Klettersteigwoche in den italienischen Brenta-Dolomiten und Trento 02.09.-09.09.2016

34Endlich war es wieder so weit: Es ging in die Berge!

Dieses Jahr sollte es nicht nur Wandern sein, sondern eine Woche Klettersteige in der Brenta, eine Berggruppe in den italienischen Dolomiten, dem Klettersteigparadies  Europas. Munspecifiedeine Freundin Bettina hatte auch daran Interesse und wir entschieden, die Tour allein zu planen und durchzuführen. Da Bettina schon seit fast drei Monaten in den Alpen unterwegs war, freute ich mich riesig, sie endlich wiederzusehen und so viel Zeit mit ihr verbringen zu können. Weshalb Bettina so viel unterwegs ist, könnt ihr in ihrem Blog (www.hello-mountains.com) nachlesen.1

Von Venedig aus reiste ich freitags mit dem Zug nach Trento an, wo Bettina mich bereits am Bahnhof erwartete, welch ein freudiges Wiedersehen! Zusammen fuhren wir mit ihrem Auto ca. 1,5 Stunden bis Madonna di Campiglio, unserem Ausgangsort für die Tour. Wir haben so viel gequatscht, dass ich die Fahrt gar nicht richtig mitbekommen habe. Nach dem Einchecken im Hotel deckten wir uns im Supermarkt mit Essen für eine Woche ein (für die mittäglichen Picknicks und Snacks) und genossen anschließend einen leckeren Aperitivo und zur Stärkung für die nächsten Tage eine super Pizza.2

Am Samstag frühstückten wir auf dem Hotelzimmer, da das angebotene Frühstück im Hotel sehr teuer war. Da wir ein Appartement mit Kochnische hatten, bot sich das an. Glücklicherweise konnten wir das Auto in der Tiefgarage des Hotels stehen lassen, was sogar noch günstiger war als der öffentliche Parkplatz an der Seilbahn.6

Mit der ersten Gondel ging es dann um 8.30 Uhr hinauf in die Berge zum Passo de Grostè. Bereits aus der Gondel hatten wir einen tollen Ausblick und fuhren durch eine dicke Wolkendecke hindurch. Über den Wolken erwartete uns eine phantastische Bergwelt. 3Der Klettersteigeinstieg unseres ersten Abschnitts, der Sentiero Benini, begann dann nach einer kurzen Wanderung bergauf. Er begann sachte und hatte nur einige Steigpassagen, die gut zu meistern waren. Bevor wir den zweiten Abschnitt antraten, machten wir mit herrlichem Ausblick Mittagspause am Bocca del Tuckett. Wir sprachen kurz mit zwei Männern, die auch pausierten und sie waren sehr überrascht, was wir heute noch vorhatten. Es war schon kurz vor 14 Uhr und der nächste Abschnitt, der Bocchette Alte, war mit 4,5 Stunden angegeben, für uns eher noch länger. 4Kurz darauf trafen wir einen Italiener, der uns zwischendurch aus einiger Entfernung fotografiert hatte. Er erzählt uns, dass er in der Gegend wohnt und eine eigene Website über die Dolomiten pflegt (www.cainave.it). Wir tauschen unsere Mailadressen und tatsächlich schickt er uns einige Tage später die Fotos. Er und seine Begleiter fanden unser weiteres Vorhaben nicht so kritisch, sie meinten, dass das Wetter halten würde und wir es bis zur Hütte schaffen würden. Also machten wir uns beruhigt auf den weiteren Weg. Allerdings überraschte uns der zweite Abschnitt sehr. Im Gegensatz zum vorherigen Teil gab es hier sehr viel Klettersteig. Es wurden immer mehr Kletterpassagen, die auch noch stets anspruchsvoller wurden. Es ging hoch und hinunter in schwindelerregenden Höhen, die Passagen wurden immer schwieriger, unsere Rucksäcke immer schwerer, die Zeit rannte uns davon und langsam bekamen wir Sorge, es nicht rechtzeitig vor Sonnenuntergang zur Hütte zu schaffen. 7Und dann passierte es: Meine erste Panikattacke! Gegen Ende sollte laut unserer Beschreibung noch eine 62-Stufen Himmelsleiter zu erklimmen sein. An sich nicht schlimm, aber in Anbetracht unserer schwindenden Kräfte und des nahenden Abends war es für mich ein Schock, dass die Himmelsleiter statt nach unten wieder auf einen Fels hinauf führte, was bedeutete, anschließend würde erneut ein ewiger komplizierter Abstieg folgen. Mitten auf der Leiter kam sie dann angeflogen, die Panik. Aber es gab ja keinen Weg zurück und in der Leiter hängenbleiben war auch keine Lösung. Also festklammern, atmen, Ruhe bewahren und weitermachen. Ups…überstanden-Mega stolz! Natürlich folgte dann noch ein längerer Abstieg, zum größten Teil über Leitern (über die überhängende Leiter möchte ich nicht reden…) und endlich war Erlösung in Sicht: unsere Hütte Alimonta. 19.30 Uhr erreichten wir sie dann, gestartet waren wir morgens um 9 Uhr… Die Hütte war sehr voll, aber zum Glück hatten wir reserviert. 8Wir aßen noch etwas und fielen dann unverzüglich erschöpft ins Bett in unserem 4-Bett-Raum. 9Leider wurden wir am Schlafen von den beiden Italienern gestört, die sich mit uns das Zimmer teilten. Sie quatschten noch ewig, nachdem das Licht bereits aus war, schnarchten anschließend und sprangen morgens sehr laut um 6.15 Uhr aus dem Bett, machten das Licht an…Rücksichtnahme ein Fremdwort. Im Übrigen hatten wir noch festgestellt, dass die Klettersteigkategorie, die wir hinter uns hatten, der Bochette Alte, Schwierigkeitskategorie D-E hatte, statt der angenommenen B-C.

