Te Araroa: Invercargill bis Bluff – Am Ziel: 917 Kilometer zu Fuß über den Te Araroa auf der Südinsel Neuseelands 23.02.2017

36 Kilometer 4,5 Stunden 

Einmal wieder eine schlaflose Nacht, obwohl es ruhig im Zimmer war. Keine Ahnung, warum ich nicht schlafen kann. 6 Uhr standen wir auf, frühstückten und 7 Uhr waren wir schon wieder auf dem Trail. 

Letzte Etappe, irgendwie seltsam. Auf der einen Seite freute ich mich, auf der anderen geht damit aber auch ein Abschnitt zu Ende. Nur noch zwei Tage zusammen mit Bettina und bisher ungeplant, was ich die nächsten Wochen machen werde. 

Circa 11 Kilometer folgte der Trail im Küstengebiet einem Fluss, endete in einem Industriegebiet und dann ging es auf den Highway. Leider nicht so schön und auch noch stark befahren, sodass wir oft, insbesondere den großen Trucks, ausweichen mussten. 

Auf dem Highway zwischen Autos, Trucks und Zügen

Aber heute war das egal. Letzter Tag, Ziel greifbar nah. Wir waren schnell unterwegs und froh, so früh gestartet zu sein, denn ab 11 Uhr brannte die Sonne immer stärker. 

Bluff in Sichtweite

In Bluff angekommen, kauften wir zunächst eine Flasche Sekt. Bluff selbst ist ein netter kleiner Küstenort mit großem Hafengebiet. Es gibt noch ein paar schöne Häuser mit kolonialem Flair. Viele sind allerdings leider verlassen und verfallen.

Wir liefen durch den Ort bis zum Sterling Point, der südlichsten Spitze Neuseelands und dem Endpunkt des Te Araroa. 

Wir blieben ungefähr zwei Stunden und genossen es. Für Bettina immerhin der Abschluss des kompletten Long-Distance Trails: 3.000 Kilometer in 4 Monaten. 

Die etwas andere Weiberfastnacht – Alaaf 😉😀

Das Wetter war so fantastisch, Fotos in der Sonne mit blauem Himmel, nur die Sandflies nervten einmal wieder. Nach der Flasche Sekt in der prallen Sonne waren wir leicht angetrunken… 

Wir liefen nach unserer kleinen Party gemütlich die 2 Kilometer nach Bluff zurück, aßen noch ein Eis und verewigten uns im Museum auf der Wall of Fame. Morgen werden wir in Invercargill noch unsere Medaille abholen.

Erneut versuchten wir unser Glück beim Hitchhiking. Überraschend trafen wir noch die beiden Franzosen, die Bettina von der Nordinsel kannte und die wir an meinem ersten Tag auf dem Boot nach Shipcove getroffen hatten. Wir unterhielten uns 10 Minuten und wandten uns dann wieder der Straße zu. Es dauerte nicht lange und wir wurden mitgenommen und zu unserem Hostel in Invercargill gefahren. Nach Duschen und Umziehen gingen wir schön essen. Der Tag musste gefeiert werden. Ein Schweizer Hiker begleitete uns, wir haben ihn zufällig im Hostel getroffen und Bettina ist am Anfang des Trails einige Zeit mit ihm zusammen gelaufen.

Um noch etwas trinken zu gehen war Bettina zu müde. Von ihr fiel heute die ganze Anspannung ab und die Müdigkeit kam durch. So gingen wir zurück ins Hostel, Bettina schlief schnell ein und ich entspannte noch etwas. Hoffentlich klappt es endlich mal mit schlafen…
Übrigens tun mir heute zum ersten Mal die Füße nicht weh und das nach so einer langen Straßenetappe. Sie haben sich doch wohl jetzt nicht an die Strapazen gewöhnt?

Was für ein Abenteuer. Ich muss das alles erst einmal sacken lassen, bevor ich selbst realisiere, welch wunderbare Erfahrungen ich auf dem Te Araroa gemacht habe. Vor allem, welche Leistungen mir hier abverlangt wurden. Auf jeden Fall eine unvergessliche Zeit! Danke an Bettina, die immer den Weg und die Organisation darum herum im Blick hatte, sodass ich mir um diese Dinge keine Gedanken machen musste. Und für die gemeinsame Zeit in doch teilweise sehr nervenaufreibenden Situationen 😘 


9 Gedanken zu “Te Araroa: Invercargill bis Bluff – Am Ziel: 917 Kilometer zu Fuß über den Te Araroa auf der Südinsel Neuseelands 23.02.2017

  1. FREUNDIN ❤ DU BIST DER KRACHER!!!! ich freue mich so für Dich!!! Feier DICH und diesen *fucking Trail* 😉 scheiß auf die Sandflies (wer braucht die, ernsthaft?) …mein Freundinnenherz freut sich wenn es nun weniger von Deinen Schmerzen lesen muss….Ich habe wirklich viel gelacht, geweint und mit Dir geflucht!!!

    Hey 🙂 weißt du was *ICH FREU MICH* ❤

    PS: viele Grüße von meinen Eltern, an das verrückte Huhn (sagt meine Mama immer ,wenn ich ihr den Bloge gezeigt habe)

    LOVE

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  2. Der Wahnsinn ihr habt es geschafft, trotz deiner anfänglichen fast täglichen Zweifel. Puh.. ich hatte fast mehr Tränen in den Augen als das ich Lachen/Schmunzeln konnte bei all deinen Tagesberichten. Mein Freund fand deine Seite und „setzte“ sie mir vor. Denn am 3.Oktober starten wir von Picton in Richtung Bluff. Einen Einblick habe ich dank deiner Bericht nochmal genau bekommen und denke mir.. das wird schon!! Oje. Ich hoffe. Da wir Ende des Winters das ganze machen, vermutlich auf noch viel Schnee treffen werden und geringe Temperaturen zu spüren bekommen (was wir uns natürlich nicht wünschen und einen Funken Hoffnung haben, das es doch bisschen wärmer schon ist) wagen wir es trotzdem. So ganz ungeübt….

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    1. Danke für deinen Kommentar! Es wird ein unvergessliches Erlebnis werden, von dem ihr lange zehren werdet. Passt nur auf, wenn zu viel Schnee liegen sollte. Dann lieber einen Abschnitt hitchhiken, bevor ihr euch unnötigen Risiken aussetzt. Ich wünsche euch eine Wunder-volle Reise und einen traumhaften Tripp auf dem TA 🙂 Liebe Grüße Peggy

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