Te Araroa: Queen Charlotte Track-Merry Christmas 23.-26.12.2016

Morgens machten wir ein sehr leckeres Frühstück im Hostel mit Rührei und Brötchen aus einer dänischen Bäckerei. 

Coco buchte für unsere geplante Wanderung über den Queen Charlotte Track den Gepäcktransport ihres Rucksacks und ein Gepäckstück mit Essen für unser Weihnachtsessen, was Bettina und Coco besorgt hatten, gaben wir ebenfalls zum Transport auf. Vom Hostel aus wurden wir zum Hafen nach Picton gebracht.

Dort ging es mit dem Wassertaxi in ca. 1 Stunde bis Shipcove. Wir fuhren durch den Malborough Sound – wunderschöne Fjordlandschaft.

In Shipcove begann unsere Wanderung auf dem 71 km lamgem Queen Charlotte Track, der Teil des Te Araroa ist. 

Es ist ein sehr schön ausgebauter Wanderweg durch dschungelartige Wälder mit traumhaften Ausblicken auf den Marlborough Sound.

Das Wetter war wechselhaft, anfangs noch sehr schön, zogen sich die Wolken immer mehr zu und kurze Regenschauer begleiteten uns.

Nach 15,5 km erreichten wir Miners Camp, unsere erste Unterkunft. Es ist ein kleiner verschachtelter Campingplatz mit sehr einfacher Ausstattung, lediglich ein Waschbecken mit kaltem Wasser auf der Wiese und die öffentliche DOC-Toilette (ein Plumpsklo). Wir waren die einzigen Gäste und bekamen einen alten Campervan zum schlafen angeboten, da es mittlerweile wieder zu regnen begann. Sauber würde ich den Van allerdings nicht nennen, auch wenn er eine trockene und wärmere Alternative war. Nach kurzem Überlegen entschieden wir uns doch, die Zelte aufzubauen und waren damit viel zufriedener. Coco bekam eine Ausrüstung geliehen, da sie keine eigene dabei hatte. Wir machten es uns in der dazugehörigen Hütte bequem und redeten, spielten, hörten Weihnachtslieder…Ein sehr netter Abend. Gegen 20.30 Uhr verzogenen wir uns in unsere Zelte.

Ich schrieb noch ein wenig für den Blog und las etwas, bevor ich einschlief. Meine erste Nacht im Zelt, von der noch viele folgen sollen…Es war eine kalte Nacht und ich wachte öfter auf. Gegen 4 Uhr morgens schaute ich einmal aus dem Zelt und sah einen beeindruckenden Sternenhimmel, aufgrund der Kälte zog ich mich aber schnell wieder in meinen Schlafsack zurück.

Frecher einheimischer Vogel, der nicht fliegen kann, aber ständig versucht, Essen zu stehlen

Morgens begrüßte uns blauer Himmel, aber es dauerte noch, bis die wärmende Sonne über die Berge kam. Nach dem Frühstück bauten wir unsere Zelte ab und liefen den Queen Charlotte Track weiter. 

Da Heiligabend war, machten wir heute nur eine kurze, aber wieder sehr schöne, 10 km Wanderung zum Punga Cove Resort mit angeschlossenem Backpacker-Bereich. Auf dem heutigen Stück waren noch Auswirkungen des Erdbebens vor ein paar Wochen zu sehen, riesige Erdrisse entlang des Weges. 

Uns erwartete tatsächlich ein richtiges Resort mit Pool, Sauna, Restaurants, sehr schön einsam gelegen und toll angelegt. Die meisten Gäste fuhren mit dem Boot an. Wir hatten jede ein Einzelzimmer, absoluter Luxus, vor allem im Vergleich zur letzten Nacht. Das war quasi unser Weihnachtsgeschenk an uns selbst. Zur großen Überraschung war sogar ein Packet für Bettina angekommen, so dass sogar am Abend Bescherung auf unser Programm genommen werden konnte. Nach einem kleinen Mittagessen sonnten wir uns erst auf Liegen am Strand, testeten den Whirlpool und tranken gemütlich Kaffee auf der Terasse. 

Eine kurze weihnachtliche Fotosession folgte später, bevor wir gemeinsam unser Weihnachtsmenu, das wir anschließend auf der Terasse begleitet von Weihnachtsmusik genossen, zubereiteten: Prämierter Rotwein, Meeresfrüchtesuppe, Nudeln mit Tomatensauce und viel frischem Gemüse und Schokofudge. 

Bettinas Geschenk kam von ihrer Familie, viele Pralinen und andere Leckereien, die uns noch ein paar Tage versüßen werden. Vielen Dank an Bettinas Familie und Merry Christmas! 