Zur Erläuterung hier die Definitionen der Kategorien:

A (wenig schwierig):

Gelände: flach bis steil, meist felsig oder von Felsen durchsetzt, ausgesetzte Passagen möglich Sicherung: Drahtseile, Ketten, Eisenklammern („Klampfen“) und vereinzelt kurze Leitern; Begehung größtenteils ohne Verwendung der Sicherungseinrichtungen möglich Voraussetzungen: Trittsicherheit und Schwindelfreiheit empfohlen, Bürokondition (hängt allerdings von der Länge der Tour ab) Ausrüstung: Klettersteigausrüstung empfohlen. Geübte Geher werden hier auch ohne Selbstsicherungen anzutreffen sein.

B (mäßig schwierig, teilweise etwas anstrengender bzw. kräfteraubend):

Gelände: steileres Felsgelände, teilweise kleine Tritte, mit ausgesetzten Stellen ist auf jeden Fall zu rechnen Sicherung: Drahtseile, Ketten, Eisenklammern, Trittstifte, längere Leitern (u. U. auch senkrecht); Begehung ohne Sicherungseinrichtungen möglich, aber Schwierigkeiten bis zum 3. Schwierigkeitsgrad sind zu erwarten Voraussetzungen: wie bei A, allerdings bessere Kondition und etwas Kraft und Ausdauer in Armen und Beinen deutlich von Vorteil Ausrüstung: Klettersteigausrüstung empfohlen; Begehung auch im Seilschaftsverband möglich

C (schwierig, anstrengend und kräfteraubend):50

Gelände: steiles bis sehr steiles Felsgelände, meist kleine Tritte, längere bzw. sehr häufig ausgesetzte Passagen Sicherung: Drahtseile, Eisenklampfen, Trittstifte, oft längere und sogar überhängende Leitern, Klammern und Stifte können auch weiter auseinander liegen; in senkrechten Abschnitten manchmal auch nur ein Drahtseil; Begehung ohne Benutzung der fixen Sicherungseinrichtungen möglich, Schwierigkeiten liegen aber oft schon im 4. Schwierigkeitsgrad Voraussetzungen: gute Kondition, da längere Anstiege in diesem Schwierigkeitsgrad bereits zu den großen Klettersteig-Unternehmen zählen Ausrüstung: Klettersteigausrüstung wie B ist dringend zu empfehlen, Ungeübte bzw. Kinder sind eventuell an ein Sicherungsseil zu nehmen

