Te Araroa – Pelorus River Track und Richmond Ranch-Hochs und Tiefs 3.1.-11.1.2017

​03.01.2017 Abschied und Beginn

Die gemeinsame Zeit zu Dritt ist so schnell vergangen. Nach unserm letzten gemeinsamen Frühstück fuhren wir zurück nach Nelson, gaben das Auto ab und verabschiedeten uns voneinander. Bei meinen Erledigungen in Nelson gab es ein Problem mit der Versendung des Pakets, da die Post noch Urlaub hatte. Schock! Auch in der Touristeninformation konnte man mir nicht weiterhelfen. Als ich mit Bettina beim DOC wartete, um den Hüttenpass zu kaufen, tauchten 2 weitere Te Araroa Hiker auf, die Bettina kannte und die den Trail unterbrochen hatten, um sich auch noch andere Sachen auf der Südinsel anzusehen, daher waren sie momentan zufällig in Nelson und zufällig liefen sie uns über den Weg…Danke liebes Universum! Chris erklärte sich bereit, mein Paket  am nächsten Tag aufzugeben. Vielen lieben Dank dafür, und ich bin mir sicher, dass wir uns auf dem Weg nochmal begegnen.

Nach dem Einkauf der Lebensmittel für die nächsten 10 Tage konnte ich meinen Rucksack kaum mehr allein auf- und absetzten, und da war noch kein Wasser dabei…Leider hatten wir auch beim Hitchhiking diesesmal kein großes Glück. Erst nach 1,5 Stunden nahm uns ein Kiwi mit, obwohl wir an einer stark befahrenen Straße standen. Er war so nett und nahm einen Umweg in Kauf,  um uns bei der Pelorus Bridge abzusetzen, von wo aus wir am morgigen Tag den Trail weitergehen werden. Am Campingplatz  (sehr schön, aber 18 NZ $ pro Person) bauten wir die Zelte auf, aßen zu Abend und verzogen uns gegen 20 Uhr in unsere Zelte, sortierten unsere drei Sachen, lasen, schrieben Blog. Zum Glück war es seit dem Nachmittag wieder sonnig und warm, daher hoffte ich auf eine Nacht ohne Frieren…

Übrigens danke Eva! Deine Karte ist noch im Hostel angekommen und hat mich erreicht. Habe mich sehr gefreut 🙂

Pelorus Bridge bis Middy Hut

04.01.2017

ca. 27 km 9 Stunden 

Nach einem Campingfrühstück (Müsli mit warmen Wasser und einem löslichen Kaffee-gibt es ab jetzt jeden Morgen) brachen wir gegen 8 Uhr auf. 

Zunächst ging es 13 km eine unbefestigte Straße entlang, die viele nicht laufen wollen. Wir fanden den Abschnitt aber nicht schlimm, Autos haben wir in 3 Stunden vielleicht 3 gesehen und die Umgebung war sehr schön, erinnerte an eine typische deutsche Berglandschaft. Dann ging es ins Gelände, immer dem Pelorus-Fluss folgend. Der Weg war sehr anspruchsvoll, hoch, runter, sehr steil und teilweise Kletterpassagen. Er erschöpfte mich sehr, vorallem wegen dem schweren Rucksack, derzeit sicherlich 20 kg. Ein paar Blasen haben meine Füße natürlich auch abbekommen. Spannend waren die 4 Hängebrücken unterwegs, 3 davon lediglich für 1 Person zugelassen. 

Sehr nervig waren allerdings die Sandflies. Sobald man stehen bleibt, wird man angefallen und zerbissen. So fiel unsere Mittagspause an den traumhaften Emerald Pools nur sehr kurz aus. Da wir die 1. Hütte bereits gegen 15 Uhr erreichten und sofort von Sandflies angegriffen worden, liefen wir bis zur Middy Hütte, die auch unser eigentliches Ziel war. Leider auch hier Sandflies.

