Ich war…endlich in New York! 10.-20.03.2016

New York City, Big Apple, Gotham City die Stadt, die niemals schläft, City of Dreams… Schon lange wollte ich sie besuchen, aber wie so oft, kam immer etwas dazwischen. Bei einem vorweihnachtlichem Besuch meiner Freundin Anke in Düsseldorf stellten wir zufällig fest, dass auch sie es mal wieder im laufenden Jahr nicht nach New York geschafft hatte und so beschlossen wir kurzer Hand, zusammen NYC zu besuchen. Gesagt getan: ein paar Tage später waren die Flüge gebucht. Air Berlin hatte so günstige Flüge im Angebot, dass wir nicht lange überlegen mussten, auch wenn März eine wettertechnisch kritische Zeit für die Stadt ist. Aber wir sollten Glück haben. Außer einem verregneten Shoppingtag blieb es trocken und sehr oft begrüßten uns sogar die Sonne und blauer Himmel bei stark schwankenden Temperaturen zwischen 10-18 Grad.

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Im Flieger hatte ich wieder einmal eine seltsame Begegnung. Die Frau neben mir arbeitete Unterlagen durch, den gesamten Flug lang, und alles drehte sich um Verkehrsthemen zur Infrastruktur, Gesetzen zu Trassenentgelten und weiteren Themen des BMVI. Ich hoffte doch, dass es keine Kollegin von mir sei. Wie groß ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand neben mir genau mit den Themen des Ministeriums beschäftigt, in dem ich tätig bin. Vielleicht bereitete Sie sich ja auch auf ein Vorstellungsgespräch vor und ich habe Sie demnächst im Auswahlverfahren gegenüber sitzen. Offensichtlich reiste sie mit Ihrem Mann, wahrscheinlich eher privat. Bisher ist sie mir allerdings nicht über den Weg gelaufen…

68Am Anreisetag trafen wir uns am Spätnachmittag in NYC am Flughafen, da Anke zuvor noch San Francisco besucht hatte. Mit der Metro ging es problemlos zum Hotel, an dem wir erst einmal durch zu viel Quatschen vorbeiliefen. Wir hatten ein Hotel am südlichen Ende des Central Parks am Nahe des Columbus Circle für fünf Übernachtungen gebucht http://www.morganshotelgroup.com/hudson/hudson-new-york und für die restliche Zeit einen Mietwagen, um uns das Umland anzuschauen, je nach Wetterlage, Lust und Laune standen die Hamptons, Cap Code und die Niagarafälle zur Auswahl.55

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20160314_200747.jpgZur Feier unserer Ankunft gönnten wir uns den besten Burger, den ich bisher gegessen habe in Matts Grill http://www.mattsgrill.com. Der Burger war mit Laugenbrötchen statt den pappigen normalen Weizenbrötchen, die es sonst gibt und das Fleisch war großartig. Anschließend gönnten wir uns noch einen Cocktail in der Hotelbar. Der war leider nur überteuert und mäßig geschmackvoll. Die Hotelbar ist sehr bekannt, hier finden u.a. Veranstaltungen für die Fashion Week statt. Sie war jeden Abend sehr gut gefüllt. Das Ambiente war auch sehr ansprechend, daher wahrscheinlich die Preise.

Wir stellten am ersten Tag bereits fest, dass alle Menschen, denen wir begegneten sehr freundlich und zuvorkommend waren. So stand beispielsweise eine Frau in der Metro für uns auf, damit wir nebeneinander sitzen konnten.

Obwohl ich fast 24 Stunden auf den Beinen war, konnte ich kaum schlafen. Wahrscheinlich lag es aber auch an der Aufregung und Vorfreude auf den nächsten Tag, endlich New York bei Tageslicht zu sehen und viele Dinge zu entdecken.

