Fernradweg Berlin-Usedom 05.-08.05.2016

11Den Fernradweg von Berlin nach Usedom zu fahren hatte ich mir schon lange vorgenommen, der Reiseführer schlummerte auch schon seit zwei Jahren im Schrank und da über das verlängerte Himmelfahrtswochenende phantastische Wetteraussichten bestanden, beschlossen meine zwei Freundinnen Bettina, Coco und ich uns auf den Weg zu machen.
Der Radweg führt genau an meiner Haustür in Pankow vorbei, also starteten wir morgens halb neun bei mir. Den Weg bis Bernau kannte ich bereits vom Joggen und anderen Radtouren, ab Bernau mussten wir dann auf die Beschilderungen achten. Der Radweg ist insgesamt sehr gut ausgeschildert, lediglich an zwei-drei Stellen mussten wir kurz über GPS nachschauen.

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An Christi Himmelfahrt war der Radweg an manchen Stellen ab den späten 18Mittagsstunden sehr voll, zum Teil mit anderen Fernradfahrern, zum größeren Teil aber mit Tagesausflüglern und natürlich feiernden Männern mit Bollerwägen. Der Feiertag führte wohl auch dazu, dass wir keine Übernachtung am ersten Tag fanden, alles ausgebucht. Im Reiseführer stand, dass Unterkünfte selbst in der Hauptsaison kein Problem wären und man nicht vorbuchen müsste (außer auf Usedom), dem Rat hätten wir besser nicht folgen sollen. So legten wir am ersten Tag 132 km zurück, dabei 1150 Höhenmeter aufwärts. Auf die Gesamtstrecke sind die Anstiege zwar nicht viel, aber für einen Tag bei diesen Kilometern immer wieder kleine Anhöhen überwinden zu müssen war doch sehr anstrengend. Somit fuhren wir am ersten Tag direkt bis Prenzlau. Unsere Unterkunft hier war dafür super, tolle Lage direkt am See!

98Am nächsten Tag gingen wir es dann ruhiger mit knapp 85 Kilometern bis Leopoldshagen an. 10Hier ergatterten wir noch eine Radfahrerunterkunft am Waldrand, unser Präferenzort Mönkebude (mit dem ersten Strand) war leider auch ausgebucht. Leopoldshagen ist sehr einsam gelegen und es ist lediglich ein Imbiss vorhanden, den die Eigentümerin der Unterkunft betreibt. Glücklicherweise öffnete sie für uns noch einmal den Imbiss, damit wir etwas zum Abendessen bekamen. 12Aber es war eben nur ein Imbiss…Später bestellten wir noch etwas bei einem türkischen Lieferservice, was wir schnell bereuten. Das Essen war nicht sonderlich gut, der gekühlte trockene Weißwein war warm und süß und dann auch noch alles sehr überteuert. Aber wir hatten viel zu lachen, das war es dann wert.

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Am folgenden Tag erreichten wir Usedom und legten hier einen Abstecher nach Swinemünde ein (ca. 80 Kilometer Tages-Fahrtstrecke), da es auf der deutschen Seite Usedoms schwer war noch Unterkünfte zu bekommen.

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Swinemünde hatten wir drei auch alle noch nicht gesehen und können es auch nicht empfehlen. Der Strand ist zwar traumhaft schön, aber der Ort lädt nicht zum Verweilen ein. Es erinnerte ein wenig an „Ballermann“, viel zu laut, viele Ramschbuden, feierwütiges Publikum. Glücklicherweise fanden wir dann doch noch ein nettes Lokal zum Abendessen mit sehr leckerem Fisch.

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Unseren letzten Tag ließen wir gechillt angehen. Es standen nur 34 Kilometer an. So radelten wir morgens los und beschlossen, in einem der Seebäder zu frühstücken und Swinemünde schnell hinter uns zu lassen. Ahlbeck war noch sehr verschlafen als wir ankamen, also frühstückten wir bei herrlichem Sonnenschein ausgiebig in Heringsdorf. Bettina besuchte ein paar Freunde, die zufällig auch gerade hier Urlaub machten, und Coco und ich machten es uns derweilen in einem Strandkorb in Bansin gemütlich. 17Das Wetter war weiterhin traumhaft. Der Weg nach Ückeritz überraschte uns sehr, da es hier noch einmal sehr waldig und vor allem bergig wurde. Ückeritz selbst kannten wir bisher nicht, der Ort blieb auch im Reiseführer unerwähnt. Wir fanden ihn wunderschön! Definitiv unser Geheimtipp. Klein, idyllisch am Wald und direkt am Strand gelegen und mehrere Restaurants mit Meerblick, wie wir es in den anderen Orten nicht finden konnten. Hier verweilten wir einige Zeit bei leckerem Fisch mit großartiger Aussicht, bevor es wieder bergig mit teilweise 16 % Steigungen und Gefällen Richtung Zinnowitz ging. Der Radweg führt noch weiter bis Penemünde, wir hatten aber zuvor bereits beschlossen, Zinnowitz als Ziel anzupeilen. Hier feierten wir unsere erfolgreiche Tour noch etwas, bevor unser Zug nach Berlin zurückging.21

Die Zugfahrt war noch einmal sehr abenteuerlich, da sehr viele Radfahrer mitfuhren und es einige Probleme gab, alle Räder unterzubringen und ich etwas Panik bekam, mein Fahrrad in Berlin überhaupt wieder aus dem Zug zu bekommen. Aber es klappte alles, bei der nächsten Radtour wäre allerdings zu überlegen, ob man nicht erst mit dem Zug fährt und mit dem Rad nach Berlin zurück.

Insgesamt ist der Fernradweg Berlin-Usedom sehr abwechslungsreich, sowohl von der Natur, als auch den Strecken. Es geht durch viele Wälder, über die Hügel der Uckermark, entlang der Mecklenburgischen Seeplatte, durch das Stettiner Haff…Beeindruckende Landschaften, die man mit Fotos gar nicht einfangen kann. Lediglich am zweiten Tag hatten wir viele Radwege entlang von Landstraßen, was nicht so schön war. Aufgrund der abwechslungsreichen Landschaft und den vielseitigen Eindrücken hatten wir das Gefühl weit über eine Woche unterwegs gewesen zu sein statt nur vier Tage. Absolut empfehlenswert!

Danke an Coco und Bettina für die tolle Zeit…Wiederholungen folgen!!!


4 Gedanken zu “Fernradweg Berlin-Usedom 05.-08.05.2016

  1. Hey, schöner Artikel. Ich lebe in Zinnowitz und wollte den Berlin-Usedom Radweg ebenfalls mal fahren. Ich habe allerdings ein Rennrad und habe sorgen, dass die Bereifung nicht gerade optimal ist. Was meinst du?

    Liebe Grüße aus Zinnowitz

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    1. Hallo Chris,
      mit einem Rennrad ist es auf manchen Abschnitten nicht möglich zu fahren, aber du kannst dann statt der Waldwege die Straßen nutzen. Ist dann nicht ganz so schön und mehr befahren, aber möglich. Viel Spaß und verregnete Grüße aus Berlin.

      Gefällt 1 Person

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