Trotzdem ließen wie es uns nicht nehmen, nackt ins Wasser zu springen, das glasklare türkise Wasser des Flusses war einfach zu verlockend und ein anderer Wanderer in der Hütte meinte, Sandflies greifen keine kalten Körper an. Also nach dem Bad direkt in lange Sachen geschlüpft und Wasser gefiltert,  gekocht und bei schönstem Wetter leider in der Hütte ausgeruht.

Mein Schatten von der Brücke

Middy Hut bis Browning Hut

05.01.2017

16 km 8,5 Stunden

Die Schultern brennen…
Die Nacht in der Hütte war ruhig und warm. Ich schwitzte im Schlaf sehr,  allerdings nicht durch die Hüttenwärme, sondern durch die Belastung des vergangenen Tages. 

Das musste mein Körper erst einmal verarbeiten.
Wir brachen nach einem kurzen Frühstück gegen 7 Uhr auf. Es stand uns ein steiler Aufstieg, ca. 800 Höhenmeter bevor, der uns sehr forderte. An der Rocks Hut, einer sehr schönen großen Hütte legten wir eine kurze Pause ein. Auf dem weiteren Weg trafen wir einen weiteren Te Araroa Hiker, Pawel aus Polen. Er berichtete von einigen anderen Hikern, u.a. einer Bettina aus Berlin, die er seit der Nordinsel verfolgte. Welch Überraschung für ihn, dass er Bettina nun getroffen hatte. Seine Freundin liest ihren Blog und berichtet ihm immer. Ich durfte dann auch sofort ein Starfoto der beiden machen. Ich glaube, das war nicht das letzte mal. Bettina ist mittlerweile hier bekannt und auch zum zweiten Mal in einer Zeitschrift in Neuseeland erschienen. Glückwunsch!!!

Der Weg führte hauptsächlich durch Wälder, größtenteils schwierige Wege, matschig, moosig, verwurzelt, sehr rutschig. Zwischendurch fiel ich einmal auf meinen Po, auf dem letzten Kilometer dann noch 2 Mal. Zum Glück ist er gut gepolstert. Das problematischste am Sturz ist das Aufstehen, mit dem schweren Rucksack ist es mir fast kaum möglich und sieht sicherlich sehr lustig aus. Lediglich 1-2 Stunden vor der Browning Hut hatte man endlich einmal tolle Panoramablicke. Es ist echt frustrierend, wenn einem alles schmerzt, vor allem die Schultern von dem schweren Rucksack, man ständig Berge hochsteigt und ohne etwas gesehen zu haben wieder absteigt. Nicht mein Gelände. Interessant war ein Abschnitt, mit unendlich vielen gefallenen Bäumen. Es erinnerte mich sehr an die Abschnitte auf dem Rothaarsteig, die von Kyrill verwüstet wurden. 

Wir waren gegen 15.30 Uhr an der Browning Hut und beschlossen zu bleiben und unserem Körper etwas Ruhe zu gönnen. Die nächste Hütte sollte immer sehr voll sein und auch nicht so schön, wie uns andere Hiker berichteten. Also wuschen wir uns im Fluss, machten etwas Stretching, genossen die Sonne und dann passierte es: das blöde Weka (diebisches Waldhuhn) hat meine Innen-Sohle gestohlen!!! Ich suchte ca. 1 Stunde, Bettina und ein Kiwi, der auch in der Hütte übernachtete halfen mit, erfolglos. Der Kiwi bot mir seine Sohle an, da er nicht so einen langen Weg vor sich hatte. Sehr nett, aber das konnte ich nicht annehmen. Gemeinsam mit einem anderen Kiwi-Pärchen, die mit ihren Hunden an der Hütte zelten, kam er dann auf die Idee, eine Sohle zu bauen. Und so wurde die Isomatte der Camper geopfert und mir 2 Sohlen daraus geschnitten. Unglaublich! Was für eine Hilfsbereitschaft, vielen lieben Dank!!!