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An unserem ersten Tag wollten wir einen Überblick bekommen und machten zwei Touren mit den Hop-on-Hop-off-Bussen. Eine Uptown- und eine Downtown-Tour. So fuhren wir schon einmal quer durch ganz Manhattan und hatten die wichtigsten Touristenhighlights im Vorbeifahren aufgeschnappt. Mit unserem witzigen Tour-Guide, der viele Details über die Stadt und ihre Bauwerke erzählt hat, war das eine wirklich interessante Tour durch Manhattan. Da wir allerdings den ganzen Tag quasi im Bus verbrachten waren wir heilfroh, als wir es überstanden hatten. Sowohl Anke als auch mich interessierten die touristischen Höhepunkte weniger, ebenso wie das kulturelle Angebot. Wir sind eher die Menschen, die zu Fuß alles erkunden, abseits vom Mainstream und eintauchen möchten in die Stadt, wie sie wirklich ist. Wie und wo lebt man hier? Was verbirgt sich in den kleinen Seitenstraßen? Wo halten sich die New Yorker auf? Immerhin treiben wir uns in Berlin auch nicht am Ku’damm oder Potsdamer Platz herum.

Das erste Mal am Times Square war schon überwältigend.

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Times Square

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Die vielen blinkenden Reklametafeln, die Hochhäuser, aber es dauerte nicht lange und wir versuchten einen großen Bogen um ihn zu machen, oder rannten nur durch die Touristenmassen hindurch, um ihn endlich hinter uns zu lassen. Leider mussten wir ihn auf unserem Weg zum Hotel des Öfteren queren. Am Abend waren wir einfach nur kaputt. Glücklicherweise fanden wir einen netten Italiener, bei dem wir in Ruhe den Tag ausklingen lassen konnten und sehr gut speisten. Aufgrund der Größe der Stadt wurde uns beiden schnell klar, dass wir das, was wir wollten niemals in fünf bis sechs Tagen schaffen würden. Zumindest, wenn wir nicht mit dem Gefühl abreisen wollten wirklich eingetaucht und nichts verpasst zu haben. Also beschlossen wir, den Mietwagen zu stornieren und in NYC zu beiben um uns nicht unnütz zu stressen.

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One World Trade Center

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Columbus Circle

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Das „Bügeleisenhaus“ in Manhattan

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Gedenkstelle Twin Towers, World Trade Center

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Guggenheim Museum

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Fifth Ave.

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Der nächste Tag sollte einfach nur wunderbar werden. Die Sonne schien und der Tag brachte viele glückliche Fügungen mit sich. So stellten wir auf unserem Weg zum Highline-Park fest, dass wir zufällig an dem Bootsanleger des Wassertaxis vorbeikamen, welches wir nutzten um eine Rundfahrt zur Brooklyn Bridge und zur Freiheitsstatue zu machen. Die Statue selbst zu besuchen unterließen wir, da uns jeder, der dies bisher getan hat davon abriet. Das Wassertaxi war im Preis unseres New-York-Passes enthalten und wir wollten es sowieso für diese Fahrt nutzen.

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Anschließend besuchten wir den Highline- Park, eine stillgelegte Hochbahntrasse quer durch die Hochhäuser der Stadt (sehr empfehlenswert).

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Eine Gruppe, begleitet mit bunten Luftballons spazierte ebenfalls dort entlang, wodurch wir wunderschöne Fotos machen konnten. Am Ende des Parks besuchten wir das neue Whitney Museum, jedoch lediglich, um auf die Aussichtsplattform zu gelangen. Wenn man mehr Zeit hat, lohnt sich allerdings auch ein Besuch des Museums selbst. Die Bilder, die wir beim Hindurchgehen aufschnappen konnten, waren sehr ansprechend. Zufälligerweise war auch der Eintritt in dieses Museum in unserem New-York-Pass enthalten. Anschließend schlenderten wir durch das Meatpacking District am Fuße der High-Line in Downtown, wo auch die Girls aus Sex and the City in der Serie zum Shoppen unterwegs waren und Soho-Randbezirke und waren von diesen Stadtteilen sehr angetan. Anke stolperte in das fast einzige Geschäft, was auf unserem Weg lag und fand eine dünne Daunenjacke zum Sonderpreis in genau ihrer Größe und Lieblingsfarbe. Im ganzen Geschäft gab es nur diese eine. Unfassbar!

