Te Araroa: Twizel bis Albert Town – Anstrengungen und Highlights 01.02. – 05.02.2017 

Twizel bis Sawyer’s Bridge


01.02.2017

36 Kilometer 9,5 Stunden 

Nach dem Frühstück brachen wir gegen 7 Uhr auf. Mark und Páll sind auch mit uns aufgestanden, ließen es aber gemütlich angehen. Sie wollten heute auch nur ca. 25 Kilometer laufen. 

Hier werden Regenbögen angebaut…

Meine Blasen an den Füßen machten mir bereits morgens zu schaffen, also nahm ich direkt eine Schmerztablette. Auch meine rechte Schulter kann den Rucksack nicht mehr leiden…

Nach kurzer Zeit ging es aber von der Straße auf Feld-, Wiesen- und Wanderwege. Am Ohau B Kanal wieder eine große Lachsfarm. 

Lachsfarm

Ich war froh, gestern Abend Lachs gegessen zu haben, obwohl ich eigentlich mal gerne wieder Fleisch gegessen hätte (seit ca. 4 Wochen nicht gegessen). Aber der Lachs war köstlich, fangfrisch direkt geräuchert. 

Weiter ging es dann entlang des Ohau Rivers bis zum Lake Ohau. 

Wieder ein wunderschöner türkiser See mit herrlichem Bergpanorama. Über ca. 11 Kilometer liefen wir entlang des Sees. 

Die letzten Kilometer ging es dann etwas aufwärts Richtung Berge. 

An der Sawyer’s  Brücke fanden wir einen tollen Platz zum Zelten, windgeschützt, Wasser in der Nähe und einen herrlichen Blick auf Lake Ohau. 

Wir bauten die Zelte auf, filterten Wasser und genossen die Ruhe und Aussicht. Später kochten wir, lasen noch etwas und legten uns schlafen. Morgen wird der Weg wieder anspruchsvoller, zumindest geht es bergauf…

Sawyer’s Bridge bis Ireland Bridge

02.02.2017

27 Kilometer 10 Stunden 

Eine schöne ruhige Nacht im Zelt. Es tat so gut ca. 10 Stunden zu liegen. Es gab für mich nur ein sehr kurzes kleines Frühstück im Zelt, da plötzlich wieder Sandflies da waren und sehr nervten. Gegen 7 Uhr brachen wir auf, ich versuchte es heute ohne Schmerzmittel. 

Zunächst ging es bergauf zum Sattel, den wir überqueren mussten. Es war wieder anspruchsvolleres Gelände. Nach ca. 1 Stunde trafen wir die Amerikaner (Luke und Ray), sie zelteten im Wald und waren gerade dabei aufzustehen. Die Beiden sind schneller als wir und überholten uns daher später wieder. 

Heute standen viele Flussüberquerungen, bzw. -durchquerungen des East Ahuriri River an. Ich versuchte den größten Teil mit Sandalen. Nach 3 Überquerungen hatte ich allerdings solche Schmerzen in den Füßen, dass mir fast die Tränen in die Augen schossen. 

Außerdem hatten wir sehr große Sumpfgebiete immer und immer wieder. Die Wasserstellen waren nicht immer sofort zu erkennen, sondern kamen teilweise überraschend, auch schwer ausmachbar in dem teilweise hüfthohem Gras. 

Mitten im Nirgendwo…

Auf der Strecke waren die Markierungen sehr weit auseinander, aber wir fanden den Weg. 

Nach den vielen großen Überquerungen ging es einige Stunden parallel zum Fluß und lediglich über Nebenarme, hier schaffte ich nur den letzten nicht und musste mit Schuhen ins Wasser. Aber da dann auch wieder nasses Sumpfgebiet kam, wären sie eh nass geworden.

Bettina hat schon 2.500 km des Te Araroa geschafft!

Nervig waren die Stech- und Kratzpflanzen, die im hohen Gras versteckt waren und meine Beine zerkratzten und blutig stachen.

Bösartiger Dornenbusch, überall und in allen Größen aufzufinden.
Hinterlistige Stechpflanze, macht mit ihren Nadeln am Blattende blutige Beine.