Später kochten wir und gingen früh ins Bett. Allerdings kamen noch einige Personen später und wollten auch übernachten, ein Pärchen, das mit faltbaren  Booten unterwegs war, ein weiteres, dass auch den Te Araroa läuft und das wir schon auf dem Campingplatz Pelorus River am Starttag getroffen hatten kamen gegen 20h und teilten sich die letzte Matratze. Zwei weitere Hiker  (mit Stoffsneakern) schliefen auf dem Boden. Mit dem Kiwi, der Jadesteine sammelte und dem Kiwi-Pärchen, die auf der Jagd waren (zum Glück hatten sie nichts geschossen) eine sehr skurrile Mischung. Jedenfalls waren alle sehr laut, nicht wirklich rücksichtsvoll. 

Browning Hut bis Slaty Hut

06.01.2017

16 km 9,5 Stunden

Zum Glück schreibe ich meinen Blog abends. Hätte ich ihn heute Mittag geschrieben, wäre er erschreckend gewesen, voller Schimpfwörter und diese 50 Mal wiederholt. Ich schimpfe selten und bin froh, die Ausdrücke hier nicht niedergeschrieben zu haben, insbesondere auch,  weil zumindest 2 Kinder meinen Blog lesen (an dieser Stelle liebe Grüße an Franz und Luise).
Aber von vorn: Wie jeden Tag starteten wir gegen 7 Uhr nach einem kurzen Frühstück. 

Zunächst ging es 1,5 Stunden bis zur nächsten Hütte. Der Weg führte im Wald und am Fluss entlang, teilweise steil und rutschig, sonst aber okay. An der Hütte legten wir nur eine Toilettenpause ein und ich war froh, dass wir gestern in der Browning Hut geblieben sind. Sie war um einiges schöner. Nach der Hütte ging es mit dem sehr anspruchsvollem Weg los. Wenn ich die letzten beiden Tage dachte, es wäre schon anspruchsvoll, kam nun noch eine Schippe drauf. Steil hoch und runter, ständige Flussdurchquerungen, nasse Kletterpassagen am Flussufer….Ich kann es gar nicht alles beschreiben. 

Es war schrecklich und wer mich kennt, kann sich ungefähr vorstellen, wie der Weg gewesen sein muss. Bei der dritten Flussdurchquerung rutschte ich ab und stürzte, abgesehen davon, dass nun ausser meinen Füßen nun mein halber Körper nass war, habe ich nun einen aufgeschürften rechten Oberschenkel, der mittlerweile alle Farben des Regenbogens zeigt. Glücklicherweise konnte ich die Kamera retten, verstaute sie anschließend auch wasserfest, ich hatte sowieso keine Lust auf Fotos. Wie ich es geschafft habe im Wasser mit dem Rucksack aufzustehen ist mir ein Rätsel. Ich war so frustriert, dass ich schon überlegte, wie ich meine Zeit in Neuseeland auch anders verbringen könnte. Vor allem habe ich immer das Gefühl Bettina aufzuhalten und sie muss Ende Februar fertig sein, da ihr Rückflug bereits gebucht ist. Und dann immer dieser langweilige Wald, die Gipfel ohne Aussicht, einfach alles schrecklich. Das kann ich auch in Deutschland finden. 

Gegen 11.30 Uhr war ich völlig erschöpft, hatte keine Lust mehr und auch keine Kraft, die kalten nassen Füße und auch die provisierte Sohle ist nichts für nasse Schuhe. Meine Laune war am Tiefpunkt. Wir legten eine kurze Mittagspause ein, die aber auch nichts änderte und tranken nach einem weiteren Aufstieg auf der nächsten Hütte einen Kaffee. Endlich gab es hier ein Panorama! Da auf unserer Zielhütte der Regenwassertank defekt ist, mußten wir hier Wasser auffüllen und die nächsten 3 Stunden mittragen. Nach dieser Pause ging es steil bergauf, mit dem Trail und meiner Laune. Endlich Wege mit Aussicht oberhalb der Baumgrenze. Herrliche Panoramen. 

