​Te Araroa – Nelson Lake National Park und Waiau Pass Track – Sonnenkinder im Regen 12.-17.01.2017

St. Arnaud zur Lakehead Hut

12.01.2017

9 km 3 Stunden

Die Nacht in St. Arnaud verbrachten wir im Backpacker Bereich der Alpine Lodge. Für 29 NZ $ gab es ein Bett im 6er Frauenschlafraum (sehr eng, aber wir waren glücklicherweise nur zu viert), einen begrenzten WLAN-Zugang und 1 Duschmarke für eine warme Dusche. Gemessen an den sonstigen Preisen des Ortes völlig okay. Ort ist fast schon zuviel gesagt, es gibt 1 Tankstelle mit kleinem Shop und Imbiss und einen Takeaway-Pizza-Anbieter. Meine Nacht war wieder unruhig, dafür standen wir erst gegen 8 Uhr auf, frühstückten und beschlossen, trotz des anhaltenden Regens zu starten. Leider ist für die ganze folgende Woche schlechtes Wetter vorhergesagt. Zunächst sah es gar nicht nach so viel Regen aus, sodass wir nur mit Regenjacke starteten. 5 Minuten nach Start hielten wir aber am DOC-Office, um auch die Regenhose anzuziehen.

Der Weg verlief seitlich des Sees, eigentlich auf schönen einfachen Wanderwegen, wären da nicht die Schlammlöcher und Überschwemmungen durch den Regen gewesen. Bereits vor der ersten Flussüberquerung waren meine Füße vom Regen durchnässt, wie auch mein ganzer restlicher Körper. Regenkleidung hin oder her, bei richtigem Regen hält auch das teuerste Produkt nicht. Zum Glück war es nicht kalt, sodass wir nicht froren. Nach spätestens 2 Stunden hatte ich keine Lust mehr. Eigentlich wollten wir 2 Hütten laufen, aber 7,5 Stunden klitschnass….Ich träumte schon vom Wassertaxi, dass mich zurück brachte und ich meine Zeit anderswo verbringen würde als auf dem Trail. Aber nur ein Traum. Ein Wassertaxi gibt es zwar, aber keinen Zeitplan am Steg und Telefonempfang sowieso nicht…Dann haben wir uns auch noch verlaufen und den Weg verloren, natürlich genau an einer doppelten Flussüberquerung…Aber Bettina checkte das Gelände und fand irgendwann den Trail wieder. Wirklich eine blöde Stelle, Pawel berichtete uns abends, dass auch er sich dort verlaufen hatte. In der Hütte angekommen, aßen wir erst einmal Mittag. Bettina wollte noch zur nächsten Hütte und für mich war es ok, da es am Nachmittag etwas aufklaren sollte. So schlug Bettina vor, in Ruhe noch einen Kaffee zu trinken. Große Überraschung: der Gasbehälter wollte nicht. Was für ein Schlamassel! Der Kanister war neu. Chris hatte ihn uns gestern gegen unseren halbvollen getauscht. Ohne Gas konnten wir unmöglich weiter. Also bot Bettina an, zurück nach St. Arnaud zu gehen und Gas zu besorgen. Das hieß, nochmal 3 Stunden zurück und wieder zur Hütte. Da sie ihren Rucksack nicht mitnehmen musste, war sie allerdings viel schneller. Also hütete ich die Hütte, legte neues Feuerholz zum Trocknen unserer Sachen auf und verkroch mich in meinen Schlafsack um zu lesen und ein bisschen zu dösen. 1,5 Stunden später traf Pawel völlig durchnässt ein. Bettina hatte er seltsamerweise unterwegs nicht getroffen. Zwischenzeitlich hatte sich der Regen tatsächlich verzogen und die Sonne schien, verrücktes Wetter. 

Ich machte noch einen 30 Minuten Spaziergang zum See, um ihn wenigstens einmal ohne Regen und Nebel gesehen zu haben. Wunderschön, abgesehen von den sofortigen Sandflies-Attacken. 

Vorher-Nachher

An der traumhaft gelegenen Hütte mit Blick auf die neuseeländischen Alpen, setzte ich mich in die Sonne und las. 

Herrlich  (außer, dass ich mich mit Gift einsprühen musste, um ca. 500 Sandflies auf meinem Körper sterben zu lassen). Bettina war gegen 18 Uhr mit neuem Gas zurück. Wir kochten, lasen noch ein wenig und legten uns früh schlafen. 