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Highline Park

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Blick vom Whitney Museum auf den Highline Park

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Meatpacking Distrikt

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Feuerwehr

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Popcorn

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Zum Abend hin begaben wir uns zum Rockefeller Center um auf der Aussichtsplattform „Top of the Rock“ den Sonnenuntergang über New York zu erleben.

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Der Himmel hatte sich gegen Abend zugezogen, aber zum Sonnenuntergang kämpfte sich die Sonne zu unserer Freude noch einmal durch. New York in dem langsamen Wandel hin zum Lichtermeer, wenn es dunkel wird zu sehen ist wirklich magisch! Top oft he Rock ist sehr zu empfehlen. Man hat einen Rundumblick über die Stadt und auf das wunderschöne Empire State Building und den Central Park. Außerdem ist großzügig Platz auf dem Deck und es gibt Sitz- und Unterstellmöglichkeiten. Im Hotel angekommen, wollte ich das Auto stornieren und siehe da, ich hatte am Tag eine Mail des Anbieters erhalten, in der direkt ein Stornierungslink enthalten war. Glückliche Fügung, es sollte wohl so sein…

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Blick vom Top of the Rock Richtung Central Park

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Blick vom Rockefeller Center, Aussichtsterasse Top of the Rock

c2Am nächsten Tag war ich ziemlich kaputt. Aufgrund der vielen neuen Eindrücke konnte ich wieder nicht erholsam schlafen. Die ganze Nacht träumte ich von New York. Da hatte mein Gehirn wohl einiges zu verarbeiten.

Leider war es heute bewölkt, aber glücklicherweise weiterhin trocken. Wir schlenderten früh morgens durch die Straßen von Manhattan und stellten fest, dass wohl auch New York, zumindest in Teilen, ab und zu schläft. Es war Sonntag und wir trafen noch die Überreste der Feierwütigen des Wochenendes durch die Straßen schleichen. Kurzerhand beschlossen wir, auf dem Empire State Building zu frühstücken. Also besorgten wir uns etwas beim Bäcker und fuhren auf die Plattform. Leider ist diese nicht so schön und großzügig, wie Top oft he Rock. Keine Sitzmöglichkeiten, sehr eng und durch das Gitter kann man auch nur bedingt schöne Fotos machen. Also aßen wir nur kurz im Stehen und verabschiedeten uns wieder.

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Empire State Building

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Empire State Building – alles Marmor

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Blick vom Empire State Building

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Unser Spaziergang, wenn man das so nennen kann (geschätzterweise waren wir täglich zwischen 25-35 km zu Fuß unterwegs) führte uns heute durch Noho (North of Houston Street), Soho (South of Houston Street) und Greenwich, Stadtviertel, die uns sehr begeisterten. Quer durch Tribeca und das Finanzviertel ging es dann bis zur Südspitze Manhattans, von wo aus wir mit einem Schiff, welches ebenfalls noch in unserm New-York-Pass enthalten war, vorbei an der Freiheitsstatue zurück Richtung Hotel fuhren.

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Böse Jungs und coole Böcke – wir hatten Glück und sahen ein Mitglied hier – dem Head Quarter NY der Hells Angels.

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Überwachung fast überall – ich finde es gut

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In Manhattan an jeder Ecke zu finden, die bunten Snackwagen

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Auf dem Weg zum Hotel fanden wir eine versteckte kleine Bier- und Weinbar. 14Hier gab es sogar Kölsch im Angebot. Touristen verirrten sich glücklicherweise nicht hierhin. Ein toller Laden mit einem sehr netten Besitzer. Wir verköstigten uns bei Wein und Tapas und ließen den Tag ausklingen. Abends chillten wir im Hotelzimmer und buchten ein Hotel in Brooklyn. New York war fast ausgebucht und es fiel uns wirklich schwer, etwas Bezahlbares zu finden, trotz Nebensaison!