Lediglich der kalte Sturm machte uns zu schaffen, insbesondere bei den Kletterppassagen an den Gipfeln. Ich bin froh, im September den Klettersteig-Urlaub mit Bettina gemacht zu haben, das hat mir sehr geholfen die Passagen einzuschätzen und zu wissen, wie man auch kleine Felsvorsprünge nutzen kann. Auf der Höhe kam dann endlich ein schöner Wald. Tolle Bäume, Moos, wie ein Märchenwald. 

Auf den etwas entspannteren Passagen wurde ich philosophisch. Ich dachte über Wurzel nach, über die ich seit Tagen zu tausenden geklettert bin. Wurzeln sind wichtig, geben Halt und können anderen Halt geben. Auch ernähren sie. Allerdings kann man auch auf ihnen ausrutschen, über sie stolpern, an ihnen hängen bleiben. Was ist mit meinen Wurzeln, habe ich sie und wo? Viele Fragen, ich werde noch etwas darüber nachdenken, Zeit habe ich sicherlich dazu. Natürlich kamen noch einige Steigungen, die meine Waden wiederholt zum Brennen brachten. Ich bin froh, Kompressionssocken zu tragen, sonst wären die Waden wahrscheinlich geplatzt. Steil kann man sich wie folgt vorstellen: man geht in Deutschland direkt zwischen den Reben einen Weinberg hoch, in den auch noch ein großer Steinschlag gefallen ist…

Seltsam bemooste Felsen, erinnert an 2 Quatratmeter großen verschimmelten Blumenkohl

Gegen 16.30 Uhr erreichten wir die Hütte auf 1400 m bei schönstem Wetter. Leider waren alle Schlafplätze bereits belegt, also hieß es Zelte aufbauen. Es war etwas schwierig, einen geeigneten Platz zu finden, der eben war und wo man die Heringe im Geröll befestigen konnte. Aber alles geschafft und in der Sonne entspannt, gegessen und gegen 19 Uhr ins Zelt verkrochen, da es kalt wurde. 

Slaty Hut bis Mt. Rintoul Hut

07.01.2017



15 km 9 Stunden

Die Nacht im Zelt war ok, auch wenn ich anfangs dachte, dass Zelt fliegt bei dem immer stärker werdenden Wind weg. Nach einem kurzen Regenschauer, wurde der Wind weniger. Aber es war sehr kalt. Mit Thermounterwäsche und Regenjacke verkroch ich mich in meinen Schlafsack, setzte sogar die Kapuze auf und stellte fest, dass ich komplett in den Schlafsack passe und ihn über meinem Kopf schließen kann, mit Atemschlitzen natürlich. Ab 3 Uhr war ich allerdings immer wieder wach, Hüfte und Oberschenkel schmerzten.

Gegen 6 Uhr wurde alles in Windeseile zusammen gepackt, es war eisig. Zum Frühstück gab es 2 Müsliriegel auf dem Weg, Bettina hatte in ihrem Zelt gefrühstückt, das war mir aber zu kalt.

Mein Schatten zwischen den Bergen

So waren wir 6.30 Uhr auf dem Trail. Der Vormittag war wunderbar. Tolles Wetter und atemberaubende Panoramablicke über die unzähligen Berge. Wir waren über den Wolken. Der Weg war entspannt, lediglich ein paar kleinere Kletterpassagen. 

Vorbei am Abzweig zur Old Man’s Hut startete die zweite Tageshälfte, die meine Stimmung wieder zum Tiefpunkt brachte und mich erneut zum Nachdenken brachte, doch abzubrechen und etwas anderes mit meiner Auszeit anzufangen. Nicht nur, dass es steil auf und ab ging, wir stapften durch lose Geröllfelder mega steil sowohl hoch als auch hinab, ein Weinberg ist dagegen flach. Gekrönt von Kletterpassagen, bei denen es zu beiden Seiten steil bergab ging. Und alles noch mit 20 kg-Rucksack…Ich bin mehrmals ausgerutscht und gestürzt, glücklicherweise nicht verletzt. 