Lakehead Hut zur Upper Travers Hut 

13.01.2017



18 km 6,5 Stunden

Die Nacht war klar, mit einem tollen Vollmond. Das weiß ich natürlich,  weil ich mal wieder nicht schlafen konnte. Wir starteten erst 7.45 Uhr. Entgegen der Wettervorhersage, war es nur vormittags leicht bewölkt, gegen Mittag nur noch strahlend blauer Himmel. 

Zur großen Überraschung war der Trail angenehm zu laufen, abgesehen von den riesigen Schlammpassagen aufgrund des starken Regens gestern. Aber wer will schon mit trockenen Füßen laufen? An der schön gelegenen John Tait Hut legten wir unsere Mittagspause ein, wir waren fast 1 Stunde schneller, als vorgesehen. 

Auf dem Weg zur Upper Travers Hut, unserem heutigen Ziel, wurde es etwas steiler, aber alles kein Vergleich zu dem, was vorher war. Und Halleluja: bei den meisten Flussüberquerungen gab es Brücken! 

Einen kleinen Abstecher machten wir noch zu den Travers Falls, ein 2 Minuten Sidetrip ohne Rucksack, welche Wohltat.

Die Landschaft um uns herum wurde wieder alpiner mit großartigen Blicken auf die Alpen, teilweise noch Schnee auf den Gipfeln, tolle Wasserfälle, die die Berge herunterliefen. 

Die Upper Travers Hut liegt wunderschön am Fluss, zu Fuß des Mt. Travers. Der einzige Minuspunkt: auf den letzten 20 Metern wurden die Füße nochmals nass, da es durch ein heimtückisches Sumpfgebiet ging.

In einem traumhaften Pool mit eigenem kleinen Wasserfall nahmen wir ein Bad im Fluss, herrlich, allerdings so eiskalt, dass ich lange meine Füße nicht mehr spüren konnte. 

Unser Privat-Pool

Da Bettina mir ihre linke Innensohle geliehen hatte, hatte sich mein Fuss etwas erholt, er schmerzte mittlerweile doch sehr von den weichen Schuhen ohne Innensohle auf den anspruchsvollen Wegen. Nach etwas Stretching und Chillen in der Sonne auf der Terasse der Hütte, kochten wir und gingen schlafen. Da morgen eine große Etappe ansteht, wollen wir sehr früh los. 

Die Hütten sind übrigens alle zur Selbstversorgung. Es gibt Schlafstellen und einen Ofen zum Heizen. Zum Kochen muss man sein Campingequipment verwenden. Ausserdem gibt es ein Plumpsklo. Wasser holt man sich entweder aus einen naheliegenden Fluss, oder aus dem Regenwassertank, den aber nicht alle Hütten haben und der auch schon mal leer sein kann. 

Upper Travers Hut to Blue Lake Hut 

14.01.2017



15 km 9 Stunden

Der Tag begann nicht so gut, beim Aufstehen war mir sehr übel. Ich aß trotzdem etwas zum Frühstück, bevor es 6.40 Uhr mit dem steilen Aufstieg zum Travers Saddle (1787m) losging. 450 Höhenmeter in einen Stück. 

Vom Saddle hatten wir einen wunderschönen Panaramablick auf die uns umgebenden Berge. 

Nach einer Fotosession ging es dann an den sehr steilen Abstieg, zunächst über Felsbrocken, dann noch steiler und sehr rutschig durch den Wald. Einmal fiel ich etwas ungünstig und verdrehte mit etwas den Arm, aber der tat sowieso schon von dem vielen Abstützen auf den Wanderstöcken weh. Nach ca. 2 Stunden war der Schmerz dann auch schon vergessen. Übrigens auch meine Übelkeit und die zwischenzeitlichen Bauchkrämpfe. Da war für den Körper einfach keine Zeit mehr, sich bei der Anstrengung darauf zu konzentrieren. 

Der Weg führte hinunter bis zum Sabine River. Entlang des Flusses ging es etwas entspannter (ausser eine steile Etappe am Ende) bis zur West Sabine Hut, an der wir unsere Mittagspause einlegen. Statt der mindestens mit 6 Stunden angesetzten Etappe benötigten wir trotz Fotostopps keine 5 Stunden. 

Anschließend ging es weiter zur Blue Lake Hut. Der Weg führte entlang des Flusses durch viel Wald, der an einigen Stellen märchenhaft vermoost war. Es wechselten sich einfache Stücke mit Schlammpassagen, Flussüberquerungen und Kletterpassagen ab. 

Sobald der Wald lichter wurde, bzw. an manchen Stellen endete, eröffneten sich uns traumhafte Ausblicke auf die Berge, den mittlerweile reißenden Fluss, unzählige Wasserfälle, die an allen Seiten den Bergen entsprangen, herrlich! Wir nahmen uns Zeit die Natur zu genießen und kamen mal aus unserem Walking-Tempo heraus.