Unterwegs hatten wir alle gefragt, die uns entgegen kamen wegen dem großen Fluss und dessen Überquerung. Alle hatten jedoch den Umweg über 12 Kilometer gemacht, da der Fluss zu hoch war. Somit liefen auch wir die 6 Kilometer zur Brücke, kletterten über einen Zaun mit Stacheldraht.

Ziemlich am Ende mussten wir erneut durch den Fluss. Da meine Schuhe fast trocken waren, zog ich noch einmal die Sandalen an. Mittlerweile hatte ich solche Schmerzen, dass mir übel davon wurde…

An der Brücke gab es eine Straße, die wir 5 Kilometer gehen mussten, um wieder auf den Trail zu kommen. Einige berichteten, dass man das Stück trampen kann, das wollten wir auch versuchen, andernfalls an der Brücke zelten. Wir warteten 1 Stunde und es wurde sehr windig und kalt. Nicht 1 Auto kam, also beschlossen wir gegen 19.30 Uhr doch unsere Zelte aufzubauen. Da es sehr kalt war, machten wir schnell Abendessen und krochen dann in unsere Schlafsäcke.

Ireland Bridge bis Top Timaru Hut

03.02.2017

23 Kilometer 7 Stunden 

Sonnenaufgang vom Zelt aus beobachten, herrlich.

Die Nacht im Zelt war nicht nicht sehr erholsam. Bettina war so nett, mir den windstilleren Platz zu überlassen, aber es war kalt und ungemütlich. Wunderschön war allerdings der beeindruckende Sternenhimmel. Ich beschloss, besser wieder eine Schmerztablette zu nehmen, die Blasen schmerzten die ganze Nacht. 7 Uhr brachen wir nach einen Frühstück im Zelt auf. Bisher war noch kein Auto vorbeigekommen und wir stellten uns darauf ein, die 5 Kilometer an der Straße zum Trail zurück zu laufen. Ganz unerwartet war allerdings nach ca. 15 Minuten ein Auto hinter uns. 2 Bauarbeiter, die gerade eine sehr luxuriöse Fischerhütte für einen Engländer bauen, 1.000 $ pro Übernachtung. Sie nahmen uns mit und ließen uns am Trail wieder aussteigen. Sie nehmen öfter Wanderer mit und wußten daher besser als wir, wo wir raus mußten. 

Nach ca. 30 Minuten trafen wir ein Pärchen noch an ihrem Zelt, die es gestern durch den Fluss gewagt hatten. Sie brauchten fast 1 Stunde und die Frau war brusthoch in dem eisigen Wasser. Ich war noch froher, dass wir den Umweg gelaufen sind. Sie hatten auch gesehen, dass Luke und Ray leicht durchgekommen sind. Der Trail war gut zu gehen, anfangs eine Flussüberquerung. 

Wir hatten viele Höhenmeter, an einem Stück ca. 800 zum Mount Martha Saddle (1680 Meter), gut zu laufen, aber es zog sich sehr lange und war dadurch kraftraubend. 

Auf der anderen Seite des Sattels ging es wieder abwärts zur Hütte.

Hier war so starker Wind, dass wir fast einfroren, so eisig und so stark, dass ich teilweise kaum Luft bekam und aufpassen musste, dass ich nicht den Hang herunter geweht werde. 

Die Böen kamen unangekündigt und ständig aus einer anderen Richtung, sehr verrückt. Wir folgten parallel dem Timaru River. 

Ein Herz im Berg?

Fast unten machten wir an einer windgeschützten Stelle Mittag und wärmen uns etwas auf. 

Zur Hütte war es nicht mehr weit und glücklicherweise bekamen wir noch ein Bett. Es wurde nach uns noch so voll, dass einige zelten mußten. Luke und Ray waren auch da. Sie hatten heute nur einen kurzen Tag gemacht. Wir wuschen uns und die Wäsche im Fluß und hatten dann genug Zeit zum Chillen. Einige Zeit später traf auch Páll ein, allerdings ohne Mark. Die Beiden haben sich heute Morgen an die schwere Flussüberquerung gewagt. Páll hatte es gemeistert, Mark beschloss nach einem Versuch allerdings auch, den Umweg auf sich zu nehmen. Wir kochten und quatschen, bevor wir uns schlafen legten. Morgen steht wahrscheinlich ein sehr langer Tag an, da die 8 Stunden entfernte Hütte schlecht sein soll und wir es bis zur 12 Stunden entfernten versuchen wollen. Hoffentlich machen meine Füße mit…

