Milford Sound – Halbzeit im Naturwunder 15.02.2017

​Für den heutigen Tag hatten wir eine Tour in den Milford Sound gebucht. Über das YHA gab es bei dem Anbieter Go Orange einen Rabatt, so zahlten wir 101 $ für eine Tagestour mit Bus und Boot inclusive Mittagessen.

Der Milford Sound wird oft als achtes Weltwunder bezeichnet und da wir schon in der Nähe waren, wollten wir ihn uns auch ansehen. Nachteil ist allerdings, dass nur eine 16 %ige Chance besteht, dass es nicht regnet, es ist der regenreichster Platz in Neuseeland. Aber auch im Regen soll es beeindruckend sein, wie mir auch Freunde bestätigten. Wir hatten einen sehr lustigen Busfahrer, Jason der Cowboy. Er gab uns viele Informationen über den Fjordland Nationalpark und Neuseeland allgemein.

9.30 Uhr starteten wir in Te Anau, der Himmel klarte sich auf, Sonne und blaue Flecken am Himmel waren zu sehen.

Unterwegs machten wir viele Fotstopps. Der erste im Eglinton Valley, wo der Regen allerdings schon eingesetzt hatte und die Berglandschaft in den Wolken hing. 

Es ging immer weiter in die Berge, wieder eine total andere Landschaft. Riesige steile Berge, Zuckerhutformen. Es wirkte aufgrund der vielen Wolken sehr mystisch, per Foto wieder schlecht einfangbar. 

Durch den Homer Tunnel hindurch landeten wir in einem riesigen Kessel-Tal, unbeschreiblich. Hier wand sich die Straße dann serpentinenartig steil nach unten Richtung Milford.

Tunnel durch die riesigen Berge oben links

In Milford angekommen, ging es für 2 Stunden aufs Boot. Inzwischen regnete es sehr und wir hatten höchstens 10 Grad. 

Trotzdem blieben wir die meiste Zeit draußen an der Reeling, der Sound war viel zu beeindruckend, als das ich ins Boot gehen konnte. Riesige Wasserfälle, zum Teil über 100 Meter hoch, Landschaft wie aus einer anderen Welt. 

Trotz Wolken und Regen. Nach einer Portion fish and chips, bei der wir uns im Inneren des Bootes etwas aufwärmen konnten, gingen wir wieder nach draußen. Es regnete noch stärker. 

Aber es lohnte sich. Wir sahen eine große Robbenfamilie und der Kapitän fuhr so nah unter einen riesigen Wasserfall, dass ich total geduscht wurde. Herrlich, wirklich! 

Dann musste ich aber reingehen, total durchnässt, aber glücklich. Beim kurzen Fotocheck habe ich blöderweise das Video unter dem Wasserfall gelöscht, aber ich schaue mir die Videos sowieso fast nie an, daher ist es nicht so schlimm. 

Die letzten 5 Minuten kam dann tatsächlich die Sonne etwas heraus. Verrücktes Westküstenwetter. 

Auf der Rückfahrt sahen wir Keas, einen neuseeländischen Vogel, papageienähnlich. Es war mir allerdings zu viel Trubel, um ihn zwischen den anderen Touristen zu fotografieren. Der letzte Stopp war an den Mirror Lakes, in denen sich bei schönem blauen Himmel die Berge spiegeln. Unser Busfahrer zeigte uns auch entsprechende Beweisfotos. 

Die Fahrer entschuldigen sich immer, wenn das Wetter nicht so toll ist. Das ist mir auch bei meinen anderen Bustouren schon aufgefallen, als ob sie dafür verantwortlich wären. Aber eine nette Geste. Eine Milford Sound Tour ist auf jeden Fall zu empfehlen, egal bei welchem Wetter. 

Gegen 16.40 Uhr waren wir wieder in Te Anau und total runtergefahren und müde. Aber es stand kein weiteres Entspannen an, sondern zurück zum Te Araroa trampen (ca. 25 Kilometer) und noch ca. 1,5 Stunden zur ersten Hütte wandern. Also holten wir schnell unsere Rucksäcke aus dem Hostel und liefen zum Highway. Diesesmal hatten wir ganz schlechte Karten. Obwohl viele Autos vorbei kamen, hielt keins an. Wir warteten 1,5 Stunden bis 18.30 Uhr. Länger konnten wir nicht warten, da es dann zu spät zum Wandern würde und unterwegs zelten war aufgrund privaten Farmlandes nicht möglich. So mussten wir wohl oder übel zu dem Kiwi Holiday Park gehen, der direkt am Highway lag und dort für 24 $ unsere Zelte aufschlagen. Die Preise für Zelte sind unverhältnismäßig teuer gegenüber Campern oder Hostelpreisen. Aber da Te Anau immer noch ausgebucht war, blieb uns keine andere Wahl. Das Wetter war ausserdem in Ordnung, trocken und ein paar Wolken, Regen war nicht vorhergesagt. Immerhin kann ich dann morgen früh noch einmal duschen…Ein weiteres Hiker-Paar, dass wir vor einiger Zeit überholt und letztmalig in Wanaka gesehen hatten, war auch heute angekommen. Sie fahren morgen in den Milford Sound.  Nach dem Essen fielen wir erschöpft in unsere Zelte. Hoffentlich klappt morgen alles…

Tja, tatsächlich ist heute auch schon die Hälfte meiner Auszeit vorbei. Unglaublich, wie die Zeit verfliegt. Ich bin weder dem Wandern noch dem Reisen überhaupt müde. Als Zwischenbilanz bin ich bei meinem „Wurzelthema“ zu einer Entscheidung gekommen. Eigentlich war es schon immer klar, wenn ich auf mein Bauchgefühl hörte. Ich werde schauen, was sich ergibt und versuchen meine Wurzeln dort zu schlagen, wo mein Herz ist…Und das ist auch schon die zweite Erkenntnis: immer dem Bauchgefühl vertrauen, Kopf ausschalten, treiben lassen. Es ergibt sich alles und alles zu meinem Besten. Ich bin mittlerweile auch dem Weka dankbar, dass er mir meine Sohle gestohlen hat, so wurde ich vor dem großen Alptraum auf dem Trail bei den Unwettern verschont. Und wenn Bettina es schon als Alptraum bezeichnet, wäre es für mich die Hölle gewesen. Ich freue mich auf die weitere Zeit, es bleibt spannend…


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