Invercargill und​ Duniden – Ohne Bewegung geht’s nicht… 24.-27.2.2017

24.2.2017 Invercargill

Noch ein Tag in einer Stadt, die einen nicht vor die Tür lockt, da es nichts zu sehen gibt. Sehr gut! Wir frühstückten mit 2 weiteren Te Araroa Hikern (aus der Schweiz und den USA), die heute weiterreisen würden. Nach organisatorischen Dingen, wie unsere Medaille oder Sachen aus der Reinigung abholen, musste ich mich endlich mit der Planung meiner weiteren Reise auseinandersetzten. 

Glücklicherweise gab es wieder einigermaßen günstige Flüge nach Wellington auf die Nordinsel (als ich vor ein paar Tagen geschaut hatte, gab es nichts bzw. sehr teuer), allerdings erst am 1.3.2017 ab Duniden. Da Bettina am folgenden Tag auch nach Duniden fuhr, buchte auch ich den Bus und ein Hostel (in Invercargill wollte ich unmöglich länger bleiben). So würden wir doch noch einen weiteren Tag zusammen verbringen können. 

25.2.2017 Duniden

Um 8.45 Uhr startete unser Bus über Gore nach Dunedin. Wetter: Regen. Wir hatten einmal wieder die richtigen Tage abgepasst. 

Soll ich ein Gebot abgeben?

Gegen 13 Uhr kamen wir in Duniden an. Das Wetter war wechselhaft, der Regen stellte sich aber nachmittags ein. Unser Hostel war schön gemütlich, nicht mit dem in Invercargill vergleichenbar. Hier konnte man auf jeden Fall entspannen.

Backpacker Hostel Hogwartz: emfehlenswert

Wir spazierten einen Teil der Streetarttour ab und besuchten die Steve Irwin 77 von Sea Shepard, die dieses Wochenende im Hafen lag und Besichtigungen anbot. Das Boot ist alt, Baujahr 1977, wird aber in Stand gehalten. Auch wenn die alten Gerätschaften zum Navigieren etc. noch vorhanden sind, wurde natürlich moderne Technik nachgerüstet. Sea Shepard ist übrigens eine Umweltschutzorganisation, die sich besonders dem Schutz der Meere und dem Kampf gegen den Walfang und die Robbenjagd sowie gegen unverhältnismäßige Fischerei verschrieben hat. Die Besatzung arbeitet ausschließlich freiwillig ohne Bezahlung.

Wir standen 90 Minuten an, wurden dafür aber mit einer sehr interessanten Führung belohnt. Da wir abends keine Lust mehr zum Ausgehen hatten, besorgten wir Lebensmittel zum Kochen und machten uns einen gemütlichen Abend im Hostel, gemeinsam mit Jan und Jasmin, dem deutschen Hikerpärchen, die wir die letzten Tage mehrmals entlang des Trails getroffen hatten (sie waren zufällig auch ein paaar Tage in Dunedin und dann noch im gleichen Hostel). Bei Wein quatschen wir noch  bis Mitternacht. Ein sehr schöner letzter gemeinsamer Abend.

26.2.2017 Duniden

Morgens halb 7 verabschiedete ich Bettina. Jetzt würden wir tatsächlich getrennte Wege gehen. Irgendwie fühlte es sich unwirklich an. Das wird wohl in den nächsten Tagen erst richtig bei mir ankommen. Vor allem, da total ungewiß ist, wann wir uns wiedersehen. Bettina reist noch nach Südamerika, Ende offen. 

Ich legte mich nochmal ins Bett und habe tatsächlich bis nach 9 Uhr geschlafen. Das erste Mal seit Tagen hatte ich das Gefühl, wirklich geschlafen zu haben. Die Sonne schien wieder, lediglich leicht bewölkt. So machte ich mich nach dem Frühstück Richtung Signal Hill Lookout auf, ein Berg etwas außerhalb der Stadt, der für Autofahrer empfohlen wurde, aber da konnte ich auch zu Fuß hin. Meine Füße tun ja nicht mehr weh, lediglich der Knöchel noch ein wenig. Unterwegs schlenderte ich durch den botanischen Garten, der älteste Neuseelands. Er ist schön angelegt, war mir aber zu voll. 

