​Wellington – Hauptstadt mit Charme 1.-2.3.2017

1.3.2017
Morgens machte ich erst einmal einen Spaziergang durch Duniden und besorgte mir dabei etwas zum Frühstück. Mit den Schmerzen gestern wollte ich nicht noch einmal los. Ich frühstückte auf der Terrasse und las noch etwas, bis mein Shuttle zum Flughafen kam (einen Bus zum Flughafen gibt es nicht). Mein Flug hatte 40 Minuten Verspätung, aber davon ließ ich mich nicht stören. 

In Wellington angekommen sprang ich am Flughafen direkt in den Bus ins Zentrum und habe auf Anhieb mein Hostel gefunden, obwohl ich mich vorher gar nicht damit befasst hatte. 

Leider hatte das Hostel (wieder YHA) meine Reservierung nicht. Ich konnte allerdings nachweisen, dass ich eine Bestätigungsmail erhalten hatte. Daher wurde ich statt im 6er Frauen-Dorm im 4er Männer-Dorm untergebracht, dem letzten verfügbaren Bett. Morgen muss ich dann umziehen, also bis 10 Uhr auschecken und ab 14 Uhr wieder einchecken. Ich ging direkt in die Stadt, ohne Plan und ließ mich einfach treiben.

Wellington ist eine junge, hippe Stadt, sehr modern und lebendig. Ich gönnte mir ein Eis und lief kreuz und quer durch die City. Vom modernen Hafenviertel war ich sehr begeistert. 

Außerdem eine interessante Architektur, große Gebäude und daneben gemütliche, einladend wirkende Häuser. 

Hier wurde Altes mit Neuem super verbunden. Dazwischen moderne, künstlerische Bars und Restaurants. Einige erinnerten mich stark an Berlin. Zwischendurch Streetart, alles nach meinem Geschmack. Und alles ist fussläufig erreichbar.  

Eine Metropole mit Kleinstadtflair, wie es ein Artikel in einer Zeitschrift beschrieb. Die Kombinationen gefallen mir sehr gut.

Hier wird sich beim Fensterputzen noch klassisch abgeseilt

Im Supermarkt besorgte ich essen für ein Picknick und machte mich damit zum Sonnenuntergang zum Mount Victoria auf. 

Hier erwartet einen ein 360 Grad Blick über die Stadt, den Hafen, die umliegenden Berge und das Meer. Ein wunderschönes Erlebnis, wie sich die Stadt in die Nacht begibt und sich die Lichter der Stadt zeigen. 

Der Abstieg im Dunkeln war allerdings etwas schwierig.
Im Hostel las ich noch ein paar Infos zur Stadt und nahm mir für morgen eine Wanderung entlang der Stadtstrände zur Küste vor.

2.3.2017

Obwohl ich die letzten Nächte immer besser geschlafen hatte, ging diese Nacht wieder nichts. Ich wechselte ständig zwischen lesen, Augen schließen, doch weiterlesen. Nervig! Nachdem die beiden Männer, die gestern Abend mit mir schlafen gingen  (ich vermute Südamerikaner) gegen 5.30 Uhr leise das Zimmer räumten, stand ich auch auf. Um den dritten Mann, der erst gegen 1 Uhr nachts ins Zimmer kam, nicht zu wecken (er war nachts auch sehr leise), benutzte ich nicht das Bad im Zimmer, sondern auf dem Gang. Beim Frühstück ließ ich mir Zeit, ich hatte ja den ganzen Tag für Spaziergänge. Als ich kurz vor 8 Uhr meine Sachen zusammen packte, ich musste ja auschecken wegen dem Zimmerwechsel, war auch mein dritter Mitschläfer wach. Er war auch Deutscher, sprach aber nach dieser Feststellung weiterhin einfach englisch mit mir. Das ist mir schon ein paar Mal passiert und ich finde es total affig. Wenn es jemand macht, weil er fließender englisch sprechen und lernen möchte, ist es ok, aber dann sollte man das auch entsprechend kommunizieren. Der Herr aus Hamburg machte mir aber nicht den Anschein, sondern war eher von der coolen Sorte… Ich machte mich schnell aus dem Staub. Auf solche Leute habe ich wirklich keine Lust. 

Ich spazierte die Uferpromemade vom Hafen Richtung Süden entlang, ungefähr 15 Kilometer immer am Wasser. Leider war es heute sehr bewölkt, aber immerhin trocken. 