Die ersten 2 Stunden waren eher relaxt und ich erwartete eigentlich, dass auch die letzte Stunde entspannt läuft, aber wir befinden uns ja auf dem Te Araroa…Also ging es nochmal richtig los: Aufstieg, Kletterpasagen, Schlamm, überflutete Stücke. 

Die Hütte liegt, wie der Name schon sagt, am Blue Lake, dem See mit dem weltweit reinstem Wasser. Leider schien die Sonne nicht mehr, trotzdem war die Farbenvielfalt des Sees beeindruckend. 

Baden ist verboten, aber trinken darf man das Wasser. 

Wir waren allein mit 2 weiteren TA-Hikern auf der Hütte, Mark, auch aus Berlin und Páll, aus Island. Die beiden hatten wir bereits in den letzten beiden Tagen getroffen. Nach dem Essen machten die Jungs den Kamin an, da es mittlerweile sehr kalt geworden war. Nach Plaudern, Blog schreiben und lesen, gingen wir schlafen und hofften auf gutes Wetter für den nächsten Tag, da man den Pass unmöglich im Regen machen kann. 

Blue Lake Hut zum Caroline Creek Bivvy 

15.01.2017
12 km 9,5 Stunden

Diese Nacht herrschte ein riesiges Unwetter. Sturm tobte und der Regen peitschte gegen die Hütte. Morgens gegen 6 Uhr regnete es immer noch und dicke Wolken hingen in den Bergen. Also beschlossen wir liegen zu bleiben. Bei dem Wetter konnten wir unmöglich weiter, schon gar nicht auf den Pass, der vor uns lag. Als ich kurz auf Toilette bin, immer ca. 30 Meter von der Hütte entfernt, musste ich durch einen See waten, der sich die Nacht um die Hütte gebildet hatte. Wunderschön, halb verschlafen erst einmal durch 5 Grad warmes Wasser zu waten und dann im Schlafsack versuchen, die erfrorenen Füße wieder zum Leben zu erwecken… Wir schliefen bis fast 9 Uhr! Zum Frühstück die nächste Katastrophe: die blöde Maus aus der Hütte war in meinem Lebensmittelbeutel gekommen, obwohl wir alles hochgehängt hatten. Auch Mark hatte Pech. Wir wußten von der Maus und die Jungs hatten sie am Vorabend auch beobachtet und fanden sie süß, jetzt nicht mehr. Sie hatte meine Tortillas, meinen großen Beutel mit Müsli und Nüssen und einen Müsliriegel (zum Glück nicht die guten) angeknabbert. Ein herber Verlust. Ich verbrannte die angefressenen Lebensmittel, immerhin eine Erleichterung meines Rucksacks um ca. 2 kg. Wahrscheinlich wollte mir die Maus aufgrund der anstehenden Etappe einen Gefallen tun. Jedenfalls muß sie mindestens das 3fache ihres Körpergewichtes gefressen haben. Und damit noch die Wand hoch und runter geklettert sein…unfassbar. Das Wetter hatte umgeschlagen, die Wolken verzogen sich und der Regen hatte aufgehört. Kurz vor 10 Uhr sind wir dann doch aufgebrochen. 

Blick zurück auf den Blue Lake

Die Strecke über den Waiau Pass ist die anspruchsvollste dieses Teilabschnitts und sollte nur bei gutem Wetter absolviert werden. Ausserdem soll sie nach den Trailnotes einer der Highlights auf dem Te Araroa sein und das kann ich trotz der Strapazen des heutigen Tages bestätigen. Der Track ging ab der Blue Lake Hut durch Wald und bescherte uns noch einmal einen tollen Blick auf den Blue Lake. Da es bewölkt war, war es mit meiner Kamera leider nicht möglich, die tatsächliche tolle Farbe einzufangen. Dann ging es steilauf zum Lake Constance. Ein riesiger wunderschöner See im traumhaften Alpen-Bergpanorama. 

Zuerst natürlich steil über Geröll- und Steinfelder oberhalb des Sees entlang, bevor es wieder sehr steil nach unten bis ans Ufer ging. Die Ausblicke waren aber grandios und die Mühe wert. 

Am Ufer machten wir unsere Mittagspause, um den Blick einfach zu genießen. Mark und Páll kamen kurz später und leisteten uns Gesellschaft. 

Dann ging es an der gegenüberliegenden Seite sehr steil zum Waiau Pass hinauf. 500 Höhenmeter. Zuvor aber noch durch das Flussdelta, damit wir den Aufstieg mit nassen Füßen machen konnten. 