Am Montag war Shoppingtag angesagt. Wir fuhren ins Woodbury Common Premium Outlet und waren froh, dass es regnete, sonst wären wir eher in der Stadt geblieben. Fast hätten wir den Bus verpasst und so rannten wir wie die Shoppingsüchtigen quer durch den riesigen Busbahnhof. Wir trafen noch mehrere rennende Mädels, zum Teil mit riesigen leeren Koffern. Wo die wohl hinwollten? Aber für den Busfahrer war das wohl kein unbekanntes Bild. Erstaunlicherweise war es im Outlet trotz des Regentages sehr leer. Man war fast allein in den Geschäften. Natürlich ließen wir unsere Kreditkarte nach anfänglicher Trägheit glühen und gingen abends noch einmal in Matts Grill, den tollen Burger noch einmal essen, bevor wir in einen anderen Stadtteil umzogen.

c5Am nächsten Vormittag spazierten wir ein wenig durch die Upper East Side, bevor wir nach Brooklyn umzogen. Dieses Viertel ist geprägt von Luxuslabeln. Hier wohnen auch viele Stars, Touristen sahen wir nicht, was vielleicht aber auch an den frühen Vormittagsstunden lag.
Wir fanden ein nettes Deli, in dem wir von allen beäugt wurden. Touristen frühstücken hier anscheinend eher selten. Das Publikum waren Arbeiter und Einheimische auf dem Weg zum Büro. Es war sehr lecker und interessant das Treiben zu beobachten. Gut gestärkt statteten wir auf und um die Fifth Avenue Tiffany, Victoria Secret, Macys und dem Nike flagships Store einen Besuch ab. Anke erwachte zur Shopping Queen 🙂38

Der Hotelumzug nach Brooklyn klappte problemlos. Wir landeten in einer etwas abgelegeneren Gegend, wodurch wir in den nächsten Tagen nun auch die Metro in NYC etwas näher kennenlernen durften http://www.hotelbpmbrooklyn.com. Anke war von einem besonderen Paar Nike-Schuhe angefixt worden, die es im Store leider nicht mehr in ihrer Größe gab. Wie sich auf dem Weg zum Hotel online herausstellte, handelte es sich um eine Limited Edition, die überall ausverkauft war. Nach vielen Internetrecherchen und Telefonaten beschloss sie daher, noch einmal in den Nike-Store zu fahren, während ich die Gegend um das Hotel bei einem Spaziergang erkundete. Ich lief durch Industrie- und Hafenviertel, entdecke viel Street Art, aber alleine ist dieses Viertel nicht empfehlenswert. Zentral in Brooklyn angekommen traf ich Anke wieder, die erfolgreich von ihrem Einkaufsbummel zurückgekehrt war und wir genossen ein tolles Essen bei einem netten Italiener. Mit der Bahn fuhren wir zurück zum Hotel und laut Reiseführer und Internetrecherchen gab es in den nächsten Tagen noch viel zu entdecken, vor allem abseits vom Mainstream.

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Nach einem spärlichen, aber ausreichendem Frühstück im Hotel fuhren wir mit der Bahn nach Brooklyn-Williamsburg. Wir waren sehr begeistert! Das war genau unser Viertel. Originelle Street Art sowie großflächige Wandgemälde an jeder Ecke, tolle Bars und Cafés, Fabriklofts, keine Hochhäuser. Wir chillten am Ufer des East River mit Blick auf die Skyline von Manhattan. Diese Seite des East River hat definitiv mehr Charme als Manhattan, ist ruhig und hat viele Parks und schöne Promenaden am Flussufer. Hier würde ich wohl wohnen, wenn ich New Yorker wäre. Wahrscheinlich ist es aber preislich auch hier nicht mehr erschwinglich, überall wird gebaut und luxussaniert.