Pohutikawa, neuseeländischer Weihnachtsbaum, blüht nur zu Weihnachten

Auch Bettina überraschte Coco und mich mit einem Geschenk, ich war sehr gerührt. Danke meine Freundin! Vollgegessen, wie es sich für Weihnachten gehört, gingen wir schlafen.
Am nächsten Morgen telefonierte ich erst einmal mit meinen Eltern, die gerade beim Heiligabendessen waren. Schön, dass wir gerade an diesem Tag eine Unterkunft mit WLAN hatten. Nach dem Frühstück stand unsere bisher längste Etappe an, 23 km, mit 8 Stunden angesetzt, auf und ab bis zum Treetops Backpackers. Wir hatten unbeschreibliche Panoramablicke auf die Sounds. 

Leider kann man mit den Fotos nur einen Bruchteil dessen wiedergeben, was wir tatsächlich sahen. Es war bewölkt, blieb aber trocken. Ein Teilstück begleitete uns ein weiterer deutscher Wanderer. Auch die anderen 3 Wanderer, die auf dem Teilstück unterwegs waren trafen wir durch unsere und deren Pausen immer wieder. 

Das Treetops erwartete uns mit einem eigenen kleinen Häuschen für uns und eine Neuseeländerin, die bereits gestern zufällig in unserer Unterkunft war (grundsätzlich eine nette Unterkunft, aber die Sauberkeit ließ etwas zu wünschen übrig, insbesondere bezweifelte ich, dass die Betten neu bezogen waren, und das bei dem Preis…). Außerdem nutzte ein deutsches Pärchen, die im anderen Häuschen untergebracht waren, unsere Küche mit. Die beiden hatten wir schon auf dem Track getroffen und sollten sie am folgenden Tag auch öfter wiedertreffen. Sie waren 3 Monate mit den Mountainbikes in Neuseeland unterwegs. Da sich die Sonne schnell wieder hinter den Wolken versteckte, zogen wir uns von der Terasse zurück ins Haus, lasen, schrieben unsere Blogs, entspannten. Nach einem gehaltvollem Abendessen spielten wir UNO und Scrabble.

Diese Nacht schliefen wir gut und erstaunlicherweise sehr lange. Heute standen erneut 24 km auf dem Plan. Das Wetter war wieder besser, blauer Himmel und Sonnenschein. Unser Frühstück wurde auf dem ersten Drittel schon abtrainiert, da es mehrere steile Auf- und Abstiege zu bewältigen gab. Anschließend wurde es einfacher.

Zum Mittagessen hatten wir einen tollen Spot und genossen selbstgemachte Tortillas mit frischer Avocado, Thunfisch, Oliven…lecker! 

Die Ausblicke auf die Fjordlanschaft waren erneut großartig. Langsam kamen wir wieder in besiedeltere Gebiete, sahen kleine Ansiedlungen am Ufer. Wir blieben jedoch immer oberhalb in den Bergen. 

Auf dem letzten Stück näherten wir uns dem Ufer und hatten hier auch Begegnungen mit vielen Tageswanderen und Spaziergängern. 

Unser Ziel Anakiwa, das Ende des Tracks, erreichten wir gegen 15.30 Uhr, pünktlich mit dem Wassertaxi, welches Cocos Rucksack anlieferte. Bettina wollte den Te Araroa noch bis Havelock laufen, weitere 18 km. In Anakiwa hatten wir leider keine Unterkunft für unser Budget mehr finden können, daher mussten wir nach Havelock ausweichen, 18 km entfernt.

Coco und ich entschieden uns fürs Hitchhiking. Coco wollte und konnte mit dem Rucksack sowieso nicht so weit laufen und für mich war es zum langsamen Einstieg ins Wandern auch genug. Wir liefen noch 4 km schwer bepackt die Straße bis zur Kreuzung nach Havelock. Dort angekommen, versuchten wir ca. 40 Minuten ein Auto anzuhalten, erfolglos. 

Dann lud uns der Besitzer des Hauses, vor dem wir standen auf ein Bier ein. Wir zögerten zunächst, aber er meinte, ein Christmas-Beer müssten wir annehmen. Da die ganze Zeit schon laute Musik aus dem Garten kam und wir wußten, dass noch andere Leute da waren, willigten wir ein und gingen mit. 2 Bier später stellten wir uns erneut leicht beschwipst an die Straße und versuchten unser Glück aufs Neue. Und: nach ca. 5 Minuten hielt ein sehr nettes holländische Pärchen, die extra den Rücksitz freiräumten, um uns Platz zu machen. Wir hatten ein sehr nettes Gespräch mit den beiden und waren 15 Minuten später in unserem schönen gemütlichen Hostel (Blue Moon Backpacker). Nach einer Dusche und ein wenig WLAN-Nutzung traf auch Bettina ein und wir gingen im Pub essen. Selbst kochen entfiel, da der Supermarkt schon geschlossen hatte, als wie ankamen. Ein spannender, abwechslungsreicher und sehr schöner Tag und sehr empfehlenswerter Track. 


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