aufgrund dieser Erfahrung nicht machen, zumindest nicht alleine als Frau. Da ich ja Probleme mit dem Nein-Sagen habe, war ich immerhin sehr stolz auf mich, dass ich ihm klarmachen konnte, dass ich zurück will und am nächsten Tag keinen weiteren Ausflug machen möchte.


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