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Im wunderbaren Restaurant Juliette http://www.juliettewilliamsburg.com genossen wir ausgiebig einen Kaffee in der Sonne, bevor wir weiterschlenderten. Der Fotoapparat hatte heute keine Pause. Es war einfach zu schön hier. In der Nähe der Williamsburg Bridge auf der Bedford Avenue ließen wir uns noch einmal in der Sonne auf einem Platz nieder und genossen Pizza, Ginger Beer und beobachten die Passanten, insbesondere eine Bank an der Ecke, in der viele orthodoxe Juden ein- und ausgingen.

36Wir liefen weiter die Bedford Avenue entlang Richtung Brooklyn Bridge und gelangten durch Zufall in das Orthodoxe Viertel. Plötzlich waren wir in einer ganz anderen Welt. Es war sehr beeindruckend aber auch unheimlich. Wir waren die einzigen „Nichtjuden“ zwischen hunderten Orthodoxen. Alle hatten es sehr eilig und mieden Blickkontakt. Zu fotografieren trauten wir uns nicht. Die Häuser waren ungepflegt, schmutzig, wirkten ärmlich. Die eigenen Supermärkte waren von außen abgeschirmt, hier hatte wohl kein anderer etwas zu suchen. Die Schulkinder kamen gerade mit Schulbussen zu hunderten nach Hause, alle Busse mit hebräischer Aufschrift. Lachen schient verboten, alle schauten ernst und grimmig herein. Die Männer trugen verschiedenste Hüte, die Frauen meist Perücken. Am erschreckendsten waren für mich die Kinder, vor allem die Jungen, die bereits im jüngsten Alter den Kopf rasiert hatten, bis auf die seitlichen „Schillerlocken“. Farbige Kleidung gab es nicht, alles schwarz in schwarz. Das Viertel war riesig und schien kein Ende zu nehmen, eine eigene Stadt in der Stadt. Genauso plötzlich wie das Viertel angefangen hatte, endete es nach einer endlosen Zeit auch wieder, einfach eine Kreuzung überquert und schon war man wieder mitten im „anderen, schönen“ Leben in Brooklyn. Dieses Viertel und das orthodoxe Judentum beschäftigten uns noch lange und wir recherchierten anschließen viel im Internet über die Lebensweise etc. Meiner Meinung nach hat es etwas von einer Sekte, die Schulen werden nicht staatlich geprüft, Internet ist streng abgeschirmt/überwacht bzw. verboten.

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22Manhattan Bridge

90Blick von der Bedfort Ave. auf die Williamsburg Bridge

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5Manhattan Bridge

17Williamsburg am East Side River, Blick auf Manhattan

Nach einem kurzen Spaziergang durch Brooklyn Heights, Dumbo und an der Manhattan

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und Brooklyn Bridge vorbei gingen wir wieder lecker essen und entdeckten versteckt ein tolles Restaurant, was auch typisches New Yorker Essen anbot. So kam ich endlich dazu ein Reuben Sandwich (mit Corned Beef, Sauerkraut und Käse) zu testen. Sehr lecker, aber einmal gegessen, genügt es für die nächsten Jahre. Alles in allem ein toller Tag!

Für den nächsten Tag nahmen wir uns vor, zunächst zum Brooklyn Park zu spazieren und diesen entlang zur Brooklyn Bridge. Ein wirklich toller Spaziergang, kaum Menschen unterwegs und ein toller Blick auf die Skyline von Manhattan. Die Brooklyn Bridge ist wirklich beeindruckend.

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93Brooklyn Park

24Blick von Brooklyn auf Manhattan

91Brooklyn Park

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Nach dem Überqueren schlenderten wir durch Chinatown, wo ich in einer chinesischen Bäckerei einige Teilchen kaufte, ohne zu wissen, was es ist. Es war anders, aber sehr lecker. Vor allem kann man hier zu günstigen Preisen gute Lebensmittel bekommen. Im Labyrinth der Straßen Chinatowns kann man sich verlieren. Mit seinen unaufdringlichen Restaurants, geruchsintensiven Open Air-Märkten und exotischen Souvenirläden zieht Chinatown die Besucher an. Viele der jahrhundertealten Wohnhäuser des Viertels wurden im Stil von Mietskasernen errichtet und sind der Grund für die enge Atmosphäre in Chinatown. In einem Park beobachteten wir die Chinesen in Ihrer Mittagspause, wie sie sich trafen und zusammen verschiedenste Brett- und Kartenspiele spielten. Das Wetter spielte mit und das Straßenleben war in vollem Gange.

