Te Araroa: Albert Town über Wanaka bis Arrowtown – Berge, Seen und Icecream 06.02. – 09.02.2017 

​Albert Town Campground bis Wanaka

06.02.2017

13 Kilometer 3,5 Stunden 

Glücklicherweise schlief ich diese Nacht verhältnismäßig gut im Zelt, obwohl es ziemlich laut auf dem Platz war, da einige Camper noch lange draußen saßen und quatschten. Ich wachte erst 6.26 Uhr auf und war erst einmal erschrocken, dass es schon so spät war. Aber Bettina’s Zelt stand auch noch und da ich auf mein Frühstück verzichten wollte (ich hatte keine Lust auf Wasser filtern), ließ ich mir Zeit meine Sachen zusammen zu packen. Wir hatten wieder einen tollen Sonnenaufgang, tief roter Himmel. Gegen 7 Uhr gingen wir los, ein Powermüsliriegel als Frühstückersatz in der Hand. 

Heute stand nur die kurze Etappe nach Wanaka an, 13 Kilometer zunächst am Fluss bis zum Lake Wanaka und dann weiter entlang des Sees. Sehr gemütlich zu laufen. 

Stillleben: Toilette in Sicht…

Es war sehr bewölkt und stürmisch, trotzdem war die Landschaft wunderschön. 

In Wanaka hatten wir einige organisatorische Dinge zu erledigen, daher fanden wir es ganz gut, dass das Wetter nicht so gut war, sonst hätten wir eher den Drang gehabt, draußen etwas zu unternehmen. 

So standen schöne Dinge, wie leckeren Lamm-Pie essen, Eis schlecken beim phantastischen Patagonia Chocolate Laden (ein Traum), lange und ausgiebig duschen, lecker Abendessen gehen und Kino auf dem Programm, aber auch Wäsche waschen, Apothekenbesuch (neben Tape jetzt auch eine Kniebandage besorgt…), Lebensmittel einkaufen, Internet nutzen und Planungen für die nächsten 1,5 Wochen (einige Buchungen vornehmen). 

Slow Food, gesund und lecker 😀

In dem gemütlichen Kino, dass Bettina noch von ihrem Besuch vor 15 Jahren kannte, sahen wir LaLa Land. Naja, ich muss leider zugeben, dass ich das nächste Mal nicht den Film lediglich nach dem Hauptdarsteller aussuchen sollte. Immerhin war es aber ein Trost, bei einem Film, der gar nicht meinem Geschmack entspricht (es war so ein Mzsicalding) und dann noch auf Englisch zumindest die ganze Zeit einen schönen Mann anschauen zu können… 

So waren wir dann erst gegen 22.30 Uhr zurück im Hostel, gar nicht unsere Zeit.
Die Zeit ist so schnell verflogen, dass einfach keine Zeit mehr blieb, sich in Ruhe bei Familie und Freunden zu melden. Wenn wir mal ein paar Stunden in der Zivilisation sind, müssen wir immer so viele Dinge erledigen und freuen uns auch, einmal in Ruhe schön essen zu gehen. Daher an dieser Stelle an alle ganz liebe Grüße, in meinem Herzen trage ich euch die ganze Zeit bei mir.

Wanaka bis Fern Burn Hut 

07.02.2017

25 Kilometer 7,5 Stunden 

Heute morgen trafen wir uns erst 7.30 Uhr zum Frühstück. Wie hatten glücklicherweise die letzten beiden Betten im YHA bekommen, allerdings in verschiedenen Zimmern. Leider konnte ich nicht wirklich schlafen, lag gefühlt wieder die ganze Nacht wach. Wir ließen uns Zeit mit dem Frühstück und Packen und starteten gegen 9 Uhr. Die ersten 15 Kilometer ging es entlang des Lake Wanaka. 

Heute anfangs zwar bewölkt, dafür aber windstill. Ein schöner einfacher Weg, ab und zu etwas hoch und runter. 

Mittagspause machten wir an einer kleinen Bucht, die uns allein gehörte, wie auch fast der ganze Weg am See. 

Anschließend ging es ca. 3 Kilometer eine unbefestigte Straße Richtung Berge, wo der Trail über die letzten Kilometer startete. 

Entlang des Flusses, zunächst gemütlich, dann sehr anstrengend aufgrund steiler Auf- und Abstiege bei knallender Sonne. 

Zwischendurch bin ich einmal blöd getreten und meine mittlerweile offenen Blasen wurden stark beansprucht. So schlimm, dass ich erst einmal eine kurze Pause einlegen musste, bis die Schmerztablette anschlug. 

