​Wai-O-Tapu und Whakatane – Krater, kochende Erde und Nachtwanderung 6.3.2017

Ich frühstückte gemütlich, checkte aus meinem Hostel aus und nahm den Bus nach Wai-O-Tapu. Die Fahrt dauerte nur 45 Minuten. Der Ort selbst besteht lediglich aus einer Tankstelle und einer Taverne, an der ich herausgelassen wurde. Das Highlight hier und mein Ziel: das Thermal Wonderland, zu dem ich 2 Kilometer lief. Da es bei Wikipedia schön erklärt ist, um was es sich handelt, habe ich den dortigen Text einfach hierhin kopiert:

Champagner Pool

Antimonsulfide verleihen dem Champagnerpool die orange Farbe.

Alles kocht…

„Das Wai-O-Tapu Thermal Wonderland ist ein Gebiet mit geothermischer Aktivität in Neuseeland. Das Wai-O-Tapu (maori für heilige Wasser) genannte Thermalgebiet entstand vor etwa 160.000 Jahren und liegt am Rand der riesigen Caldera, die vom Lake Taupo teilweise aufgefüllt wird. Das gesamte Gebiet ist übersät mit kollabierten Kratern, heißen und kalten Seen, Schlammtümpeln und dampfenden Fumarolen. Besonders bemerkenswert sind die farbigen Ausfällungen von Mineralien, die das Gebiet als gelbe (Schwefel), orangefarbene (Stibnit und Realgar), weiße (Siliciumdioxid), grüne (Orpiment), purpurne (Permanganat), rot und braune (Eisenoxid und -oxidhydroxid) sowie schwarze (Schwefel und Kohlenstoff) Farbtupfer einzigartig machen. Die beiden Highlights sind der Champagne Pool mit seinem orangefarben leuchtenden Rand und der Lady-Knox-Geysir.“

Krater aller Größen überall

Das Gebiet ist nicht einfach zugänglich, sondern muss bezahlt werden. Für 32,50 $ nicht billig, aber meines Erachtens absolut lohnenswert. 

Die Artist’s Palette erinnert an die Farbpalette eines Künstlers.

Der Mitarbeiter an der Kasse bot mir netterweise an, meinen großen Rucksack einzuschließen, damit ich in Ruhe den Park erkunden konnte. Das Gebiet ist wirklich sehr beeindruckend. So viele Krater auf kleinem Raum, kochendes Wasser überall, farbige Seen, blubbernde Erde, der Boden zu großen Teilen über 100 Grad heiß. 

Ich nahm mir fast 2 Stunden Zeit das Areal zu besichtigen. 

Anschließend setzte ich mich mit meinem Buch entspannt in die Sonne. Nach ca. 45 Minuten kam Chris mich abholen, er hatte den Tag bisher in heißen Pools entspannt. Gemeinsam fuhren wir nach Whakatane, in der Bay of Plenty. Dort angekommen tranken wir erst einmal einen Kaffee und schauten uns nach einer Unterkunft um. Wir fanden ein nettes Hostel (The Windsor BBH), checkten dort ein und beschlossen spontan, am Strand ein Sonnenuntergangspicknick mit einer leckeren Flasche Wein zu machen. So spazierten wir gegen 17 Uhr los. Es gab einen Walkway, dem wir folgten, ohne uns allerdings vorab mit dem Maßstab der Karte zu befassen, die wir im Hostel bekommen hatten. 

Blick über Whakatane bis zu den Vulkanen des Tongariro Nationalparks

Der Spaziergang startete dann ziemlich schnell mit einem mindestens halbstündigen Aufstieg zu einem Aussichtspunkt, viele Treppen, es war heiß, uns lief der Schweiß. Oben angekommen vermuteten wir beide stark, dass wir es gar nicht zum Sonnenuntergang bis zum Strand schaffen würden. 

Überlegung war daher, wieder abzusteigen und mit dem Auto zu fahren, wobei das mit Wein nicht so gut gewesen wäre. Chris schlug dann vor, einfach auf dem Aussichtspunkt zu bleiben, der im Übrigen sehr schön war. Eine riesige Wiese mit Blick über Whakatane, die Bucht und die vorgelagerte Insel. Beste Idee, also machten wir es uns gemütlich. Natürlich wieder mit musikalischer Begleitung und ganz stilvoll hatten wir aus dem Hostel auch richtige Weingläser mitgenommen.

Danke Chris für das tolle Foto 😀

Ich befasste mich etwas intensiver mit der Karte und stellte fest, dass auch tatsächlich die Entfernungen über die Wanderwege in einer kleinen Ecke angegeben waren. Spaziergänge waren es nicht und wir wären tatsächlich 3 Stunden über die Klippen zum Strand gewandert. Sicherlich eine schöne Tour, aber eben nicht mal eben zum Picknick um die Ecke. 

Der Abend war wunderschön, warm, Essen, Wein und ein perfekter Sonnenuntergang, der sich im Fluss, der durch Whakatane fließt spiegelte. 

Sonnenuntergang mit einem kleinen Stück Regenbogen, obwohl es nirgendwo regnete.

Dazu erhielten wir den Anruf, dass unsere Bootstour für den morgigen Tag nach White Island, dem aktiven Vulkan, stattfinden würde. Perfekt! 

Was wir allerdings nicht bedacht hatten war, dass es ja meistens nach dem Sonnenuntergang dunkel wird, und zwar richtig dunkel. Und wir saßen weit ab vom Schuss auf einem Aussichtspunkt… Manchmal frage ich mich wirklich, wie ich mein Leben so gut meisterte, wenn dann solche Aussetzer kommen. Aber wahrscheinlich bin ich einfach tiefenentspannt. Den Abstieg über den Wanderweg wollte ich nicht ohne Beleuchtung machen. Das wäre wirklich gefährlich gewesen und verletzen wollte ich mich sicher nicht. Also nahmen wir die Straße, die auch auf den Aussichtspunkt führt. Zunächst unbefestigt, später befestigt. Allerdings machte die Straße einen großen Bogen um den Berg, sodass wir ungefähr 1,5 Stunden unterwegs waren. Und wir liefen wirklich schnell, daher waren es sicherlich um die 7 Kilometer. Aber wir nahmen es mit Humor, Chris ließ die Musik laufen und so hatten wir eine schöne Nachtwanderung. 

Plötzlich wurden wir von Kühen beobachtet…

Die letzten ca. 3 Kilometer waren stark befahren und wir sprangen ständig von der Straße, damit wir nicht überfahren wurden. Am Ende der Straße stellten wir beim Überqueren fest, dass es auf der anderen Straßenseite einen Rad- und Fußweg gegeben hätte und zwar über die gesamte Strecke. Herrlich, im Dunkeln aber nicht zu erkennen. Gut gelaunt kamen wir endlich im Hostel an und beschlossen, uns noch eine zweite Flasche Wein zu gönnen. Was für ein Abend bzw. gesamter schöner Tag. Viel gesehen, viel erlebt, viel gelacht. 


3 Gedanken zu “​Wai-O-Tapu und Whakatane – Krater, kochende Erde und Nachtwanderung 6.3.2017

    1. Danke. Wer weiß, vielleicht lernen wir uns ja in Deutschland oder der Schweiz kennen. Besuch von oder bei Chris wird auf jeden Fall stattfinden 😊 Ich wünsche dir noch viele wunder-bare Erlebnisse und verfolge dich dann jetzt erst einmal online 😉 LG Peggy

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