Bali: ​Fahrradtour durch das Hinterland von Ubud – klitschnass im Reisfeld 16.3.2017

Im Homestay wurden mir einige Flyer mit Touren in die Hand gedrückt, die ich direkt über meinen Vermieter buchen konnte. Die „Downhill Cycling Tour“ vom Anbieter Bali Breeze hörte sich interessant an, also entschied ich mich, die Tour mitzumachen. Ich wollte einen Eindruck vom Umland Ubuds bekommen, sehen, ob es sich lohnt, irgendwo später selbst ein Fahrrad auszuleihen und vielleicht ein paar andere Touristen kennenlernen.
Ein kleiner Bus holte erst mich direkt an meiner Unterkunft ab, bevor noch 5 weitere Gäste aus Holland, Dänemark und Schweden eingesammelt wurden. Weiter ging es dann aus Ubud heraus ins Hinterland. Auch hier fast alles zugebaut und viel Verkehr auf den Straßen. Einen kurzen Stopp legten wir an den schönen Tegallalang Reisterassen ein, allerdings nur für ein Foto, Zeit für einen Spaziergang war nicht vorhanden. 

Tegallalang Reisterassen

Anschließend besichtigten wir eine Kaffee-Tee- und Kakaoplantage, auf der unter anderem der teuerste Kaffee der Welt, der Luwak Kaffee, hergestellt wird.

Für die, die es nicht wissen, muss ich den Herstellungsprozess kurz beschreiben, wirklich interessant. Wilde Luwaks, katzenähnliche Tiere, allerdings Vegetarier, fressen die reifen, roten Kaffeekirschen. Sie suchen sich allerdings nur die besten und reifsten Kirschen heraus. Verdauen können sie nur das Fleisch der Kaffeekirsche, nicht die Bohnen. Diese werden unverdaut wieder ausgeschieden. Die Kaffeebauern sammeln den Katzenkot ein. Die Bohnen werden gesäubert und geröstet, dann gemahlen. Sie werden also wie normaler Kaffee weiterverarbeitet. Im Darm fermentiert der Kaffee und erhält so sein besonderes Aroma. 

unten Mitte Kaffeetrauben, unten rechts Kakaobohnen

Der Kaffee wird auch als „Braunes Gold“ bezeichnet. Weltweit wird er für bis zu 300 Euro pro Kilo verkauft, eine Tasse kann schon mal bis zu 50 Euro kosten. Ich habe für 3,50 € eine Tasse probiert. Sieht aus wie Kaffee, riecht wie Kaffee, schmeckt wie Kaffee. Gut und mild, aber einen wirklichen Unterschied zu anderem guten Kaffee kann ich nicht feststellen, die anderen in unserer Gruppe auch nicht. Wir konnten bei der Plantage auch noch viele weitere Getränke testen, wie Vanillekaffe, Kokosnusskaffee, Safran- oder Ginsengtee. 

Natürlich kann man dann im Shop der Farm alles kaufen (auch den Kopi Luwak für 20 € pro 100 Gramm). Das ist dann der Grund, weshalb ich solche Ausflüge eigentlich nicht buche, zusätzliche Verkaufsveranstaltungen. 

Schlafender Luwak, sie sind nachtaktiv.
Bienennest

Weiter ging unsere Fahrt dann immer aufwärts bis zu einem Restaurant, in dem uns Omelett serviert wurde, mit phantastischen Blick auf den Vulkan Mount Batur und den Batur Lake. 

Hier war dann auch der Ausgangspunkt für die Fahrradttour. Ich hatte mich schon gewundert, im Flyer war nämlich angegeben, dass die Tour vom Mount Batur hinuntergeht, ohne Angabe, dass man diesen ja erst einmal besteigen müsste. Dass es nur um den Blick auf den Vulkan geht, wurde verschwiegen. Die Mountainbikes waren nicht wirklich verkehrssicher und auch nur zum Teil wirklich fahrbar. Da die Tour nur bergab ging war es nicht schlimm, dass Gangschaltungen nicht funktionierten. Wichtig waren nur die Bremsen. Bei einer Teilnehmerin sprang sofort die Kette herunter. Kaum war das wieder in Stand gesetzt, fiel die Hälfte der Zahnräder ab und die Kette riss. Zum Glück fuhr das Auto mit den Ersatzrädern hinter uns, die wussten wohl warum. 

Die Radtour selbst führte nach ein paar Minuten von der stark befahrenen Hauptstraße in ruhigere Seitenstraßen tatsächlich immer bergab. Lediglich zweimal ging es bergauf, allerdings so steil, dass alle schieben mussten. Wir fuhren vorbei an Reisfeldern, Obst-und Gemüseplantagen. 

Wirklich schön, bis plötzlich der Regen einsetzte. Es schüttete wie aus Eimern, die Straße wurde innerhalb von Minuten zum Fluss. Wir stellten uns ca. 40 Minuten an einen Haus unter, dann ließ der Regen langsam nach. 

Nach kurzen Stopps an einem Tempel und bei Männern, die mit Holzschnitzereien beschäftigt waren kehrten wir zum späten Mittagessen bei einer Familie ein, bei der traditionelles balinesisches Essen serviert wurde. 

Zum Abschluss führten vier kleine Mädchen einen traditionellen Tanz auf, wirklich süß. 

Auch wenn ich mir mehr erwartet hatte (zu richtiger Bewegung soll ich auf Bali anscheinend nicht kommen), war der Ausflug interessant und für 28 € kann man nichts falsch machen. Selbst ein Fahrrad auszuleihen kommt bei den Bergen, abgesehen von dem Verkehr, allerdings nicht in Frage.


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