Gegen 16.30 Uhr kamen wir an der schönen Fern Burn Hut an, die wir zunächst für uns allein hatten. Es kamen aber noch viele weitere Hiker an. Da ich total übermüdet war, versuchte ich gegen 20 Uhr zu schlafen, aber die anderen waren noch ziemlich laut.

Fern Burn Hut bis Roses Hut

08.02.2017

16 Kilometer 7,5 Stunden 

Die Nacht war einigermaßen in Ordnung. Ich wachte zwar immer wieder auf,  hatte aber doch das Gefühl, auch geschlafen zu haben. 6 Uhr standen wir, wie immer vor allen anderen, auf, frühstückten und machten uns kurz vor 7 Uhr auf den Weg. Es stand ein anstrengender Tag auf dem Programm, über 3 sehr hohe Berge und mehrere kleinere Berge dazwischen. Zunächst ging es zur Highland Creek Hut.

Dorthin mussten wir zunächst zum Jack Halls Saddle (1.275 m). 

Wir hatten Glück mit klarer Sicht bis zum Lake Wanaka. 

Da die Sonne sich Zeit ließ über die Berge zu kommen, war es allerdings sehr kalt. Total unangenehm, wenn man schwitzt, aufgrund des Aufstiegs aber gleichzeitig friert, aufgrund der Außentemperatur. Nach dem Sattel ging es hoch im Hang auf sehr schmalen und steil abfallenden Pfaden hinab zur Highland Creek Hut, natürlich nicht, ohne auch noch ein paar andere Anstiege mitzunehmen. 

Die Hütte liegt traumhaft inmitten der Berge, wie in einem Kessel. Wir machten hier eine längere Snackpause und genossen das Panorama, bevor es zur nächsten Hütte weiterging. 

Der Trail zur Roses Hut war sehr herausfordernd und anstrengend, da wir über 2 riesige Berge mussten. Den ersten auf direktem Weg gerade nach oben, sehr steil und teilweise rutschig. Oben angekommen, wieder steil im Hang entlang und dann ein langer steiler Abstieg bis ganz ins Tal, um über den Fluss zu steigen und an der anderen Seite direkt wieder steil hoch auf den nächsten Berg. 

Vor dem Abstieg machten wir Pause mit tollem Blick, nochmals Sicht bis Lake Wanaka. 

Nach dem 2. Berg zog es sich lange hinab ins Tal, wo noch eine größere Flussüberquerung anstand. Ich wechselte in Sandalen, auch wenn ich keine Lust mehr auf Schuhe wechseln hatte. War anschließend aber doch froh, dass ich meine anderen Schuhe nicht nass gemacht habe. 

Vom Fluß waren es nur noch ca. 15 Minuten durch das Tal zur Hütte. Aus der Gegenrichtung sahen wir 3 Hiker absteigen, also gab Bettina Gas, um uns noch ein Bett in der Hütte zu sichern, was auch klappte. Tatsächlich wurde die Roses Hut voll. Seit einigen Tagen treffen wir sehr viele Hiker, die den Te Araroa in die andere Richtung laufen. Für dieses Vorhaben ist Anfang bis Mitte Januar der präferierte Startzeitpunkt. So kreuzen wir uns jetzt und können nicht mehr abschätzen, wieviele Leute auf dem Weg zur Hütte sind. Vorher kannten wir alle, da alle in unsere Richtung liefen und nur die Wochenendwanderer kamen dazwischen, oder ab und zu ein Jäger.

Ein anstrengender, aber sehr schöner Tag mit tollen Blicken, wunderschöne Berglandschaft. Und ich fand sie nicht so schlimm, wie in den Trailnotes angekündigt. Wir waren auch viel schneller, als darin angegeben. Wahrscheinlich habe ich einfach schon zu viele krasse und anstrengende, herausfordernde Sachen auf dem Te Araroa erlebt, so dass mich nichts mehr schocken kann…

Wir wuschen uns im Fluss, relaxten, kochten und verkrochen uns früh auf unsere Matratze und lasen noch etwas. Auf Konservation mit den anderen hatten wir keine Lust, ausser mit Luke und Ray, die überraschenderweise auch da waren, da sie 3 kurze Tage gemacht hatten. 

Roses Hut bis Arrotown

09.02.2017

23 Kilometer 8,5 Stunden 

Was für ein Tag mal wieder, voller Tiefen aber auch Höhen und einem schönen Abschluss. Die Nacht war einergermaßen okay, abgesehen von den riesigen Possums, größer als Katzen, die ständig über die Terasse der Hütte polterten. Da heute eigentlich ein kürzerer Tag anstehen sollte, wollten wir erst nach Sonnenaufgang aufstehen, nicht im Dunkeln. Trotzdem waren wir die ersten, die anderen standen aber dann auch auf. Nach dem Frühstück ging es direkt wieder schön bergauf, 470 Höhenmeter auf 1.270 Meter zum Roses Saddle. 