D (sehr schwierig, sehr anstrengend und sehr kräfteraubend):

Gelände: senkrechtes, oft auch überhängendes Gelände; meist sehr ausgesetzt Sicherung: Drahtseil, Eisenklammern und Trittstifte (liegen vielfach weit auseinander); an ausgesetzten und steilen Stellen oftmals nur ein Drahtseil Voraussetzungen: wie bei C, allerdings guter körperlicher Zustand, genug Kraft in Armen und Händen, da längere senkrechte bis überhängende Stellen auftreten können; auch kleinere Kletterstellen (bis zum 2. Schwierigkeitsgrad) ohne Sicherungseinrichtungen sind möglich Ausrüstung: Klettersteigausrüstung obligatorisch, selbst erfahrene Klettersteiggeher sind im Seilschaftsverband anzutreffen; für Anfänger und Kinder nicht empfehlenswert

E (extrem schwierig, da sehr anstrengend und äußerst kräfteraubend):

Gelände: senkrecht bis überhängend; durchwegs ausgesetzt; sehr kleine Tritte oder Reibungskletterei Sicherung: wie D, allerdings öfter mit Kletterei kombiniert Voraussetzungen: viel Kraft in Händen (Fingern), Armen und Beinen, erhöhtes Maß an Kondition, Beweglichkeit, über längere Strecken kann die Hauptlast auf den Armen liegen Ausrüstung: Klettersteigausrüstung obligatorisch, Seilschaftsverband gerade bei Touren mit Stellen ohne Sicherungseinrichtungen überlegenswert; für Anfänger und Kinder nicht zu empfehlen.378

Wie man sieht, kommt nach E nichts mehr…und das für meinen ersten Klettersteig-versuch, da kann ich mir selbst nur auf die Schulter klopfen und sagen „Hut ab“!

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Am Sonntag sind wir morgens in Ruhe gestartet. Da wir die nächste Nacht in derselben 14Hütte verbringen wollten, konnten wir mit weniger Gepäck laufen. Der heutige Klettersteig, der Sentiero SOSAT, sollte angeblich nur Stufe B haben, was wir allerdings anzweifelten. Es gab zwei sehr schwierige ausgesetzte Stellen, bei der ersten wurde ich schon wieder leicht panisch, mein Bein begann stark zu zittern. Aber auch das bewältigte ich. 22Der Rest war sehr schön, es kamen tolle Kletterpassagen und wir hatten phantastische Ausblicke. 21Auf der Tucket Hütte legten wir eine Mittagspause ein, wanderten weiter zur Brentei Hütte, wo wir uns einen Mega-Sonntags-Schokoladenkuchen gönnten und machten uns dann zum Aufstieg in unsere Hütte bereit. 20Am frühen Abend waren wir zurück und gönnten uns eine heiße Dusche, chillten etwas vor der Hütte. Die Hütte war viel leerer als am Samstag, weniger als die Hälfte der Gäste. Am Abend hatten wir ein nettes Gespräch mit zwei deutschen Männern, Michael und Bernhard, aus Stuttgart und Münster. Schulfreunde, die einmal im Jahr zusammen auf Tour gingen. Wie sich herausstellte, waren es die Beiden, die uns am Tag zuvor auf dem Berg begegnet waren und erstaunt über unsere große Etappe waren.