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An Chinatown grenzt direkt Little Italy, ebenfalls empfehlenswert. Eine kleine und kultige Nachbarschaft in NYC, nur ein paar belebte Blocks umfassend, jedoch voll mit bunten Dekorationen, verlockenden Aromen und italienischen Restaurants, die kitschiges Flair verbreiten.

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Unser Weg führte uns weiter Richtung East Village, vorbei an dem berühmten Deli Katz’s Delicatessen. „Bei mir hat noch keine Frau den Orgasmus vorgetäuscht.“ Die Szene aus „Harry und Sally“ schrieb 1989 Kinogeschichte. Katz’s Delicatessen, der Drehort, hat seitdem das „Reuben Orgasm“-Sandwich auf der Karte. Wir schauten kurz herein und hatten den Eindruck, dass es sich hier um eine Mega-Touristenattraktion handelt. Total voll, am Eingang bekommt man eine Karte, auf der die Preise abgezeichnet werden und man bezahlt beim Herausgehen am Eingang, ähnlich wie früher in der Disko. Das Deli scheint eine Goldgrube zu sein, ob es nur an der Filmszene oder tatsächlich an der Qualität liegt ist fraglich. Im Internet erhält man verschiedenste Beurteilungen, zumindest ist es teuer.

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East Village ist ebenfalls ein tolles Viertel mit schönen Graffitis, einer unerschöpfliche Palette an Bars, Cafés, Bücherläden und Galerien. Doch so stylisch es auch ist, das East Village bleibt trotzdem entspannt. Es gefiel uns ähnlich gut wie Williamsburg. Von früh morgens bis spät in die Nacht strotzt das Village vor Angeboten für Möchtegern-Jetsetter, bunte Vögel und solche, die es werden wollen. Wir lernten Marrshun kennen http://www.instagram.com/marrshun, einen etwas durchgeknallten Selbstdarsteller, den wir fotografieren durften und der uns direkt sein iPhone in die Hand drückte, damit wir uns per Instagram mit ihm verbunden. Vor einem Kaffee quatschten uns ein paar junge Leute an, die ihre neue App promoteten. Richtig verstanden hatten wir das Prinzip nicht, aber für das Herunterladen der App erhielten wir einen Latte und Kuchen unserer Wahl kostenlos in dem Kaffee (immerhin ca. 8 $ pro Person). East Village hatte übrigens den Spitznamen Kleindeutschland, Little Germany und es war einst die größte deutsche Auslandsgemeinde.

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Weiter führte uns unser Spaziergang nach Noho, wo wir uns 40in einem Straßenkaffee einen Wein gönnten und die vorüberlaufenden Menschen beobachteten. Noho hält mit seiner Vielzahl an Cafés, weitläufigen Ateliers und noblen Geschäften die Balance zwischen verrückt und schick. Das Viertel beeindruckt mit seiner historischen Architektur und einem unkonventionellen Charakter. Da es dann doch kühl wurde, zogen wir in einen Pub weiter http://www.brinkleyspubs.com und nutzten die Happy Hour mit Gin Tonic aus. Wirklich eine tolle Atmosphäre in dem Pub, vor allem auch, da es hier bereits am frühen Abend voll wurde. Nach einem kleinen Snack verabschiedeten wir uns vom schönen Noho in fuhren zurück ins Hotel.

