Northland – Entspannung und Spaß im Norden des Nordens 19.-21.12.2016

Mein  Intercity Bus startete morgens 7.45 Uhr von Auckland nach Paihia, inmitten der Bay of Islands, nördlich von Auckland. Eine ca. 4,5 stündige Fahrt. 

Der Bus wurde neben den vielen Touristen auch von Locals genutzt, die allerdings immer nur kürzere Strecken fuhren. Hauptsächlich waren es ältere Damen, die fast alle Kreuzworträtsel dabei hatten. Das ist mir schon bei der Anreise sowohl im Zug, am Flughafen Frankfurt, als auch in Seoul aufgefallen. Meistens herausgetrennte Seiten aus Zeitungen und Magazinen. Auch das Hobby meiner Oma. Ob das im Alter auch eins von mir wird? Ich bezweifle es, aber wer weiß… 

Ich checkte gemütlich in meinem Hostel ein, buchte für den nächsten Tag eine Bustour ganz in den Norden, spazierte durch den Ort, relaxte am Strand… Erholung pur. 

Als es zu wolkig wurde, machte ich es mir an der Promenade in einem ergonomisch geformten Stuhl bequem. Auf dem Platz steht ein Klavier und jeder, der möchte kann spielen. Erstaunlich, wieviele Menschen spielten und zwar richtig gut aus dem Kopf, ohne Noten. 

Meine Nacht im Hostel war nicht schön. Das Hostel war eine Empfehlung einer ehemaligen Freundin und auch die Internetseite war sehr ansprechend. Allerdings würde ich es niemandem empfehlen. Der Außenbereich zum Essen, Grillen und Trinken befindet sich in der Mitte des Hostels und damit genau vor den Zimmern. Da ich im Erdgeschoss untergekommen war, hatte ich das Gefühl, mit draußen am Tisch zu sitzen,  wo auch um 3 Uhr nachts noch gequatscht wurde. Auch meine Gesellschaft (2 Mädels und 3 Jungs) im 6er Dorm war sehr gesprächig. Am frühen Abend hatte ich durchaus Verständnis, da sie sich kannten und zufällig hier wiedergetroffen hatten. Als ich zu Bett ging, waren sie draußen. Hatten allerdings kein Problem damit, mitten in der Nacht bei ihrer Rückkehr das Licht anzuschalten, sich noch fast 1 Stunde lautstark zu unterhalten, herumzukramen… Morgens sah das Zimmer aus, als wäre ein Tornado durchgefegt. Überall irgendwelche Klamotten und Gegenstände auf dem Boden verstreut. Dass sich nachts niemand verletzt hat, in dem er darüber gestolpert ist, heisst wohl, dass Keiner noch einmal aufgestanden ist. Rücksichtnahme ein Fremdwort. Als Sahnehäubchen schlief der Herr über mir sehr unruhig, wodurch mein Bett ständig vibrierte. Zum ersten Mal freue ich mich wirklich auf mein Zelt und bin so froh, dass ich mir in Auckland, vor meinem Flug nach Nelson, ein Hotelzimmer geleistet habe.

Der nächste Tag startete früh, da ich die Tour gebucht hatte. Natürlich nahm ich Rücksicht und schlich mich aus dem Zimmer…Der Bus holte mich direkt am Hostel ab, ich war die erste im Bus und sicherte mir natürlich einen Platz in der ersten Reihe. Wir fuhren Richtung Norden, erneut durch wunderschöne Landschaften. Wieder viel zu schade, die Augen zuzumachen, und wieder taten dies Einige im Bus. Unterwegs stiegen immer wieder weitere Personen hinzu und beim letzten Stopp war ein älteres Ehepaar dabei, die kaum laufen konnten. Paul, unser Fahrer, bat mich daher aufzustehen und Überraschung: ich durfte auf den Beifahrersitz, der beste Platz überhaupt! Hier hatte ich dann auch kleine Aufgaben, wie den elektronischen Türoffner zu betätigen oder Paul Sachen anzureichen 😀 