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Am Montag starteten wir mit einem Aufstieg zu einem kleineren Gletscher (Bocca degli Armi). 24Dann hatten wir die Wahl zwischen zwei verschiedenen Klettersteigen und entschieden uns, den leichteren Spellini-Steig zu nehmen. Jedenfalls nach unserer Beschreibung sollte er einfacher sein. Da Michael und Bernhard sich für den anderen Steig entschieden, durften wir abends erfahren, dass unser angeblich leichterer Steig doch der schwierigere war…Es ging direkt zum Einstieg eine leicht überhängende Leiter hinab, an der man sich nur schwer festhalten konnte. Von der Leiter musste man direkt in eine ausgesetzte Stelle in der Felswand steigen, ohne zwischendurch Boden unter die Füße zu bekommen. Nochmals kurz Panik, festhängend in der Wand, aber auch hier fand ich eine Lösung und kam weiter. Bettina hatte echt ein schlechtes Gewissen, da sie die Tour größtenteils geplant hatte und auch nicht damit gerechnet hat, dass solch schwierige Stellen kommen. 23Da sie bereits seit Monaten in den Bergen unterwegs war, bereits Klettersteigerfahrung hatte und auch sonst in der Halle klettert, fiel ihr alles leichter. Wie wir später feststellten, gelang es mir auch täglich besser, da irgendwann das Vertrauen in die eigenen Kräfte und die Schuhe wächst. So wurde ich auch von Tag zu Tag sicherer und schneller. Wäre der erste Tag unser letzter gewesen, hätte ich ihn sicher viel leichter bewältigt. Nach den beiden schwierigen Passagen wurde der Steig allerdings besser und machte richtig Spaß.

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Nach einer kurzen Pause und einem Wanderweg mit leichten Kletterpassagen gelangten wir zum Rifugio Tosa Pedrotti. Die Hütte liegt traumhaft. Wir machten Mittag auf der Terrasse in der Sonne, der kurze leichte Regen verzog sich zum Glück schnell wieder. Für mich war das hier einer der schönsten Plätze der Welt. Hoch über den Gipfeln und trotzdem gab es noch höhere Felsen um uns herum.

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Am Nachmittag machten wir noch eine Gipfelbesteigung des Monte Daino. Der Weg war sehr anspruchsvoll, entgegen der Aussage der Hüttenwirtin. Anfangs ging es entlang riesiger Felsbrocken, bei denen wir eine Fotosession einlegten und uns noch ein paar zusätzliche Schrammen an den spitzen Felskanten zuzogen.  32Die Beschilderung war schlecht und daher der Weg schwer zu finden, was einige Umwege für uns bedeutete. Wir kämpften uns durch Geröll, einige anspruchsvolle Kletterstücke und wurden schlussendlich mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Auf der einen Seite die Brenta Dolomiten, auf der anderen Seite tiefe Täler und der grünschimmernde See Malvoreno, dahinter wieder endlose Berge. Leider konnte man diesen Ausblick nicht richtig mit der Kamera einfangen, aber wir blieben ca. 30 Minuten und sogen den gigantischen Ausblick in uns auf.

52535455 28Michael und Bernhard kamen ebenfalls nach, wir hatten sie bereits morgens und mittags getroffen und ihnen von dem Gipfel erzählt. Der Abstieg ging schneller, da wir auf dem Geröllfeld herunterrutschen konnten. Es war ein wenig wie Snowboardfahren ohne Bord in den Steinen. Zurück an der Hütte genossen wir noch ein Bad in der Sonne. Meine Arme und Beine waren mittlerweile sehr mit blauen Flecken und einige blutigen Schrammen übersät. Aber das war es wert gewesen. Unser Abendessen nahmen wir gemeinsam mit Michael und Bernhard ein, und hatten bei einigen Gläsern Wein einen sehr netten Abend. Die beiden würden uns auch die nächsten Tage begleiten da sie eine ähnliche Route wie wir geplant hatten, lediglich Anfang und Ende nicht so extrem wie wir. Ich hatte eine sehr unruhige Nacht, da meine Blasen an den Zehen sehr schmerzhaft waren und anscheinend auch wieder das Nagelbett eines Zehs stark beschädigt war. Aber das ist ja nichts Neues…29