Bettina’s Versuch trockene Füße zu behalten scheiterte…

Oben angekommen, erwartete uns auf der anderen Seite ein weiteres atemberaubendes Bergpanorama. Hier waren wir so hoch, dass noch Schneefelder da waren. 

Auch hier Seen, unzählige Wasserfälle, phantastische Berge, hochalpin…meine Welt. Hier ging mir wirklich das Herz auf! Egal wie anstrengend, dafür lohnt es sich. Am Pass selbst blies sturmartiger Wind, sodass wir uns schnell an den Abstieg auf der anderen Seite bis zum Waiau River machten. Unerwartet und auch nicht angekündigt, kamen hier sehr große steile Kletterpassagen. Mal wieder klettersteigähnlich, nur ohne Sicherung. Aber das Stück machte mir Spaß, da kommt das Kind durch.

Bettina kann auch noch während des Kletterns spektakuläre Fotos von mir machen…

Kein Spaß machte der restliche Abstieg, steil, rutschig und teilweise von kniehohem stechenden Gras so überwachsen, dass man den Weg nicht sah. Unschön, da in dem Pfad ständig sehr tiefe Löcher waren, in die man besser nicht rutschen sollte. An einem Stück fiel ich so, dass ich dachte, nun sei es vorbei. Aber es war so steil, dass ich mich halb seitlich überschlug und durch meinen Rucksack direkt wieder auf meinen Füßen befand. Kaum stand ich, fiel Mark vor mir. Aber alles gutgegangen, wirklich verletzt hat sich niemand. 

Am Fluss angekommen, folgten wir diesem durch Schlamm, über Steinfelder und überquerten ihn und Seitenarme hin und wieder, nicht dass die Füße trockneten. Eine der Überquerungen war oberschenkeltief und der Fluss hatte sehr viel Kraft, starke Strömungen.

Der Campingplatz Upper Waiau Forks, wenn man das überhaupt so nennen kann, einfach eine Stelle zwischen ein paar Buchen, sagte uns gar nicht zu und so gingen wir weiter zum Caroline Creek Bivvy. Wieder große Steinfelder, aber auch einfachere Waldstrecken und unzählige Flussüberquerungen. Das Caroline Creek Bivvy, eine einfache 2-Mann Notunterkunft, war schrecklich. Alt und unheimlich. 

Also überließen wir den Jungs die Hütte und schlugen unsere Zelte auf. 

Aus dem gemütlichen Abend wurde allerdings nichts, da es sofort Sandfliesattacken gab. So konnte ich auch nicht Bettina feiern, die heute die 2000 km Te Araroa-Marke geschafft hat (ebenfalls natürlich auch Mark und Páll). Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle nochmal, tolle Leistung! 

Caroline Creek Bivvy to Anne Hut

16.01.2017



30 km  9 Stunden 

Die Nacht im Zelt war nicht erholsam. Ich schlief unruhig, hörte ständig Schritte… Aufgrund der Sandflies verzichtete ich auf mein Frühstück und aß lediglich einen Power-Müsliriegel. Gegen 7.15 Uhr waren wir, in kalten nassen Schuhen, wieder unterwegs. Heute stand überraschend ein sehr einfacher, allerdings weiter Weg an. Meist entlang des Flusses, bzw. verschiedener Flüsse, durch Täler, zu beiden Seiten tolle Bergpanoramen. 

Auf großen Strecken hatte ich das Gefühl, in Afrika zu sein, savannenartige Landschaft. 

Dann tauchten wieder irische Berglandschaften auf und daneben Hochgebirge mit Schnee auf den Gipfeln. Alles gesäumt mit tollen Blumenwiesen um uns herum. Traumhaft! Aber da es der Te Araro ist, gab es natürlich auch ein paar Herausforderungen. Heute hießen sie mal wieder unzählige Flussüberquerungen. 2 ziemlich tiefe mit starker Strömung standen direkt zu Beginn an. Ich tauchte bis zu den Oberschenkeln ab. Meine Beine, schlimmer allerdings die Füße, brannten, schmerzten und irgendwann hatte ich das Gefühl, sie sind abgestorben, nämlich kein Gefühl mehr. Da es auch dauerte, bis die Sonne über den Berg ins Tal schien, fror ich sehr.