Top Timaru Hut bis Pakituhi Hut 

04.02.2016

26 Kilometer 11 Stunden 
Ich bin noch etwas geflasht von dem langen sehr unterschiedlichen Tag…

Heute Morgen standen wir 6 Uhr im Dunkeln in der Hütte auf. Plötzlich merkt man, dass die Tage bereits kürzer werden und es später hell wird. Ich hatte eine schlechte Nacht hinter mir, starke Schmerzen in den Füßen. Ich konnte sie nur schlecht ablegen, am liebsten hätte ich sie in der Luft hängen lassen, eignet sich aber nicht gut als Schlafposition. Daher nahm ich morgens direkt eine Schmerztablette. Nach einem schnellen Frühstück, da es durch das viele Gewusel der anderen in der Hütte nicht wirklich gemütlich war, starteten wir 6.45 Uhr. Es war heute mal wieder ein sehr anspruchsvoller Weg. 

Zunächst 5 Stunden sehr viel steil hoch und wieder hinab und unzählige Flussdurchquerungen. 

Es erinnerte mich an Fahrtenspiel: 20 Meter hoch, 20 Meter runter, durch den Fluss, 20 Meter hoch, 100 Meter oben im Hang, steil runter, durch den Fluss, 40 Meter hoch, 50 Meter im Hang, steil runter, durch den Fluss, hoch über eine Schlucht klettern, runter…und das wie gesagt 5 Stunden…

Nach diesem Stück machten wir Mittagspause, allerdings nur kurz, da uns die Sandflies wieder einen Besuch abstatteten. 

Ich dachte, das Schlimmste sei für heute überstanden, aber dann ging es richtig fies bergauf, fast 2 Stunden lang. 

Der Trail war teilweise fast senkrecht nach oben, es war kaum Trittfläche zu finden und obwohl es sehr trocken war, war es aufgrund der Steile sehr rutschig. Die Sonne brannte noch dazu…Ich war einfach von den letzten Tagen zu verwöhnt, immerhin handelt es sich hier um den Te Araroa. 

An der Stodys Hut angekommen beschlossen wir, dass wir tatsächlich noch bis zur nächsten Hütte gehen. Bei der Stodys handelte es sich um eine Wellblechhütte ohne Boden mit einer Mäusefamilie, wie uns bereits von einem Herrn berichtet wurde, der gestern dort geschlafen hatte und uns entgegenkam. Eine Frau an der Hütte meinte, dass der Weg zur nächsten Hütte gut zu laufen sei. Also gingen wir. 

Der Weg war tatsächlich viel besser zu laufen, wenn auch wieder lange bergauf. 

Vor den letztem 4 Kilometern nahm ich erneut eine  Schmerztablette, auch in der Hoffnung, dass sie nachts noch etwas wirkt. 

Da wir gutes Wetter hatten, konnten wir den Weg über den Breast Hill auf  1578 Meter nehmen, mit Blick über Lake Hawea und die Alpen. 

Der Breast Hill ist ein Te Araroa Highlight und was für eins! Auch wenn wir beim langen Aufstieg fast vom kalten Wind wehgeweht wurden, die Aussicht war es allemal wert. 

Wir blieben fast 1 Stunde auf dem Gipfel und genossen das 360 Grad Panorama. Einmalig und mit der Kamera nicht annähernd einzufangen. 

Der Abstieg zur Hütte war gut zu laufen, allerdings war die Hütte bis auf 1 Platz voll belegt, 2 Zelte standen bereits. 

Ray und Luke waren schon seit Stunden hier. Unfasbar schnell die Beiden, aber auch sehr erfahren. Ich überließ Bettina das Bett und entschied mich für den Fussboden. Páll hatte gestern auch in der anderen Hütte auf dem Boden geschlafen, was gut geklappt hatte. Nachdem allerdings 2 Typen 19.30 Uhr noch anfingen ein Festmahl mit frischen Zutaten zu kochen, war mir klar, dass sich hier einige Wochenendwanderer einen schönen Abend machen wollen und definitiv nicht früh  Ruhe einkehren wird. Also baute ich mein Zelt auf, mehr schlecht als recht, da zwischen den riesigen Grasballen nur schwer ein Platz zu finden war. So verkleinerten 3 Ballen meine Liegefläche, auch egal auf dem eh abschüssigen Gelände. Hauptsache, ich hatte nach dem langen Tag etwas Ruhe. Gegen 20 Uhr kamen auch noch 2 andere Wanderer an, die sich erst einmal lautstark auf der Terrasse der Hütte austauschten, so war ich doch froh, ein Plätzchen für mich zu haben, auch wenn langsam Wind aufzog…