Der Aufstieg am Dienstag begann mit blauem Himmel und einem traumhaften Sonnenaufgang. Lediglich der starke und sehr kalte Wind war nicht so schön. 56Unser Weg führte zunächst aufwärts durch viel Schotter und Geröll. Der Steig war sehr schön und hatte lediglich zwei schwierige Kletterpassagen. Zum Ende wurde er noch einmal sehr schwierig, aber es hat viel Spaß gemacht, von Panik keine Spur mehr. Ich wurde einfach sicherer und nahm die Herausforderung mit kindlicher Freude an. Das letzte Stück mussten wir uns über einen Gletscher abseilen, das war Spaß pur (In die andere Richtung hätte ich das Stück aber nicht gehen wollen. Ohne Steigeisen wäre es eine Tortur gewesen). 20An der Agustini Hütte angekommen, der Weg hierhin war nicht einfach zu finden, da es keine Markierungen gab und wir sehr über Eis und Steine rutschten, machten wir hinter der kleinen Kapelle windgeschützt eine ausgedehnte Mittagspause und sonnten uns. Auf der Hütte selbst gab es dann noch einen schnellen Kaffee, bevor ein erneuter schwerer Aufstieg durch Geröll anstand. 21Es folgte ein toller steiler Steig, der Ferrata Castiglione, mit vielen Leitern und phantastischen Aussichten auf die andere Seite und die Apostoli Hütte. Wir genossen etwas die Aussicht und kamen mit einem Bergführer ins Gespräch, der sehr verwundert war, dass wir als zwei Frauen allein diese Tour machten. Beim Abstieg zur Hütte froren wir sehr, da der kalter Wind nicht nachließ. Trotzdem machten wir vor der wärmenden Hütte noch eine kurze Fotosession, bei der tatsächlich meine Jacke wegwehte, obwohl ich sie mit Steinen beschwert hatte. 22Zum Glück konnte ich sie retten. Auf der Hütte haben wir noch ein bisschen den Ausblick und die Sonne genossen, bis wir allerdings so durchgefroren waren, dass wir uns am warmen Kamin aufwärmen mussten. Zum Abendessen gab es einen herrlichen Sonnenuntergang, so dass wir uns doch noch einmal in die Kälte hinaus wagten.

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23Mittwoch waren wir schon vor 7 Uhr vor der Hütte, um den Sonnenaufgang zu sehen. Nach dem Frühstück machten wir noch einen kleinen Abstecher zu der in den Fels gehauenen Kapelle. 24Hier wird vielen Verunglückten gedacht und das junge Alter so mancher war doch sehr erschreckend. 26

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Typisches Frühstück für zwei…25

Da heute eine schwierige Gletscherüberquerung bevorstand und wir keine Steigeisen dabei hatten, erkundigten wir uns beim Hüttenwirt, ob wir es trotzdem wagen konnten. 28Dieser sah kein Problem und empfahl uns, uns immer links am Geröllfeld entlang zu halten. Also machten wir uns auf den Weg. Entlang des riesigen Geröllfeldes, welches sehr in Bewegung war und sehr große Felsbrocken beinhaltete, war es dann doch äußerst schwierig voran zu kommen. 64Dazu war es sehr steil und das eine oder andere Mal rutschte ich aus und landete unsanft auf meinem Po. Dazu fehlte dann auch noch jegliche Markierung des Weges. Es war ein sehr schwieriger und anstrengender Abstieg und auch der folgende Weg war nicht sehr schön, nur noch rutschige Geröllwege und alles grau in grau und dazu auch noch sehr kalt, da wir uns im Bergschatten fortbewegten. Unsere Mittagspause verbrachten wir mit herrlichem Blick auf die Brentei Hütte und fassten bei der weiteren Wanderung, spontan den Entschluss, statt zur Tucket Hütte zur Casinei Hütte zu gehen und von dort am folgenden Tag noch einen Ausflug zu den Vallesinella-Wasserfällen zu machen. 63


Der Abstieg zur Hütte war schön und es wurde immer grüner um uns herum und zum Glück auch wärmer. So genossen wir bei unserer Ankunft erst einmal ein leckeres Stück Kuchen und chillten anschließend mit Buch und Musik in der Sonne auf der Wiese. Nach einem sehr leckeren Abendessen hatten wir unser Zimmer tatsächlich für uns allein. Außer uns gab es nur eine weitere Frau, die mit ihrem Hund auf der Hütte übernachtete.