Natürlich waren die Ausblicke vom Gipfel des kleinen und großen Mount Rintoul unbeschreiblich und mit der Kamera nicht annähernd einzufangen, aber es berührte mich erstaunlicherweise nicht so, dass es die Härte des Weges aufwog.

Bettina macht der Weg nichts aus. Sie ist die Anstrengungen so sehr gewöhnt, dass es keine Belastung mehr für sie darstellt. Ihre Trittsicherheit ist großartig und auch wenn sie immer behauptet, langsam am Berg zu sein, sie ist es definitiv nicht! In Summe haben wir die Strecke gut in der vorgesehenen Zeit bewältigt und konnten uns einen Platz in der Hütte sichern.

Wir entspannten vor der Hütte, unterhielten uns mit Silvano aus Nelson, den wir bereits gestern getroffen hatten. Er ist Italiener und vor 16 Jahren nach Neuseeland ausgewandert. Wirklich ein sympathischer Zeitgenosse, er bot uns an, unseren Müll mitzunehmen, da er morgen absteigen würde. Vielen Dank dafür noch einmal.

Nach dem Essen ging es früh ins Bett. Ich bin auf morgen gespannt, bin mir derzeit aber eigentlich sicher, den Trail nicht bis zum Ende mitzulaufen. Dafür denke ich zu oft übers Abbrechen nach, was ich von mir gar nicht kenne. Aber ich finde es gut, endlich an den Punkt zu kommen, nicht immer alles auf Biegen und Brechen durchzuziehen, was nicht sein muss. Ausserdem habe ich ständig das Gefühl Bettina aufzuhalten, sie ist mittlerweile einfach zu schnell für mich. Mal sehen…

Mt. Rintoul Hut bis Mid Wairoa Hut

08.01.2017



15 km 8 3/4 Stunden

Die Nacht in der Hütte war angenehm und ruhig. Lediglich starke Kopfschmerzen weckten mich hin und wieder. Morgens war es eisig kalt in der Hütte, ich konnte meinen Atem sehen. Nach unserem üblichen Frühstück, warmen Porridge und Kaffee, starteten wir gegen 7.15 Uhr. Wirklich Lust auf Wandern hatte ich seltsamerweise nicht. 

Der Vormittag war sehr angenehm zu laufen. Tolle Panoramablicke über die faszinierende Berglandschaft. Dann stiegen wir leicht bergab und erreichen die Baumgrenze wieder, also ging es den restlichen Tag durch Wald. Mittagspause machten wir an einer Hütte (Tarn Hut) an einem Waldsee. 

Der Weg war insgesamt sehr angenehm zu gehen und wir benötigen weniger Zeit, als angegeben war. Zwischendurch gab es immer einmal wieder etwas steileren Passagen und einige Kletterstellen, alles nach dem Training der letzten Tage gut zu bewältigen. Nur der steile Abstieg zur Mid Wairoa Hut hatte es in sich. Fast 800 Höhenmeter, sehr rutschig und nicht enden wollend. 

Der krönende Abschluss vor der Hütte war wieder einmal eine schöne Hängebrücke für 1 Person.

Der Abstieg aus der Brücke war allerdings etwas artistisch zu bewältigen, wobei ich mir den Finger am Stahlseil aufriss. Dafür erwartete uns an der Hütte ein toller türkisfarbenen Pool im Fluss, in den wir erst einmal nackt sprangen und unsere Wäsche wuschen. Herrlich! Leider verdarben uns die Sandflies ein längeres Bad und auch beim anschließenden Relaxen in der Sonne nerven sie sehr.

Ich hatte zunächst noch überlegt, die morgige Etappe noch anzuschließen, da wir heute so schnell waren. Da es aber eine 4,5 Stundenetappe mit 8 Flussquerungen ist, fand ich es doch zu viel. Auch wenn ich mich noch fit fühlte,  so ließ die Konzentration langsam nach. Bei 3 Stunden hätte ich es mir angetan, um die Flüsse hinter mir zu haben.