Pakituhi Hut bis Albert Town Reserve Campground

05.02.2016

23 Kilometer 6 Stunden 

Die Nacht war nicht erholsam. Aufgrund der starken Windböen blieb ich gefühlt die ganze Nacht wach und wartete darauf, dass mein Zelt zusammen bricht. Ein paar mal bin ich raus, um zu kontrollieren, ob die Befestigung noch stabil war. Natürlich war alles in Ordnung. Zumindest blieb es trocken und gefroren habe ich auch nicht. Kurz vor 6 Uhr begann ich alles zusammen zu packen. Bettina saß bereits mit einer Tasse Kaffee auf der Terrasse der Hütte, als ich fertig war und genoss den traumhaften Sonnenaufgang. 

Heute hatte sie Geburtstag! Da ich leider nichts besorgen und über Tage mitschleppen konnte, werden wir in Wanaka nachträglich ein riesengroßes Patagonia-Eis essen, von dem bisher jeder geschwärmt hat. Wir ließen uns zeit den Tag zu begrüßen und starteten gegen 7.30 Uhr mit dem Abstieg zum Lake Hawea. 

Der Abstieg war sehr herausfordernd, steil mit Klettersektionen an Felsen, bei denen es rechts und links hunderte Meter nach unten ging. 

Natürlich nahmen wir jeden Felsvorsprung mit, gingen immer wieder zwischendurch etwas hoch, um noch steiler abzusteigen. 

2 Meter legte ich rutschend auf meinem Po hinter mich, zum Glück auf einer ungefährlichen Stelle. Auf kürzeste Distanz überwanden wir mal eben 950 Höhenmeter. 

Aber Spaß hat es gemacht. Zum ersten Mal gab es auch tatsächlich ein Hinweisschild mit einer Warnung für den Track. 

Nach den Kletterpartien ging es dann im Zick-Zack bis zur Straße am See hinunter. Dann wurde es entspannt, knapp 7 Kilometer entlang des Lake Hawea. Spaziergang mit Blick zum Genießen. 

In Hawea Village trafen wir pünktlich zum Mittag ein und feierten Bettina’s Geburtstag im Restaurant mit Seeblick, leckerem Essen und Sekt. Wir ließen uns über 3 Stunden Zeit und relaxten. 

Zwischendurch trafen Ray und Luke ein, die etwas aßen und anschließend statt zu laufen bis Wanaka hitchhiken wollten. Gegen 15.30 Uhr machten wir uns wieder auf den Trail, allerdings nur für knapp 13 Kilometer auf dem Hawea River Track bis zum Albert Town Reserve Campground, wo wir unsere Zelten aufschlagen wollten. Dieser Weg war ebenfalls sehr gut zu laufen. Größtenteils parallel zum Fluß. 

Ohne Worte…
Spaß beim Surfen im Fluss

Direkt vor dem Zeltplatz konnten wir den Fluss auf einer luxuriösen Hängebrücke überqueren. 

Der Campingplatz für 7 $ pro Nacht hat lediglich 2 Plumpsklos, Wasser gibt’s im Fluss. Problematisch war allerdings der Boden. Wir liefen mindestens noch einen Kilometer hin und her über das große Gelände und stocherten im Boden herum, alles steinig. Nach ca. 40 Minuten fanden wir endlich einen Platz, an dem wir die Heringe in den Boden bekamen. Da wir keine freistehenden Zelte haben, sondern welche,  die nur auf Zug halten, sind wir auf den Untergrund angewiesen. Wir aßen noch entspannt ein Camping-Abendessen, bevor wir uns hinlegten. Wirklich ein schöner abwechslungsreicher Geburtstag, und welch Glück, dass wir es tatsächlich in einen Ort geschafft hatten und dort auch noch ein tolles Restaurant war und sich das Wetter von seiner besten Seite zeigte.


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