Das erste Highlight der Tour war der Ninety Mile Beach, den wir komplett abfuhren. Es erinnerte mich sehr an eine Tour auf Fraser Island in Australien.
Anfangs noch spannend auf dem Strand zu fahren, ist es irgendwann ermüdend. Die Landschaft sieht immer gleich aus, rechts Dünen, links Meer. Dieser Beach ist Teil des Te Araroa, über den Paul übrigens auch berichtete, und steht ziemlich zu Beginn des Wanderwegs. Man braucht ca. 3 Tage und ich kann mir gut vorstellen, dass man in eine Art meditativen Zustand verfällt, oder, 
wie ich es bereits in einem Blog gelesen habe, erst einmal keine Strände mehr sehen will. Leider zogen immer mehr Wolken auf und es begann kurz zu regnen. Immerhin etwas Abwechslung. Und alle paar Meilen nahmen die Dünen dann doch andere Formen an. Auf dem Weg zu den Sanddünen, auf denen wir Sandboarden wollten fuhren sich 2 Busse im Sand fest. Ein besonderes Spezial. Den ersten Bus konnte unsere Besatzung herausschieben, den zweiten musste unser Bus herausziehen. Sehr interessantes Manöver. 

Sandboarden war total spaßig, obwohl ich mir das zunächst nicht vorstellen konnte, als ich auf der Düne stand und sah, wie steil es hinunterging. Durch den kurzen Regenschauer schlitterte man noch schneller und wir landeten im vom Regen angesammelten Wasser. Herrlich! 

Weiter ging es zum Cape Reigna, wo der Pazifik (Ostküste Neuseeland) auf das Tasmanische Meer (Westküste  Neuseeland) trifft.

Ich unterhielt mich kurz mit dem alten Mann aus dem Bus, der leider nicht bis zum Leuchtturm mitlaufen konnte. Er kam aus Auckland und wollte unbedingt in seinem Leben noch das Cape einmal gesehen haben. 

Auf dem Weg vom Parkplatz zum Leuchtturm wird man mit traumhaften Ausblicken belohnt, auch wenn der Himmel nicht blau ist. Am Leuchtturm unterhielt ich mich mit einen holländischen Ehepaar, die es beim letzten Besuch vor 10 Jahren nur zum Ninty Mile Beach geschafft hatten und auch unbedingt das Cape noch sehen wollten, was übrigens ein sehr heiliger Ort der Maoris ist. Sie berichten über ein holländischens Paar, das im letzten Jahr den Te Araroa (der hier beginnt, am nördlichsten Punkt Neuseelands) gemacht haben. Nach ihrer Rückkehr haben sie ihr Haus und jeglichen Besitz verkauft, sich 6 Monate Erholung gegönnt  und haben jetzt vor, Australien von Ost nach West zu Fuß zu durchqueren. Unfassbar, das Outback zu Fuss!!! Einmal abgesehen von giftigen Tieren herrschen dort heiße Temperaturen und Wasser ist kaum vorhanden. Da ist der Te Araroa ein Spaziergang…

Mittags gab es Hühnchenbrust mit Salat, Reis und Pommes. Alles sehr trocken, sodass der Ketchup herhalten musste, wie in Kindheitstagen. Aber satt wurden alle.

Zurück fuhren wir entlang der Ostküste, die sich sehr von der rauen stürmischen Westküste unterscheidet. Die Strände sind hier schneeweiß und der Pazifik ruhiger.

Auch befinden sich hier viele Obst- und Gemüseplantagen, u.a. Avocados, Kürbisse. 

Am späten Nachmittag zurück in Paihia entspannte ich noch etwas an der Promenade. Ich hatte keine Lust ins Hostel zu gehen. Allerdings endete die Party diese Nacht schon vor 1 Uhr und aus meinem Dorm waren 3 abgereist, tatsachlich (fast) ruhige Nacht. Morgens überlegte ich, ob ich mit der Fähre nach Russel fahren sollte,  jedoch hatte ich keine Lust auf Stadtbummel. Also entschied ich mich für den Haruru Falls Walkway, den ich zufällig beim Spaziergang der Küste entlang im Nachbarort Waitangi entdeckte. Ein schöner 10 km Wanderweg zu den Wasserfällen, durch Wald und märchenhaftes Mangrovengebiet. 

Anschließend chillte ich am Strand und gönnte mir ein Eis, meine erste Süßigkeit in Neuseeland. 

16.30 Uhr ging es dann mit dem Bus zurück nach Auckland. Dieses Mal nonstop in nur 3,5 Stunden.

Unterkunft: Bay Adventure Backpacker (ausreichend, Rezeption sehr nett, Tourenvermittlung sehr gut und günstiger als Buchung im Internet)


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.