Unsere abendlichen Internet-Recherchen ergaben, dass es in der Nähe unseres Hotels ein aufstrebendes Viertel in Brooklyn gab, in dem sich immer mehr Familien niederließen, Park Slope, das Prenzlauer Berg von New York. Das wollten wir natürlich besuchen. Unser Spaziergang durch das Viertel war sehr entspannend. Wunderschöne Häuserreihen, ein riesiger Park und ein toller Wochenmarkt mit regionalen Produkten zu erschwinglichen Preisen überraschten uns. Touristen waren hier nirgends zu sehen. Ein Viertel zum Wohlfühlen, sehr entspannt. Airbnb beschreibt Park Slope wie folgt: „Park Slope ist eine idyllische Nachbarschaft in Brooklyn, die durch adrette Häuser und wohlerzogene Kinder perfektioniert wird. Die Familien und Berufstätigen, die in Park Slope leben sind clever, umweltbewusst und freundlich. Park Slope ist fast wie eine eigene Stadt und trotzdem leicht zu erreichen. Seine Alleen werden gesäumt von Boutiquen, Restaurants und Bars, die sich an ein Publikum richten, das nicht mehr als das Beste vom Besten erwartet.“… Ja, das könnte auch eine Beschreibung vom schönen Prenzlauer Berg in Berlin sein…

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60Park Slope

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58Markt in Park Slope

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Weiter ging es durch die Viertel Bedford Styvesant, besser bekannt als Bed-Stuy (gesprochen: Bed-Sty) und Bushwick wieder nach Williamsburg. Wir kamen auch durch sehr seltsame Viertel, in denen hauptsächlich farbige Einwanderer lebten. Da wir hier so einen starken Eindruck gewinnen konnten, beschlossen wir, nicht auch noch in die Bronx zu fahren.
Bedford Styvesant war nicht mehr so schön wie Park Slope, aber auch interessant. Das historische Viertel kann sich seiner vielen renovierten Wohnhäuser und der neuen Bewohner darin rühmen. Obwohl diese Ecke seinem eher zwielichtigen Ruf nachkommt, bekommen die Fastfoodketten und Shoppingcenter Konkurrenz durch neue Restaurants und Bars, die sich einen Stück vom Kuchen erhoffen, bevor Bed-Stuy boomt. Unserem Eindruck nach wohnen hier hauptsächlich lateinamerikanische Immigranten, an jeder Ecke wurden Fleischspieße gegrillt, leben oder ein Hotel nehmen wollten wir hier nicht. Wir wurden etwas seltsam beäugt, da hier anscheinend kaum Touristen mit Kameraausrüstung gesehen wurden. Im Übrigen enttäuschte uns auch der Supermarkt in der Nähe unseres Hotels. Wir wollten für abends im Hotel leckere amerikanische Süßigkeiten shoppen und mussten dann enttäuscht feststellen, dass das Sortiment hier kaum amerikanisch war und es vor allem kaum Süßigkeiten gab. Auch die Angestellten sprachen Spanisch und kaum englisch.

Bushwick ist das Mekka der Street Art. Ein Arbeiterviertel, das nunmehr die Künstler anzieht. Alle möglichen Kreativen kommen nach Bushwick und ein neues Modebewusstsein schwappt aus dem stylischen Nachbarviertel Williamsburg herüber. Neue Kneipen, Weinlokale und Galerien florieren, dank der Schönen und Reichen, die in die umgebauten Lofts strömen. Obwohl Bushwick dabei ist, sich selbst neu zu erfinden, trägt die schöne Schale noch einen ursprünglichen Kern in sich. Wenn ich nochmal einen Berlinvergleich ziehen müsste, wäre es wahrscheinlich mit dem frühen Friedrichshain oder Neukölln vergleichbar.

