Drei Monate Neuseeland – Die richtige Entscheidung? 

Ich kann es immer noch nicht ganz glauben, aber es sind tatsächlich schon drei Monate vergangen. Die Zeit kommt mir so kurz vor, doch wenn ich mir die Fotos anschaue und meinen Blog selbst nochmals lese, muss ich sagen, dass ich so viel erlebt habe. Eine Reise, die ich sicher nicht so schnell vergessen werde und Erinnerungen, die mich noch lange begleiten werden.

In Neuseeland bin ich von der abwechslungsreichen, zum Teil atemberaubenden Landschaft nicht enttäuscht worden. Hierauf lag mein Hauptaugenmerk. Daneben bietet Neuseeland aber auch einige schöne Städte. Ich bin bisher noch nie so vielen freundlichen und hilfsbereiten Menschen begegnet. Unabhängig von der Bereitwilligkeit Tramper mitzunehmen, bin ich immer noch davon beeindruckt, dass man ganz selbstverständlich seine Isomatte für mich opferte, um einen Sohlenersatz für meine Schuhe zu basteln, bzw. ganz auf die eigenen Innensohlen verzichten wollte, um mir zu helfen. Von ähnlichen Erfahrungen können auch viele weitere Reisende berichten, die ich unterwegs getroffen habe (zumindest die Wanderer unter ihnen). Ich hoffe, dass ich selbst davon etwas mit nach Hause nehmen kann. 

Grün-der von mir gelaufene Teil auf dem Te Araroa, Rot-wo ich mich noch aufgehalten habe (und dazwischen auf den Fahrten viel gesehen)

Kostenmäßig ist Neuseeland teuer, sei es, wenn man Essen gehen möchte, Alkohol konsumiert, aber auch bereits die Grundnahrungsmittel haben einen hohen Preis. Unterkünfte, abgesehen von Hostels, sowieso. 

Es gibt fast überall, an manchen touristischen Orten übermäßig, viele Asiaten. Grundsätzlich kein Problem für mich, aber leider habe ich weniger gute Erfahrungen mit ihnen gemacht. Sie sind sehr distanziert, bleiben unter sich und im Gegensatz zur Freundlichkeit der Neuseeländer verkörpern sie oft die Unfreundlichkeit. So wurde ich wiederholt in Bussen schwer angerempelt, von Rucksäcken eingequetscht, absichtlich und ohne auch nur einen Gedanken an eine Entschuldigung oder auch nur ein freundliches Lächeln zu verschwenden. Das man einfach meinen Tisch einnahm und mich nicht mehr an mein Essen ließ, um eine Fotosession abzuhalten hatte ich bereits erwähnt, aber die Krönung war für mich, als der Flug und die Wanderung zum Gletscher aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse abgesagt wurde. Eine Gruppe Asiaten beschwerten sich unangemessen und bestanden auf die Tour. Unfassbar, der Anbieter war immerhin auf unsere Sicherheit bedacht und hatte selbst enorme Einkommensausfälle… Über die Essensgewohnheiten und das öffentliche Röpsen etc. muss ich hier nicht schreiben. Dass die Asiaten eine eigene Kultur haben verstehe ich, aber dass man sich im Ausland anpassen sollte, sollte selbstverständlich sein (ok, es gibt sicherlich auch genügend Deutsche, die im Ausland ihre gute Erziehung vergessen). Hier gibt es allerdings immer wieder Probleme. So sind in den meisten Hostels Aushänge, dass das gespülte Geschirr auch zu trocknen sei und nicht klitschnass zurück gestellt werden sollte (trotzdem habe ich das wiederholt beobachtet). Auf sehr vielen Toiletten befinden sich Aushänge, dass man sich nicht auf die Klobrille stellt und das Toilettenpapier in der Toilette zu entsorgen hat… 

Beim Thema Toilette übrigens ein großes Kompliment an Neuseeland. Fast überall sind öffentliche Toiletten vorhanden, kostenfrei und meistens sehr gepflegt. Einige sogar mit persönlicher Ansage und Musikbegleitung.

Ansonsten sind sehr viele junge Leute in Neuseeland unterwegs, die man dann auch hauptsächlich in den Hostels antrifft. Generation work-and-travel. Ich persönlich habe mich in den Hütten unter den Wanderern wohler gefühlt. Hier hatte ich meine gleichgesinnte Klientel. 

Insgesamt hatte ich so viele tolle Erlebnisse, und nicht so tolle, bin an meine Grenzen gegangen, habe erstmals ans Aufgeben gedacht und schlussendlich gut für mich gesorgt. 

Viel gestaunt, gesungen (für mich in meinem Kopf und allein beim Wandern), gelacht, geträumt und mich einfach glücklich gefühlt. Aber erstmals gegen Ende der Reise auch einsam. Ich hatte wundervolle Begegnungen mit Menschen und Tieren (Weka ;)). Die Reise hat meinen Glauben, dass sich alles fügt bekräftigt und eine wichtige Frage für mich beantwortet, die schon lange immer einmal wieder auftauchte.

Teil der Frage war, was wirklich wichtig im Leben ist? Für mich ist es in erster Linie für sich selbst gut zu sorgen, dazu gehören auch die menschlichen Beziehungen, die mir immer wieder Kraft und Freude schenken. Familie und Freunde, die mich begleiten, die immer für mich da sind und die mir das Gefühl geben, geliebt aber auch gebraucht zu werden. Danke für eure stetige Begleitung, auch bis ans andere Ende der Welt, für euer Interesse und den Kontakt, trotz der immensen Zeitverschiebung. Ich bin glücklich, dass ich euch habe.

Ich habe Neuseeland mit einem guten Gefühl verlassen. Auch wenn ich nicht jede Ecke gesehen habe, genügte es, irgendwie war die Luft raus. Wahrscheinlich hing dies auch mit dem wiederholten schlechten Wetter die letzte Woche zusammen. So wurde mir der Abschied sehr leicht gemacht. An meinem letzten Tag stand Auckland unter Wasser und ich hatte mein schlechtestes Hostel (Kiwi Airport Backpackers), dazu eine unruhige Nacht, da bis 2 Uhr nachts immer wieder jemand anreiste. 
Neuseeland kann ich jedem empfehlen, hier findet jeder etwas für seine Interessen. Ob ich wieder dorthin reisen werde? Eher nein, dafür gibt es zu viele Ziele auf der Welt, die ich noch nicht gesehen habe. 

Der Westen der USA bleibt auch nach dieser Reise meine Nr. 1, heißt es ist der einzige Ort, an den ich auf jeden Fall wiederholt reisen würde.

Immerhin bin ich des Reisens noch nicht müde, wie es vor 7 Jahren nach 5 Wochen Australien passiert ist. Damals stand aber auch ein kompletter Neubeginn bevor (ich wusste, wenn ich zurück komme erwartet mich eine neue Stadt, ein neuer Job, neue Freunde und Bekannte…). 

Dann in den nächsten Tagen mehr aus Bali, wo ich erst einmal sehr geschockt war…


3 Gedanken zu “Drei Monate Neuseeland – Die richtige Entscheidung? 

  1. Hallo Peggy,

    ich bin auf deinen interessanten Artikel gestoßen. Finde ihn sehr hilfreich. Vor allem aber deine Erläuterungen zu deinen tollen Erlebnissen und Fotos, finde ich mehr als gelungen und sehr empfehlenswert. Danke dafür. Hat mich echt inspiriert.

    Liebe Grüße,
    Timo

    Gefällt 1 Person

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