Anschließend lange bergab, bis ins Tal zum Arrow River. 

Blick zurück zur Hütte. Könnt ihr sie sehen?

Den Fluss folgten wir einige Kilometer bis Macetown. Diesesmal allerdings hauptsächlich im Fluss. 

Es gab eine alternative Route über die Berge, welche allerdings länger und anstrengender sein sollte. Also entschieden wir uns für die Flussvariante, absolute Fehlentscheidung!

Die Aussentemperatur war sowieso eisig, bevor die Sonne über die Berge kam, auf dem Berg war Frost und dann noch in den eisigen Fluss. Es war für meine Füße die Hölle. 

Schmerzen ohne Ende, wegen der Kälte und der offenen Wunden. Teilweise ging das Wasser bis zum Po. Schneller war ich nicht, im Gegenteil, über den Berg wäre ich viel schneller gewesen. Die Schmerzen raubten mir den Atem und Tränen liefen einfach. Luke und Ray und 2 andere Hiker, die uns die letzten Tage kreuzen, überholten uns. Auch sie liefen alle im Fluss. 

In Macetown angekommen, trafen wir Luke, der Ray verloren hatte und auf ihn wartete. Da wir ihn aber nicht mehr gesehen hatten, musste er wohl vor ihm sein, also lief Luke los, um ihn zu finden. Wie wir später erfuhren, war alles okay und die beiden sind noch nach Queenstown getrampt. 

Den eisigen Fluss überlebt, mit den Nerven am Ende…
Macetown
Schwer zu erkennen…

Macetown ist eine tote Stadt, keine Einwohner. Die ehemalige Goldgräberstadt hat nur noch ein Haus, ansonsten verfallene Mauern. Tatsächlich sahen wir auch mitten am Fluss eine Dauercamperin, die heute noch Gold im Fluss wäscht. Da gehe ich lieber arbeiten, ist sicherer. Wir machten Mittagspause und ich versuchte mich etwas aufzuwärmen. Obwohl die Sonne schien, war mir am ganzen Körper kalt. Zu meinem Glück kamen auch noch die Sandflies und ließen mich nicht mal etwas ausruhen. Weiter nach Arrowtown ging es erneut einige Mal durch den Fluss, was in Ordnung war, da meine Füße wieder Gefühl hatten und warm waren.

Ich war irgendwie für die restlichen 13 Kilometer auf Feldweg eingestellt, der war allerdings nur ca. 1 Kilometer lang, dann ging es durch teilweise unwegsames Gelände zwischen Dorbenbüschen entlang. Wie bereits kurz vor unserer Mittagspause: Stachelbeerbüsche, an denen wir unser Vitamindefizit ausglichen, lecker. 

Und dann plötzlich, wieder sehr steil bergauf zum Big Hill Saddle (1.060 Meter). 

Schon wieder ein Sattel 😉

Meine Laune war am Tiefpunkt und Magenkrämpfe plagten mich auch noch. Mein Opa sagte schon immer, ich soll nicht so viele Stachelbeeren essen, da man Durchfall bekäme, aber ich glaubte natürlich, das sagte er nur, damit ich seine Bäume nicht leer esse. Naja, war wohl etwas dran an seiner Aussage. Zumindest bekam ich Krämpfe. Positiv: mir war wieder warm…Nach dem Sattel folgten wir einem wunderschönen Panoramaweg bis Arrowtown. 

Schöne Blicke auf die Berge, die Stadt und den Lake Hayes. Dafür hatte sich der Aufstieg wirklich gelohnt. 

Endlich in Arrowtown angekommen, einer überraschend schönen Stadt im Colonialstyle (sehr empfehlenswert, hier könnte ich auch 2 Tage verbringen), machten wir uns auf den Weg zu unserer Belohnung: Patagonia Eiscreme!!! 

Wir genossen wieder jede 2 riesige Kugeln und nach einer Weile waren wir der Meinung, dass wir noch eine Portion schaffen würden. Ich fand, ich hatte es mir heute definitiv verdient. 

Also nochmal 2 Kugeln. 

Dann machten wir uns auf den Weg zum Holidaypark. 20 $ pro Person im Zelt plus 1 $ für eine warme Dusche. Andere Möglichkeiten gab es jedoch nicht. 2 andere Hiker aus unserer Gruppe waren auch da und hatten uns schon angekündigt, damit wir in ihrer Nähe einen Zeltplatz bekamen. Also Zelte aufbauen, duschen, tatsächlich noch Abendessen und dann direkt hinlegen und noch etwas lesen und den Tag verdauen. Morgen wird es leichter…


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