Nur die Angler waren schon früh an der Promenade, scheint sich zu lohnen

Wellington hat definitiv einen Fan mehr. Ich war gestern schon sehr begeistert von der Stadt und der heutige Tag bestätigte mein positives Bild. Dass man so viele Kilometer dem Ufer auf Fußwegen folgen kann ist super. Entsprechend waren auch viele Jogger unterwegs. Wieder begeisterte mich die Architektur. Viele Wohnhäuser sind im Art-Deco-Stil erbaut, definitiv eine meiner Lieblingsarchitekturepoche. Die Küste ist abwechslungsreich, immer wieder kleine Buchten, allerdings alle verschieden, mal Steine, mal Sand, Yachthäfen, Segelklubs, Surfschulen, Parks. 

Sehr gefallen hat mir Hataitai Beach mit seinen schönen Bootshäusern. 

Ganz zur Südspitze hin an der Houghton Bay und Island Bay wurde es dann sehr felsig, wieder eine ganz andere Landschaft. 

Ein großes Küstenschutzreservat, in dem viele tauchten und schnorchelten. Mit blauem Himmel wäre es sicher noch beeindruckender gewesen. 

Viele Schnorchler unterwegs

Leuchtturm zum Wohnhaus umgebaut

Da keine Wetterbesserung in Sicht war, ein Strandaufenthalt demnach zu kalt gewesen wäre, beschloss ich, ausnahmsweise mit dem Bus zurück zu fahren. Mein Bein schmerzt glücklicherweise nicht mehr, aber ich wollte auch nichts riskieren. 

Zurück in der Stadt lief ich noch einmal das gesamte Hafenviertel entlang, wo nicht so viel los war, wie gestern. Das Wetter spielt eben immer eine große Rolle. Nachdem ich wieder im Hostel eingecheckt hatte und mir einen sehr starken Kaffee einflöste, da ich fast einschlief, machte ich mich zum Museum Te Papa auf. Ja, ich bin freiwillig in ein Museum gegangen. In Duniden hatte ich es auch versucht, aber bereits auf der Toilette hat mich die Motivation verlassen und ich war wieder draußen. Aber das Te Papa wollte ich mir zumindest kurz ansehen. Ausreden gab es nicht. Wie alle Museen in Neuseeland war es kostenlos und dann direkt neben meinem Hostel. Als ich mich gegen 16 Uhr aufmachte, war tatsächlich die Sonne herausgekommen. Trotzdem Museum. Und ich muss sagen, es ist wirklich empfehlenswert. Man kann viel über Neuseelands Geschichte lernen. Beeindruckt war ich von der Darstellung des ersten Weltkriegs, aber auch traurig berührt von den wenigen dargestellten Schicksalen. 

Blick von der Terrasse des Te Papa auf den Hafen

Um mich nicht deprimieren zu lassen, hielt ich mich nur ca. 1 Stunde auf und verschaffte mir einen groben Überblick. Die Sonne lockte mich zusätzlich wieder nach draußen. So spazierte ich noch einmal an den unmittelbaren Stadtstrand, um ein paar Fotos mit Sonne und Menschen zu machen. 

Heute Morgen war noch niemand am Strand. Plötzlich wieder Sommerfeeling pur, auch im Hafenviertel war plötzlich wieder Leben. Leute im Wasser, Kanus, Kajaks, Standuppaddler und Boote auf dem Wasser, salsa-tanzende Pärchen im Sand… Die Einzigen, die unabhängig vom Wetter baden gehen, sind die Langstreckenschwimmer in ihren Neoprenanzügen. Davon gibt es hier viele und entsprechende Strecken sind ausgeschildert. Letzte Woche hat ein 12 jähriges Mädchen einen Rekord gebrochen, als sie von Wellington auf die Südinsel geschwommen ist. Respekt! 

Langstreckenschwimmer, manche brauchen kein Neopren…

Morgen geht schon 7.45 Uhr mein Bus nach Taupo. Auch wenn ich Wellington toll finde, bin ich froh, dass mein Hostel keine weitere Übernachtung zur Verfügung hatte. Mir ist doch momentan eher wieder nach Ruhe und Natur. Den Trubel der Stadt liebe ich, habe ich jetzt aber erst einmal genug gehabt. Taupo ist zwar auch eine Stadt, aber kleiner mit der umgebenden Natur im Vordergrund. Das Wandergen meldet sich schon wieder…

Leider schaffe ich es nicht mehr zum Mount Taranaki, dem tollen alleinstehenden Vulkan. Er befindet sich im Westen der Nordinsel, meine anderen angepeilten Ziele eher im Osten. In Hektik möchte ich die verbleibenden Tage auch nicht verfallen. Falls ich noch einmal wieder kommen sollte, steht diese Tour ganz oben auf meiner Liste. 


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