​Te Araroa: Lake Tekapo bis Twizel – Sonne und Sturm 30.-31.1.2017

Lake Tekapo bis Pines Camping Area 

30.01.2017

34 Kilometer 9 Stunden 

Diese Nacht schlief ich sehr unruhig im Zelt. Obwohl es tagsüber sehr windig war, legte sich der Wind und wir hatten eine windstille und sternenklare Nacht. Der Sternenhimmel war gewaltig, sehr viel mehr Sterne als ich bisher zu Hause oder irgendwo ansers auf der Welt gesehen habe. Ab 4 Uhr wurde es allerdings feucht und kalt. Um 6 Uhr stand ich dann bei toller Morgenröte auf, da ich es im Zelt vor Kälte nicht mehr aushielt und sprang unter die warme Dusche. Wir packten gemütlich und frühstückten in Ruhe, bevor wir gegen 8 Uhr aufbrachen. 

Tolle Morgenstimmung

Wo ist oben und unten….

Heute stand ein sehr einfacher, dafür langer Weg auf dem Programm. 34 Kilometer immer entlang des Tekapo Kanals, der die Seen Lake Tekapo und Lake Pukaki verbindet. 

Mount Cook immer im Blick

Wie die beiden Seen, ist auch der Kanal türkis. Das Wetter war uns wohlgesonnen, blauer Himmel und Sonnenschein. Allerdings war nirgends die Möglichkeit im Schatten Pause zu machen und nachmittags wurde es doch sehr warm. Wir hatten den ganzen Tag den Mount Cook im Blickfeld, wunderbar. 

Vorbei an einer riesigen Lachsfarm tauchte ca. 5 Kilometer vorm Ende des Kanals hinter dem Kanal Lake Pukaki auf.

Mount Cook Lachsfarm
Tekapo Kanal und Lake Pukaki

Dir letzten 4 Kilometer bis zum Campingplatz ging es direkt am See entlang. 

Meine Füße schmerzten sehr,  zu viel Straße (kaum befahren bzw. teilweise für Autos gesperrt) und dann auch noch das zusätzliche Rucksackgewicht…

Seht ihr das Herz?
Wüstenkleidung

Der Campingplatz war wunderschön gelegen, obwohl wir nicht ganz so sicher waren, ob wir tatsächlich richtig waren, aber meine Füße wollten nicht mehr weiter und der Blick auf Mount Cook war unbezahlbar. 

Unsere Zelte – eins mir der Umgebung

Es handelte sich ja nicht um einen bewirtschafteten Platz, sondern eher um eine Beschreibung, wo man auf der Etappe zelten darf. Also bauten wir unsere Zelte mit bestem Blick auf, badeten im See und kochten. Bis dahin war es absolut windstill. 

Gegen 19 Uhr zog allerdings starker Wind auf und wir hatten Bedenken, ob unsere Zelte diesen aushielten, insbesondere, da schon wieder Sturmwarnungen herausgegeben wurden. Wir überlegten, doch besser zwischen die Bäume zu ziehen, zwar etwas windgeschützt, dafür aber ohne Aussicht. Da sich unsere Zelte nicht so leicht umbauen lassen, ließen wir es aber und gingen auf Risiko. Wir waren allein auf dem Platz. Tim und die beiden Amerikaner, die ebenfalls morgens mit uns gestartet sind, schienen doch noch weiter gegangen zu sein. Später sahen wir allerdings auf Facebook, dass Mark und Páll anscheinend auch in der Nähe zelteten, wir konnten sie aber nirgends entdecken. Der Wind legte sich wieder und wir gingen schlafen.

Pines Camping Area bis Twizel

31.01.2017

19 Kilometer 5 Stunden 

Kurz vor 3 Uhr nachts war meine Nacht allerdings zu Ende: Sturm! Ich befürchtete, jeden Moment samt meinem Zelt davon zu fliegen. Der See, am Abend noch still und ruhig tobte und schlug sehr hohe Wellen ans Ufer. 

