​Cromwell – Überraschendes Paradies 26.-27.01.2017 

Cromwell ist die neuseeländische Hauptstadt des Obsts, was man schon von weitem erkennt. Nicht nur an den unzähligen Obstplantagen und vielen Weinfeldern, sondern auch an der Obststatue, die einem am Eingang des Städtchens begrüßt. 

Ich bin hier ja nur gelandet, da ich gut in Richtung Tekapo weiterkomme, wo ich Bettina wieder treffen werde und in Wanaka und Queenstown alle Unterkünfte ausgebucht waren (es sei denn, man fängt bei 1.000 $ für 2 Nächte an). Empfohlen wurde die Stadt in keinem Reiseführer und auch im Internet fand ich eher mäßige Berichte. Also hatte ich keine großen Erwartungen. Ich sah auf Google maps, dass es Berge und einen See gab. Grundsätzlich ja eine passende Kombination für mich. Daher dann die große Überraschung für: ich fand mich in meinem kleinen persönlichen Paradies wieder! 

Cromwell ist eine kleine sehr schöne gemütliche Stadt mit einer tollen Lage im Tal des Lake Dunstan zwischen 2 Bergkämmen, die teilweise schneebedeckte Gipfel hatten. Sehr kurios, Weinfelder und im Hintergrund Schnee. 

Wein und Schnee – seltsame Kombination

In dem einzigen Backpackers wurde ich sehr nett empfangen. Es liegt zentral im Zentrum an der kleinen Mall und ist wirklich empfehlenswert. Ich zog mich schnell um und machte mich gegen 16 Uhr auf, die Stadt und den See zu erkunden. Endlich tolles Wetter. 

Ich ließ mich treiben, ging über unendliche Grünflächen und landete statt am See zunächst in Old Cromwell. 

Wunderschön, erinnert an eine andere Zeit, ähnlich dem wilden Westen. Leider gibt es nur ein Restaurant und ein paar Galerien in den Gebäuden. Die einstigen Kaffees und die Bäckerei haben geschlossen. 

Überall standen Obstbäume, an denen ich mich einfach bedienen konnte. Niemand schien Interesse an den saftigen Früchten zu haben, paradiesisch. 

Hier fanden sich auch zwei schöne romantische Kirchen. Alles war sauber und sehr gepflegt. Zwei nette ältere Damen sprachen mich an und wollten unbedingt hilfsbereit sein und mir den Weg zu meinem Hostel erklären. Dabei hatte ich weder danach gefragt, noch wollte ich schon zurück. Aber es schien sie zu freuen, dass sie helfen konnten, also ließ ich sie mir den Weg beschreiben. Ich hielt mich dann aber erst einmal in die andere Richtung zu einem Aussichtspunkt, an dem die beiden Flüsse Kawarau und Clutha Mata-Au zusammentreffen und ging dann am Flussufer entlang bis zum See. 

Eine sehr schöne Strecke, immer wieder Badebuchten. Auch perfekte Joggingstrecken. Nicht, dass ich joggen wollte, aber um herauszufinden, was ein perfekter Ort für mich ist, so muss ich feststellen, dass es statt dem Meer mit Bergen doch eher ein großer Bergsee mit ebenem Ufer zum Joggen und Radfahren ist, und einem See, den man richtig zum Schwimmen und Kayakfahren nutzen kann. Im Meer ist dies aufgrund der häufigen Strömungen ja leider nicht immer problemlos möglich eine Stunde wirklich zu schwimmen. Aber ich schweife ab…

Ab und zu gab es kurze Regenschauer, die tolle Regenbögen hervorzauberten. Leider habe ich es noch nicht herausgefunden, mit welcher Einstellung ich diese auch vernünftig mit meiner Kamera einfangen kann.

Wunderschöne Regenbögen

Der See und das Umland sind wirklich sehr beeindruckend. Ich fühlte mich richtig wohl, immer noch sehr überrascht von dem kleinen Paradies hier, da hat mich das Universum wieder an den richtigen Ort geführt. Mein (Geheim-) Tipp, kaum bekannt, kaum touristisch aber, wie bereits erwähnt, paradiesisch.  

Flach am Fluß und See, viele riesige Grünflächen, tolle Bergpanoramen zu beiden Seiten, im Hintergrund schneebedeckte Gipfel. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber ich finde es einfach soooooo schön…

Nach knapp drei Stunden war ich im Hostel zurück, kaufte noch im Supermarkt Essen und hatte einen  gemütlichen Abend. 

Die Nacht hatte ich tatsächlich relativ gut geschlafen. Nach dem Frühstück telefonierte ich nochmals mit Bettina und wir änderten spontan unsere Pläne vom Vortag. In zwei Tagen werden wir uns endich wieder treffen und gemeinsam den Te Araroa fortsetzen. Im Hostel habe ich mir ein Mountainbike geliehen (30 $) um eine größere Strecke erkunden zu können, als ich es zu Fuß gekonnt hätte.

Zunächst fuhr ich ca. 1,5 Stunden am See entlang. Hier war ein schöner Wander-/Radweg (nicht asphaltiert), vorbei an tollen Häuser, eher Villen. 

Lediglich am Ende habe ich ab und zu kurz geschoben, da es mir zu steil war, auch abwärts bei dem Untergrund. Einen Sturz wollte ich unbedingt vermeiden, dies klappte allerdings nicht ganz. Einmal fiel ich dann doch an einem steilen Hügel hinten über. Aber nur etwas geprellt… 

Absolute Ruhe pur, keine andern Menschen, ab und zu ein Boot. Zu Hauf gab es Kaninchen, fast hätten diese mit mir einen Unfall verursacht, da sie plötzlich kreuz und quer über den Weg schossen. Als der Weg nicht mehr weiter ging drehte ich um und relaxte an einem schönen Platz am See.

Auch die Autos sind hier schön…

Da ich Hunger bekam, fuhr ich zurück nach Cromwell, aß etwas und machte mich anschließend in die andere Richtung den Fluss hoch zum Clyde Staudamm auf. Dem größten Staudamm Neuseeland, der Christchurch und Dunedin mit Elektrizität versorgt. Die ersten Kilometer waren noch angenehm, dann wurde die Strecke zum Wander- und Mountainbikeweg. Das hieß sehr hügelig, viel Sand, schwer zu fahren. Und bis zum Staudamm waren es ca. 24 Kilometer einfache Strecke. Da ließ ich mich dann doch von der Sonne und dem Wasser zum Relaxen überreden, suchte mir einen schönen Platz, sonnte mich, hörte Musik. Snatam Kaur-tiefenentspannt. 

Nach einer Stunde fuhr ich doch noch ein Stück weiter, aber der Weg blieb schwierig. Zum Wandern wäre er schön gewesen, aber ich bin einfach nicht der Mountainbiker. So fuhr ich zurück zu meiner Obstwiese vom Vortag und futterte gefühlt ein Kilogramm Pflaumen und Aprikosen. Im Supermarkt sehr teuer, hier umsonst und mit Sicherheit viel leckerer. An einem Steg machte ich es mir bis zum frühen Abend gemütlich. Ich verstehe einfach nicht, warum hier alles ausgestorben ist. Es ist so schön. 

Nach einer Dusche packte ich mein Abendessen ein und radelte zum Picknick im Sonnenuntergang an den See. 

Ach…habe ich fast vergessen zu erwähnen: in meinem Paradies gibt es natürlich keine Sandflies!
Unterkunft: Cromwell Backpackers – gut


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