Das Frühstück am Donnerstag war das erste Mal wirklich ausreichend im Vergleich zu den vergangenen Tagen. Den Abstieg nach Madonna di Campiglio machten wir über die Vallesinella-Wasserfälle. Die Fälle waren wirklich beeindruckend und sehr schön.29

strecke

Tag 1: Rot. Sentiero Benini und Bocchette Alte zum Rifugio Alimonta
Tag 2: Grün. Sentiero SOSAT zur Tuckett Hütte. Zurück auf Wanderwegen.
Tag 3: Blau. Sentiero Spellini und Orsi zur Tosa Pedrotti Hütte. Wander-/Kletterweg zum Monte Daino.
Tag 4: Gelb. Brentari zur Agostini Hütte. Castiglione zur Dodici Apostoli Hütte.
Tag 5: Pink: Martinazzi zur Brentei Hütte. Wanderweg zur Casinei Hütte.
Tag 6: Wanderweg über die Vallesinella Wasserfälle nach Madonna di Campiglio

Von Madonna di Campiglio fuhren wir mit dem Auto zurück nach Trento, wo wir im Hotel erst einmal eine ausgiebige heiße Dusche nahmen, bevor wir gemütlich die schöne Altstadt besichtigten und uns die Zeit mit Shopping, Cappuccino, Aperitivo und lecker Pasta vertrieben.

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Am nächsten Morgen hatten wir in unserem sehr einfachen Hotel ein überraschend gutes Frühstück. Nach den Frühstücksentbehrungen der letzten Woche schlugen wir unsere Mägen voll und um das schlechte Gewissen zu beruhigen legten wir vor Bettinas Abreise noch einen Spaziergang zum Mausoleum ein mit Blick über Trento. Nach dem Abstieg gab es noch einen letzten Cappuccino und dann machte sich Bettina auf die Weiterfahrt nach Zürich um Freunde zu besuchen. 9999Da ich noch einige Stunden Zeit hatte, bevor mein Zug zurück nach Venedig fuhr, ging ich noch etwas shoppen (glücklicherweise konnte ich viele meiner Sachen in Bettinas Auto lassen, so dass im Rucksack Platz für neue Sachen war), machte ein Picknick gegen Mittag im Park bei 53 Grad in der Sonne und ließ mich anschließend am Fluss nieder um zu lesen. Dies klappte gut, bis plötzlich eine 80-100 cm lange Schlange nur 10 cm entfernt an mir vorbeigekrochen kam. Ich konnte mich nicht mehr auf mein Buch konzentrieren und schlenderte gemütlich zum Bahnhof.9999999

Eine wundervolle Woche in den Bergen war schon wieder vorüber, aber die nächste wird ganz sicher folgen.

Danke Bettina für die tolle Tour und die gemeinsame Zeit. Bald werden wir ja sehr viel länger zu Fuß unterwegs sein…Neuseeland-Südinsel, Te Araroa wir kommen…

Bettinas Artikel gibt es übrigens hier: Teil 1 und Teil 2


5 Gedanken zu “Klettersteigwoche in den italienischen Brenta-Dolomiten und Trento 02.09.-09.09.2016

  1. Liebe Peggy,
    das hast du wieder sehr schön geschrieben und es sind tolle Fotos. Man fühlt sich sehr mitgerissen. Aber als deine Mutter muss ich auch sagen, dass es sehr gefährlich war, denn es war das erste Klettern für dich in diesem Maße. Gut, dass ich vorher nicht wusste, wie gefährlich das ist. Trotzdem Hut ab vor soviel Mut und Willensstärke, aber übertreibe es nicht. In Liebe, deine Mutti

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