Dramatische Stimmung am See

Ich versuchte die Augen trotzdem zu schließen, bis mir ca. 3.30 Uhr eine Zeltwand gegen mein Gesicht knallte. Ich hielt sie ca. 20 Minuten mit großem Kraftaufwand gegen den Wind ankämpfend weg, in der Hoffnung, dass der Wind etwas nachlassen würde und ich von außen die Wand wieder befestigen könnte. Natürlich wurde der Wind nicht schwächer. Ich wagte den Versuch, ließ die Wand los, um aus dem Zelt zu gehen, da kam mir die Vorderseite entgegen. So saß ich dann ca. weitere 20 Minuten, stützte nun beide Seiten ab und konnte mich nicht von der Stelle bewegen. Zum Glück war der Wind warm, sonst wären meine Arme abgefroren. Da ich es nicht mehr länger aushielt, weckte ich Bettina und sie war so nett, von außen die Befestigungen wieder anzubringen. Endlich erlöst. Schlafen konnte ich nun erst recht nicht mehr, schlummerte vor mir hin. 

Der Sturm blies unendlich viel Staub ins Zeltinnere, alles war ekelig. Gegen 6 Uhr packten wir in unseren Zelten alles ein, schlangen ein kleines Frühstück im Zelt herunter und machten uns 50 Minuten später auf den Weg. Weiterhin Sturm, aber glücklicherweise warm und kein Regen. Unterwegs mussten wir teilweise sehr gegen die Böen ankämpfen. 

Eigentlich wollten wir heute einen Abstecher Richtung Mount Cook machen und auf einem Nachbarberg in 1.800 Metern Höhe mit Blick auf Mount Cook zelten, allerdings war der Berg morgens in tiefen schwarzen Wolken verschwunden und bei dem Sturm war ein Aufstieg viel zu gefährlich. Auch wurde die Unwetterwarnung verlängert, sodass wir unseren Ausflug leider ausfallen lassen mussten. Also machten wir uns auf den Weg nach Twizel. Eine schöne, wieder einfache Strecke zunächst immer am Pukaki See entlang und anschießend durch ein schönes Tal. 

Am Pukaki Village legten wir eine größere Pause ein und genossen in Ruhe ein 2. Frühstück. Der Wind wurde langsam weniger. Nach ein paar Minuten kamen die beiden Amerikaner dazu, sie hatten 1 Kilometer von uns entfernt gezeltet und auch Probleme, nicht damit wegzufliegen. 

Da hinzer Twizel über 60 Kilometer keine Hütte mehr kommt, beschlossen wir, in Twizel zu bleiben und somit einen kurzen Tag einzulegen. Im Unwetter zelten und in der nächsten Nacht auch neben Sturm noch Regen, das musste nicht sein. 

Auch im DOC in Twizel bestätigte man uns, dass diese Nacht Unwetter mit Sturm und starkem Regen kommen werden. So checkten wir im Backpackers ein und teilten uns ein Zimmer mit Mark und Páll, die erfreulicherweise auch hier waren. Der halbe Erholungstag war auch ganz gut. Einerseits, weil meine Füße aufgrund der vielen Basen schmerzen, aber auch um in Ruhe die weiteren Tage zu planen. Wir müssen wieder für 7 Tage Essen mitnehmen und entsprechend einkaufen und wir werden eine sehr schwierige Flussüberquerung umgehen müssen. Aufgrund der Wetterlage in den letzten Wochen ist der Fluss sehr hoch und wir werden 12 Kilometer Umweg zugunsten unserer Sicherheit auf uns nehmen. 

Nachdem alles Organisatorische erledigt, ein Kuchen vertilgt war und wir etwas entspannt hatten gingen wir mit Mark und Páll gemütlich in ein Restaurant essen. Die nächsten 7 Tage mit Campingnahrung stehen ja an…


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