67Street Art in Bushwick

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11U-Bahn-Zugang

Angekommen in Williamsburg wollten wir noch einmal einen kleinen Abstecher in das orthodoxe Viertel machen. Zu unserer Überraschung wirkte es fast wie ausgestorben. Alle Geschäfte hatten geschlossen und es war kaum jemand auf der Straße. Grund war Samstag, dass ist der Ruhe-/Feiertag bei den Orthodoxen. Die vereinzelten Menschen, denen wir begegneten waren in Feiertagskleidung, was man an den anderen Hüten der Männer und den weißen Strumpfhosen bei Männern und Frauen erkannte. Nach kurzer Zeit kehrten wir daher in „unser schönes“ Williamsburg zurück, entdeckten noch ein paar Graffitis und einen schönen Designermarkt.

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Wir stellten erneut fest, dass die Grenzen von einem Viertel zum nächsten immer sehr abrupt waren, hier noch alles Farbige, da plötzlich Lateinamerikaner, dann ein Gewerbegebiet und schließlich ein Künstlerviertel mit entsprechend absolut verschiedenem Publikum.
Wir chillten bei Essen und Wein in Williamsburg und machten uns dann auf den Rückweg ins Hotel.

Für die letzten beiden Tage nahmen wir uns vor, noch einmal ganz gemütlich durch die Viertel zu spazieren, die uns in Manhattan am besten gefallen hatten und Kaffee- und Bar-Hopping zu betreiben, Menschen zu beobachten, einfach mal genießen. So standen Spaziergänge durch Soho, Noho und Greenwich an. Sehr zu empfehlen: Tacombi bei Fonda Nolita http://www.tacombi.com/locations/Nolita. Dies ist eines der coolsten Restaurants in Nolita. Die Idee zu Tacombi ist in Yucatan entstanden, wo der Besitzer in einem VW-Bus am Playa del Carmen Tacos verkaufte. Heutzutage steht der Bus in der Elizabeth Street, und bringt einem mit seinen köstlichen Tacos geschmacklich direkt in die Straßen von Mexiko. Die Atmosphäre ist sehr hip und ich kann euch versichern, dass es ein unvergessliches Erlebnis ist. Die Speisekarte ist nicht sehr lang, aber die Produkte werden aus Mexiko importiert und sind sehr frisch.

50Tolles mexikanisches Streetfoodrestaurant Tacombi bei Fonda Nolita

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Einen Abstecher ins MOMA, The Museum of Modern Art http://www.moma.org, machten wir am Freitagabend noch. Freitags ab 16 Uhr ist freier Eintritt und ich kann davon nur abraten. Es waren Massen von Menschen da, die anscheinend noch nie ein Museum besucht hatten. Es war sehr laut und quirlig, es wurde geschupst und gedrängelt. Ich war froh, als ich wieder draußen war.

48Lange Schlange, Einheimische…also anstellen…

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49Ausgezeichnetes mexikanisches Streetfood

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35Tolle Spiegelung

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Am letzten Tag ließen wir das Frühstück im Hotel ausfallen und genossen ein tolles Frühstück bei Rubys http://www.rubyscafe.com, beobachteten die stylischen Leute, die im Joe&the Juice in Soho ein- und ausgingen und bemerkten den ein oder anderen neuen Modetrend und sind gespannt, ob dieser auch in Deutschland ankommen wird.

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Da es draußen mittlerweile eisig kalt geworden war, machten wir uns schon am frühen Nachmittag Richtung Flughafen auf. Wir hatten Glück mit unseren Rückflügen nach Düsseldorf bzw. Berlin. Sie starteten nur 10 Minuten versetzt und wir konnten zusammen im gleichen Terminal warten. Nach zehn intensiven Tagen miteinander fiel uns der Abschied doch schwer.

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Wir verließen New York nach zehn Tagen mit dem Gefühl, die Stadt in vollen Zügen genossen und einfach auf uns wirken gelassen zu haben und waren froh, dass wir nicht noch woanders hingefahren sind.
NYC ist definitiv immer wieder einen Besuch wert, das nächste Mal dann in einem Spätherbst, um das Grün der Alleen und Parks und das Straßenleben bei hohen Temperaturen zu erleben.

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Berlin ist überall…

 

Kaum saß ich im Flieger, flogen ein paar Schneeflocken an meinem Fenster vorbei…

 

 


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