Mid Wairoa Hut to Hunters Hut

09.01.2017



18 km 10 3/4 Stunden

Die Nacht habe ich sehr schlecht geschlafen, hatte eher das Gefühl, gar nicht geschlafen zu haben. Entsprechend fühlte ich mich auch morgens. Und das bevor der herausfordernden Etappe mit 8 Flussüberquerungen am Vormittag. Gegen 7 Uhr starteten wir. Der Track folgte dem Fluss. Allerdings nicht flach am Ufer, sondern immer hoch und runter zum Teil mit sehr schwierigen hohen schmalen seitlichen Wegen. Wenn man es Wege nennen kann. 

Einiger Kletterpartien waren so schwierig, dass mir Bettina meinen Rucksack abnehmen musste, da ich es sonst nicht geschafft hätte. Der Angstschweiß stand mir auf der Stirn, den ganzen Vormittag. Falls ihr tatsächlich den Te Araro machen wollt, dann müsst ihr nicht nur trittfest sein, sondern am besten auch auf Klettersteigen trainieren. Wo ihr euch dort sichert, dass macht ihr dann hier ohne Stahlseil. Meine Kamera hatte ich in den Tiefen meines Rucksacks verstaut, aus Angst im Fluss wieder zu stürzen. Die ersten Überquerungen waren einfach, die letzten beiden waren oberhalb von Wasserfällen und knietief. 

Die Landschaft war sehr schön, insbesondere der sich verändernde Fluss mit seiner Farbe, Schluchten, Wasserfällen. An der Top Wairoa Hut machten wir Mittag.

Das Wetter veränderte sich leider, es zog sich zu, starker Wind kam auf. Trotzdem hofften wir, dass es nicht schlimmer wird und gingen weiter. Es war erst 12 Uhr und die Hütte voll belegt. Als wir aufstiegen, natürlich wieder sehr steil und Geröll mit Felsbrocken, setzte Regen ein, der zum Glück nur kurz anhielt. 

Dafür machte mir der Wind zu schaffen, ich mußte aufpassen, das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Zwischenzeitlich befanden wir uns in der Red Hills Landschaft, total verändert gegenüber der Landschaft zuvor. Erinnerte an Mondlandschaften. Wir gingen hoch bis zum Sattel auf 1374 Meter am Mt. Ellis vorbei. Zum Glück nicht darüber, was wir erst befürchteten, bei dem starken Wind sehr gefährlich. Über die Berge ging es wieder sehr steil und rutschig über Geröll zum Motueka River, der natürlich auch noch 2 Mal überquert werden musste. Bei der letzten Durchquerung stand ich bis zum Oberschenkel im Wasser. Aber kein Sturz, alles gut gegangen. 

Zum Abschluss  noch ein steiler Aufstieg zur schönen Hunters Hut, in der wir mit Tim, einem Kiwi, der uns unterwegs in einem Wahnsinnstempo überholt hatte, und Pawel einen gemütlichen langen Abend in der Hütte mit Kerzenlicht und viel Lachen verbrachten.

Abends setzte starker Regen ein und ich bin auf die morgigen Flussüberquerungen gespannt.
Aber: trotz der Angstschweißattacken am Vormittag, ich hatte Spaß! Auch wenn es wieder sehr schwierig war. Vielleicht ist ja der Knoten geplatzt, schaue ich mal weiter….

Hunters Hut bis Red Hills Hut

10.01.2017

19,5 km 9,5 Stunden

Auch diese Nacht bin ich ständig aufgewacht, fühlte mich aber trotzdem morgens etwas erholter. Wir frühstückten mit Tim, Pawel war zwar wach, lässt es morgens aber gerne ruhig angehen. 7.15 Uhr waren wir wieder auf dem Trail. Vergleichsweise ein entspannter Weg, das heißt, trotzdem sehr anspruchsvoll. 