Als es die Sonne endlich geschafft hatte, legten wir eine Kaffeepause ein, um die Füße etwas zu wärmen und wieder zum Leben zu erwecken. Unsere Lieblingsgesellschafter, die Sandflies, muss ich ja nicht erwähnen… Bei den folgenden Überquerungen ging ich dann barfuß oder in Sandalen, heute war es aufgrund des Geländes leicht möglich, die Schuhe zu wechseln, da wir nicht an irgendwelchen Hängen hingen. Definitiv habe ich noch nie in meinem Leben so oft an einem Tag Schuhe und Socken aus- und wieder angezogen. 

Für die letzte große Überquerung des Henryriver wünschte ich mir eine Brücke, und zu meiner Überraschung war dann tatsächlich eine da, hätte ich schon mal früher mit dem Wünschen begonnen…

Immerhin bietet der Te Araroa unzählige Kneipp- und Schlammkuren, anderswo nur teuer zu bekommen…

Die Anne Hut, eine schöne neue Hütte für 20 Personen, tauchte dann doch überraschend auf, auf dem GPS-Track lag sie noch weiter entfernt. Sie war gut belegt, da sich hier mehrere Wandertrails treffen, die Ein- bis Mehrtagestouren zulassen. Nach einem gemütlichen Abend mit Mark und Páll gingen wir früh schlafen. 

Anne Hut to Boyle Village 

17.01.2017

30 km 9 Stunden 

Die Nacht stürmte es und regnete in Strömen. Trotz anhaltenden Regens standen wir um 6 Uhr auf. Wir hatten eine lange, aber einfache Strecke vor uns und wollten sie auf jeden Fall laufen. Gegen 7 Uhr starteten wir bei nur noch leichtem Regen. Die Strecke war wie gestern einfach, lediglich ein paar schmale Flussüberquerungen, die man schaffte, indem man über Steine stieg oder über Baumstämme balancierte. Das hieß jedoch nicht, dass wir heute mit trockenen Füßen laufen mussten, nein, aufgrund des Regens, des nassen Grases und der Wiesenwege, die sich in Sumpfgebiete verwandelt hatten, waren die Füße nach 15 Minuten wieder schön nass. Herrliche Schlammgebiete durchquerten wir natürlich ebenfalls. Aber meiner Laune konnte das alles nichts anhaben, die blieb super, mir geht es wirklich gut!

Einzige größere Steigung war der Aufstieg zum Anne Saddle auf über 1100 Metern mit null Aussicht. Nicht wegen des Wetters, sondern da er mitten im Wald liegt. Anschließend folgten wir meist dem Boyle River im Tal oder am Hang. 

Wir dehnten die Mittagspause auf einer Hütte auf 1 Stunde aus, um etwas zu trocknen. Bettina hatte heute keine richtige Lust und wollte den Weg nur hinter sich bringen. Eine neue Erfahrung für mich, sie hatte keine wirkliche schlechte Laune, sondern zog das Tempo noch mehr an. Gefühlt im Trail-Running-Tempo hetzten wir über den Track, mit Walken hatte das nichts mehr zu tun und vom Wandertempo habe ich mich ja sowieso schon verabschiedet. 

Im Boyle River Outdoor Education Centre erwartete uns erneut ein Verpflegungspacket, das Bettina von Wellington aus versandt hatte. Glücklicherweise hatten sie noch Platz zum Übernachten, sonst gibt es im Umkreis keine Möglichkeit. Noch nicht einmal Telefonempfang ist in diese Gegend. Wir wuschen unsere Wäsche, genossen eine heiße Dusche und kochten. Die Dame vom Center ist sehr nett und hilfsbereit. Eine empfehlenswerte Unterkunft. Ich beschloss, ein paar Tage Pause vom Trail zu machen. Ich benötige dringend Innensohlen, die letzten Tage ist Bettina nur mit einer gelaufen, da ihre Schuhe eine festere Sohle haben. Ausserdem ist der nächste Abschnitt über 6-8 Tage bis Arthurs Pass anstrengend zu gehen, bietet aber keine wirklichen Highlights. Und die Wettervorhersage ist grausig, Unwetterwarnungen, sehr starker Regen über Tage. Fraglich, ob Bettina den Trail wie geplant fortsetzten kann…Also perfekt für eine Unterbrechung für mich und meinem Körper tut es sicherlich auch gut, Pause vom Laufen und schweren Schleppen zu haben. Nach einem leckeren Abendessen und einer interessanten Plauderstunde mit Bruce, einem Kiwi, der ebenfalls mit uns untergebracht war, und der uns sehr viel über Tracks in Neuseeland und die Probleme des Erdbebens bei Kaikura berichtete, gingen wir gegen 22.00 Uhr schlafen. 


2 Gedanken zu “​Te Araroa – Nelson Lake National Park und Waiau Pass Track – Sonnenkinder im Regen 12.-17.01.2017

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