Einen weiteren Abstecher machte ich zur Baldwin Steet, der steilsten Straße der Welt. 

Dann immer bergauf Richtung Aussichtspunkt. Der Weg zog sich, war weiter als ich gedacht hatte und lange steil bergauf. Oben angekommen hatte ich aber tatsächlich eine schöne Aussicht auf Duniden und die vorgelagerte Halbinsel Otago Peninsula. 

Auf einer Wiese machte ich Picknick und döste etwas in der Sonne.

In der DOC-Broschüre, die ich eingepackt hatte, las ich, dass es einen Mountainbike- und Wanderweg an der anderen Seite des Berges gibt. Also bin ich diesen heruntergelaufen. 

Nicht Bestandteil meines Picknicks ; -)
Auch beim Abstieg immer wieder schöne Sichten auf Duniden

Er war natürlich viel schöner als der Weg die Straße entlang. Wieder in der Stadt sah ich mir noch den Unicampus an und ging zurück zum Hostel. 

Universität

So war ich dann doch wieder ca. 20 Kilometer unterwegs. Aber sehr entspannt. 

Nicht die steilste Straße, aber auch sehr steil, wie viele Straßen in der Stadt
Wie nutze ich eine Anhöhe effektiv?

27.2.2017 Duniden 

Heute hatte ich die Stadt in Richtung Strand erkundet, zunächst entlang des Hafens, dann über einen Umweg durch Wohnviertel bis zum Strand. 

Der Bahnhof, das Fotomotiv Nr. 1
Kleiner Snack am Hafen
Das „Hafenmaul“ mit entsprechender Kunst-wieder ein „Da scheiden sich die Geister“-Teil

Der Strand befindet sich in einer schönen großen Bucht und ist bei Surfern sehr beliebt. 

Obwohl es warm und keine Wolke am Himmel war, war der Wind zu kühl, um sich länger zu sonnen. 

Salzwasserpool am Meer, beheizt…

So spazierte ich den Strand entlang und nahm dann einen anderen Weg durch die Stadt zurück. Auch heute wieder ca. 20 Kilometer spaziert. Ohne geht irgendwie nicht…

Eigentlich hatte ich mir für meinen letzten Tag in der Stadt vorgenommen eine Yogastunde zu besuchen und dann nur im Hostel zu relaxen, aber abends entdeckte ich, dass man mit dem Bus auf die Halbinsel fahren kann. Also werde ich wohl dorthin fahren und wieder wandern.

Mein Urteil zu Duniden ist auch nach 3 Tagen nicht klar. Die Stadt scheidet meinen Geist. Auf der einen Seite gibt es wunderschöne Gebäude und Kirchen, auf der anderen aber daneben genauso viele hässliche und heruntergekommene. 

Das Hafenviertel ist nicht ansprechend, sehr viel Industriegebiet, auch die „Promenade“ ändert daran nichts. Der Strand ist schön, aber zu weit außerhalb, um mal eben ein Picknick dort zu machen (mit Bus und Auto zwar gut erreichbar, aber ich bin ein „Alles -zu-Fuß-Liebhaber“). 

Die Wohnviertel sind nett, aber abgeschieden, nicht ein Kaffee vorhanden. Im direkten Zentrum selbst (aber eben auch nur dort) gibt es dafür sehr schöne Kaffee’s, Restaurants und Bars. Die Streetart war für mich natürlich ein Leckerbissen, interessant und einige Bilder auch sehr schön, aber mir fehlte das Individuelle der kleinen, einheimischen Künstler. 

Auf jeden Fall bin ich froh, doch hierhin gefahren zu sein und nicht direkt von Invercargill auf die Nordinsel. Duniden macht für mich den Eindruck, als sei es bemüht, schön zu werden, schafft es aber irgendwie nicht so recht. Die Stadt ist meiner Meinung nach kein unbedingtes Muss, aber ein netter Zwischenstopp und guter Ausgangspunkt in die Natur in alle Richtungen, vor allem, wenn man mit dem Auto unterwegs sein sollte.


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