Wie ich zwischenzeitlich erfuhr, ist der Te Araroa der anspruchsvollste Weg, meint, dass man alle anderen Weitwanderwege, wie die bekannten in der USA, dann auch laufen kann. Diese sind vom Gelände nicht so anspruchsvoll, haben ihre Herausforderung eher in der Einsamkeit und der Essensversorgung. Hätte ich vielleicht doch im Vorfeld mal genauer recherchieren sollen, aber da die Informationen alle auf englisch sind,  hätte ich es wahrscheinlich sowieso nicht genau verstanden. Also wird es keinen Tag mit einem einfachen Weg hier geben, aber momentan habe ich Lust auf den Trail und die Gedanken an Abbruch sind verflogen. 

Für unseren Tag heute gab es natürlich wieder steile Auf-und Abstiege, mindestens 2 sehr schwierige Kletterpassagen. 

Es passiert immer so viel an einem Tag und der Trail ist so abwechslungsreich, dass ich abends schon wieder Vieles vergessen habe. 2 Mal bin ich beim Abstieg gestürzt, weh getan hat aber nur das erste Mal…Die unzähligen Flussüberquerungen nehme ich mittlerweile hin, es werden noch viele weitere folgen. 

An das Laufen mit nassen Füßen gewöhne ich mich langsam. Heute war es besonders schön, als auch noch viele Schlammetappen folgten. In der zweiten Tageshälfe liefen wir viel parallel zum Fluss, steil oben im Hang. Es war sehr warm, die Sonne brannte und bei den letzten Aufstiegen war ich kurz vorm Hitzeschock. An der Hütte angekommen, mussten wir leider feststellen, das sie von einer Familie mit 3 Kinder aus Nelson belegt war, Tim konnte sich das letzte Bett sichern. Also hieß es mal wieder Zelte aufschlagen. Pawel musste dies dann abends auch noch tun. Wir kochten und aßen in der Hütte, schrieben noch etwas Blog und krochen dann früh in unsere Zelte. 

Red Hills Hut bis St. Arnaud

11.01.2017



16 km 3 3/4 Stunden 

Die Nacht im Zelt war ok, zumindest warm. Dass ich ständig aufwache kenne ich nun ja schon. Nach einem Regenschauer gege 2 Uhr, las ich erst einmal eine Stunde, bevor ich wieder versuchte zu schlafen. Als Frühstück gab es für mich einen Müsliriegel und 7 Uhr waren wir wieder unterwegs. 

Heute stand eine tatsächlich entspannte Etappe an. Zunächst 5,5 km auf Wegen, die man in Deutschland als Wanderwege bezeichnen würde, sehr leicht zu laufen (abgesehen von einer Flussüberquerung, bei der man über Baumstämme klettern musste) bis zum Highway und am diesem entlang noch 10,6 km bis nach St. Arnaud. Zivilisation! 

In dem kleinen Ort suchten wir zunächst den einzigen Shop auf, leider keine Einlegesohlen für meine Schuhe. Also weiter ohne laufen. Dafür trafen wir Chris und seinen Freund Martin wieder,  die in Nelson mein Paket aufgegeben hatten. Sie warteten auf ihren Shuttlebus. Wusste ich doch, dass wir uns noch einmal treffen. Bettina und ich hatten den halben Tag für Organisationen, ein Essenspacket war eingetroffen, was Bettina versandt hatte, sowohl Wäsche als auch uns waschen, Blog hochladen… Da heute ein Regentag ist, passt alles perfekt, denn nach draußen lockt uns somit nichts. Später werden wir essen gehen, bevor es ab morgen wieder nur Trailnahrung gibt. Leider ist für die folgenden Tage auch schlechtes Wetter vorhergesagt, eine weitere Herausforderung…

Essenslieferung
Fisch und Chips-herrliche Abwechslung

2 Gedanken zu “Te Araroa – Pelorus River Track und Richmond Ranch-Hochs und Tiefs 3.1.-11.1.2017

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.